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Roman und Weltliteratur. August Lafontaine wiedergelesen

Workshop, 15. und 16.1. 2026
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung

Organisiert von Larissa de Assumpção (São Paulo) und Daniel Weidner (Halle)

August Lafontaine, der heute fast vergessene Erfolgsautor der Goethezeit, sei -- so Arno Schmidt in seinem Radiofeature „Eine Schuld wird beglichen“ -- nicht nur ein „folgenreicher“ Autor gewesen, dessen Bedeutung sich schon an den abwertenden Kommentaren der Zeitgenossen zeige. Auch als „Quellenschriftsteller“ sei Lafontaine von „unschätzbarer Reichhaltigkeit“, denn man könne an ihm „den ‚deutschen Volkscharakter‘ im Schnellkurs einsehen“. Tatsächlich zeigt eine unbefangene Wiederlektüre seiner Texte ihren großen Reichtum und ihre Relevanz für eine Literaturgeschichte, die nicht nur die populären Lesestoffe mit in den Blick nimmt, sondern auch die Kanonisierungen und Ausschlüsse der Literaturgeschichte kritisch befragt. An Lafontaines Texten zeigt sich die große Bedeutung von Diskursen und Argumenten der Spätaufklärung noch nach 1789, das reflexive, kritische und auch politische Potential von Formen wie dem Briefroman oder der Satire und die Schwierigkeiten, die neue Form des Romans kritisch und theoretisch zu begreifen, insbesondere, wenn man sie im transnationalen Kontext betrachtet. Nicht zuletzt kann eine solche Wiederlektüre auch „Laugh-Fontänen“ neu entdecken, die Arno Schmidt in den Romanen immer wieder ausbrechen sah.

Donnerstag

14:00-15:30

Einleitung: Larissa de Assumpção, Daniel Weidner

Gunhild Berg: Didaktisches Erzählen. Lafontaines „Schule für das weibliche Geschlecht“.

16:00-18:00

Andrea Hübener: "ich habe Dein Bild, ich habe Dich, Klara!" – Intermedialität und Intertextualität in Lafontaines Roman Klara und Klairant

Natalie Sauer: Empfindsame Kolonialkritik und Kolonialisierung der Empfindung: Diskursvermischung in Lafontaines „Die Neger“ (1804).

19:00 Abendveranstaltung im Literaturhaus (Halle) 
„Was die Deutschen lasen, während ihre Klassiker schrieben“. August Lafontaine, ein Hallenser Erfolgsautor der Goethezeit

Freitag

9:00-11:00

Gemeinsame Lektüre: August Lafontaine: “Verbrechen und Strafe” (1801)

Daniel Weidner: "Man ist auf dem Papier besser als im Leben". Predigt und Roman in August Lafontaines Landprediger.

11:30-13:30

Larissa de Assumpção: „Nichts gegen den christlichen Glauben, aber ohne Zweifel viel gegen die guten Sitten“: Die internationale Zirkulation und Rezeption der Romane von August Lafontaine

Florian Scherübl: Mode-Romane? August Lafontaine in der Kritik der Romantik.

14:30 -16:30

Jakob Heller: Schlüsselszenen. Voyeurismus in den Romanen Lafontaines

Dirk Sangmeister: Ein Funkdialog und seine Folgen: Rückblicke und Ausblicke auf die Lafontaine-Forschung.

Kontakt:

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