Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Frühere Lehrveranstaltungen

SoSe 2018

S) Intertextualität. Theorien und Fallbeispiele Do., 16-18 Uhr, Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 21

Module:
Literatur und Gattungstheorie (BA/LA)
Literaturtheorie (BA/LA)

max. Teiln. 30

Dass die Literatur sich stets aus schon präexistenten Texten und  Diskursen speist, ist keine neue Ent­deckung. Jeder kennt Autoren oder  Werke, die mit Zitaten, Anspielungen, ernsthaften oder parodistischen  Wiederaufnahmen bzw. Abwandlungen früherer Texte spielen. All diese  Phänomene können durch in der Literaturwissenschaft seit den sechziger  Jahren des 20. Jahr­hunderts entwickelte Konzepte allerdings näher  eingegrenzt und präziser analysiert werden. Von besonderer Bedeutung  sind hierbei die Theorieentwürfe, die sich mit der sog. Intertextualität beschäftigen. In dem in diesem Sommersemester angebotenen Seminar  wollen wir uns aus diesem Grund mit verschiedenen  Inter­textualitäts­theorien beschäftigen, gleichzeitig aber auch  überlegen, inwiefern diese Theorien für unsere praktische Arbeit mit  literarischen Werken frucht­bar gemacht werden können. Wir werden uns  deshalb abwechselnd mit theoretischen Texten und mit Romanen und  Gedichten des 19., 20. und 21. Jahrhunderts aus­einandersetzen. Auf dem  literaturtheoretischen Feld werden wir uns insbesondere auf Arbeiten von  Michail Bachtin, Roland Barthes, Gérard Genette und Manfred Pfister  stützen; parallel dazu wollen wir u.a. einen Roman Fontanes, Frau Jenny Treibel (1892) sowie ein zeitgenössisches (postmodernes?) Werk, Klaus Modicks Konzert ohne Dichter (2015) lesen.

Teilnahmevoraussetzung:

  1. Wille zur aktiven Teilnahme und Bereitschaft, sich ernsthaft mit literaturtheoretischen Texten auseinanderzusetzen.
  2. Lektüre der im Seminar behandelten Werke und Textauszüge. In der Mitte des Semesters wird ein Lektüretest organisiert werden,  um sicherzustellen, dass alle Studierenden sich den Lesestoff  angeeignet haben und an den Diskussionen im Seminar teilnehmen können.
  3. Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung).

Pflicht ist die Anschaffung und Lektüre folgender Werke:

Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel. Stuttgart: Reclam, 1986 (ISBN: 978-3150076354)

Klaus Modick:  Konzert ohne Dichter. Roman. Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2016 (KiWi Taschenbuch, ISBN: 978-3462049909)

Gérard Genette: Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe. Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1993. (ISBN: 3-518-11683-5)

(S) Deutsche historische Dramen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jhds.
Goethe, Schiller, Grabbe & Büchner
FR., 12-14 Uhr, Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 22

Module:
Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]) (BA/LA)
Literaturgeschichte 17. bis 19. Jahrhundert(alte Ordn.) (BA/LA)
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)

max. Teiln. 30

Dass eine Reihe von bedeutenden historischen Dramen in Deutschland  gerade in der historisch bewegten Zeit zwischen 1760 und 1840  entsteht,  dürfte nicht dem Zufall geschuldet sein, geht es doch in  Geschichtsdramen u.a. darum, angesichts einer sich rapide  wandelnden Welt die Geschichte neu zu bewerten und zu einer genauen  Bestimmung  seiner eigenen (geschichtlichen) Position  zu kommen. In dem  Seminar wollen wir einige historische Dramen der klassischen und  nachklassischen Periode der deutschen Literatur lesen und analysieren:  Goethes Egmont (1787), Schillers Maria Stuart (1800), Grabbes Napoleon oder Die hundert Tage (1831) und Büchners Dantons Tod (1835). Dabei wollen wir uns an einigen Leitfragen orientieren: Wie  kann aus der Geschichte ein dramatischer Stoff gewonnen werden? Wie und  aus welcher Perspektive wird die Geschichte auf der Bühne dargestellt?  welches sind die wichtigsten Motive der hier analysierten historischen  Dramen? wird die Geschichte als ein sinnvoller oder gar  vernunftgeleiteter Ablauf dargestellt? wer sind die Träger der  historischen Entwicklung? bringt die Geschichte heldenhafte  Protagonisten hervor? und inwiefern sind die in den hier studierten  Theaterstücken entwickelten Geschichtsbilder noch für uns relevant?

Teilnahmevoraussetzung:

1. Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung).

2. Lektüre der im Seminar behandelten Werke und Textauszüge. In der Mitte des Semesters wird ein Lektüretest organisiert werden,  um sicherzustellen, dass alle Studierenden sich den Lesestoff  angeeignet haben und an den Diskussionen im Seminar teilnehmen können.

Pflicht ist die Anschaffung und Lektüre folgender Werke:

Johann Wolfgang Goethe: Egmont. Stuttgart: Reclam, 2005 (ISBN: 978-3150000755).

Friedrich Schiller: Maria Stuart. Stuttgart: Reclam, 2001 (ISBN: 978-3150000649).

Christian Dietrich Grabbe: Napoleon oder die hundert Tage. Stuttgart: Reclam, 1986 (ISBN: 978-3150002582).

Georg Büchner: Dantons Tod. Stuttgart: Reclam, 1986 (ISBN 978-3150060605).

WiSe 2017/18

(S)  Einführung in die Literaturwissenschaft:  Schwerpunkt: Dramen des 18. Jhds. (Lessing, Emilia Galotti – Goethe,  Iphigenie auf Tauris)

Mo.,  14-16 Uhr, Seminarraum 16 (Raum E.11) [LuWu 2]
Beginn 16.10.2017

In diesem Seminar sollen am Beispiel von Lessings Emilia  Galotti (1772) und von Goethes Iphigenie auf Tauris (1779/1787) die  Methoden und Fragen der literaturwissenschaftlichen bzw. philologischen  Arbeit vorgestellt und eingeübt werden. Was soll bei der Lektüre und  Analyse eines Textes besonders beachtet werden? Welche Bedeutung sollen  wir den verschiedenen Gattungen und Textsorten beimessen? Wo finde ich  Sekundärliteratur zu den Werken, mit denen wir uns auseinandersetzen und  wie nutze ich sie? Welche anderen Werkzeuge stehen mir zur Verfügung?  Wie bereite ich ein Referat vor, was ist und zu welchem Zweck verfasst  man eine Hausarbeit? Im Zentrum des Seminars steht aber die Arbeit mit  den genannten Werken Goethes und Lessings sowie die Frage, wie wir heute  Texte lesen sollen, die fast 250 Jahre alt sind und die uns vielleicht  fremd erscheinen.  Dabei werden wir auch einige andere literarische  Texte in unsere Reflexion mit einbeziehen.
Folgende Themenkomplexe werden uns dabei besonders beschäftigen:

• Figuren und Figurenkonstellation im Drama
• Raum und Zeit auf dem Theater
• Literatur und Geschichte
• Moderne und Antike
• Formen der Szenenführung und szenisches Erzählen  
• Selbstaussagen / Selbstdeutungen der Autoren. Was ist ihr Stellenwert?

Die Studierenden sollten vor Beginn des Seminars folgende Textausgabe erwerben:
1. Gotthold Ephraim Lessing: Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in fünf  Aufzügen. Studienausgabe. Stuttgart: Reclam, 2014 (ISBN:  978-3150192627).
2. Johann Wolfgang Goethe: Iphigenie auf Tauris. Kritische Studienausgabe. Stuttgart: Reclam, 2014 (ISBN: 978-3150192689).
(Der Kauf der hier angegebenen Ausgaben ist notwendig, weil wir sehr oft textnah arbeiten werden)

Zum Kauf empfohlen sind darüber hinaus folgende Werke:
Jürgen H. Petersen, Martina Wagner-Egelhaaf: Einführung in die neuere  deutsche Literaturwissenschaft. Ein Arbeitsbuch. 8., neu bearbeitete  Auflage. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2009.
Burkhard Moennighoff, Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken  Literaturwissenschaft. 17. Auflage. Paderborn: Wilhelm Fink, 2015.
Weiterführende Literatur wird während der Seminarsitzungen angegeben.

(S) Novellen und Novellentheorien von Goethe bis Grass

Mo.,  16-18 Uhr, Seminarraum 16 (Raum E.11) [LuWu 2]
Beginn 09.10.2017

Module:
Literatur- und Gattungstheorie B.A./LA
Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordnung) B.A./LA
Literaturgeschichte [17. Jh. bis zur Gegenwart] B.A/LA
Literaturgeschichte 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart (alte Ordn.) B.A./L.A.

Die Diskussionen über die Natur der Novelle und die  Frage, ob es z.B. stichhaltige Unterscheidungen gibt zwischen Erzählung  und Novelle oder zwischen Roman und Novelle, sind so alt wie die Gattung  selbst. In dem Seminar wollen wir uns vor dem Hintergrund der immer  wieder aufflammenden theoretischen Debatten mit einigen deutschen  Novellen der Zeit zwischen Goethe und Grass beschäftigen. Unser  Augenmerk soll dabei u.a. den Novellen gelten, die jeweils als Muster  ihrer Gattung gelten bzw. solchen, die eine gewisse Novellen-Tradition  zu begründen scheinen. Auch soll untersucht werden, ob es sich bei der  Novelle, deren Blütezeit im 19. Jahrhundert zu sein scheint, um eine  veraltete Form handelt, weshalb insbesondere zwei jüngere Exemplare der  Gattung (Martin Walser: Ein fliehendes Pferd, 1978; Günter Grass: Im  Krebsgang, 2002) analysiert und mit älteren Novellen verglichen werden  sollen. Die Frage kann auch anders gestellt werden: wodurch wird eine im  Ausgang des Mittelalters in Italien geprägte Gattung für  zeitgenössische Autoren attraktiv? Lassen sich Kontinuitätslinien,  lassen sich Wandlungen der Erzählhaltung und der behandelten Themen  beobachten?
Teilnahmevoraussetzungen:
1. Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung).
2. Beschaffung und Lektüre von folgenden Werken (in den angegebenen Ausgaben):

1. Johann Wolfgang Goethe: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten. Stuttgart: Reclam 1991. (ISBN: 978-3-15-006558-7)
2. Paul Heyse: L’Arrabiata. Das Mädchen von Treppi. Stuttgart: Reclam 1969 (ISBN: 978-3-15-008301-7)
3. Joseph Roth: Die großen Erzählungen. München: Deutscher Taschenbuch  Verlag, 2014 (ISBN: 978-3-423-14297-7) [darin: Stationschef Fallmerayer.  Novelle]
4. Martin Walser: Ein fliehendes Pferd. Novelle. Frankfurt: Suhrkamp, 1980 (ISBN: 978-3-51-837100-8)
5. Günter Grass: Im Krebsgang. Eine Novelle. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2004 (ISBN: 978-3423131766).
Literatur:
Karl Konrad Polheim: Theorie und Kritik der deutschen Novelle von Wieland bis Musil. Tübingen 1970.
Josef Kunz (Hrsg.): Novelle. Darmstadt 21973 (= Wege der Forschung, 55).
Karl Konrad Polheim: Handbuch der deutschen Erzählung. Düsseldorf 1981.
Benno von Wiese: Novelle. Stuttgart 81982 (Sammlung Metzler).
Hannelore Schlaffer: Poetik der Novelle. Stuttgart 1993.
Germán Garrido Miñambres: Die Novelle im Spiegel der Gattungstheorie. Würzburg 2009.
Rolf Füllmann: Einführung in die Novelle. Darmstadt 2010.
Hugo Aust: Novelle. Stuttgart 52012 (Sammlung Metzler).

SoSe 2017

(S) Theorie und Praxis romantischer Dichtung in Deutschland 1795-1848
Mo. 14-16 Uhr, Seminarraum 21, LuWu 2

  • Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
  • Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17. bis 19. Jahrhundert(alte Ordn.)
  • Modul B.A./LA: Literaturtheorie
  • Modul B.A./LA: Literatur- und Gattungstheorie

max. 30 Teiln.

Was das Romantische ist, ist nicht immer einfach zu bestimmen, gehört doch das Adjektiv romantisch zu den undeutlichen oder zumindest mehrdeutigen Wörtern der deutschen  Sprache. Für uns Germanisten ist dies umso betrüblicher, als die sog. Romantik zu den bedeutendsten Epochen der deutschen Literaturgeschichte gehört;  auch im Ausland scheint die romantische Periode der deutschen Literatur  eine besondere Faszinationskraft zu besitzen. In dem vorliegenden  Seminar werden wir uns also zuerst um eine begriffsgeschichtliche und  literaturgeschichtliche Klärung des Begriffs des Romantischen bemühen,  was in der Tat umso notwendiger ist, als sich die „romantische Schule“  (Heine) schon beim Betreten der literarischen Bühne mit dem Begriff, der  später zur Bezeichnung der gesamten Bewegung benutzt werden sollte,  intensiv auseinandersetzt. Daneben sollen natürlich auch Werke gelesen  und analysiert werden, die von den Repräsentanten der romantischen  Kreise verfasst wurden. Beschäftigen werden wir uns dabei sowohl mit  theoretischen Texten u. a. von August Wilhelm und Friedrich Schlegel,  Novalis, Achim von Arnim, Jacob und Wilhelm Grimm, mit erzählender Prosa  (Novalis, Heinrich von Ofterdingen — J. v. Eichendorff, Das Marmorbild – E.T.A. Hoffmann, Rat Krespel) als auch mit dramatischen Texten (Tieck, Der gestiefelte Kater)  und mit „romantischen“ Gedichten aus den ersten Jahrzehnten des 19.  Jahrhunderts. Einige mit der Romantik assoziierte Begriffe und  Begriffspaare sollen dabei besonders beleuchtet werden: die romantische  Kritik, die romantische Ironie, das romantische Fragment, Kunst- und  Naturpoesie, usw. usf.
Teilnahmevoraussetzung:
1. Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung).
2. Lektüre der im Seminar behandelten Werke und Textauszüge. In der Mitte des Semesters wird ein Lektüretest organisiert werden,  um sicherzustellen, dass alle Studierenden sich den Lesestoff  angeeignet haben und an den Diskussionen im Seminar teilnehmen können.

Pflicht ist die Anschaffung und Lektüre folgender Werke:
Novalis: Heinrich von Ofterdingen. Hrsg. von Andreas Neuhaus. Frankfurt a/ M.: Suhrkamp, 2007(ISBN-13: 9783518188804).
Ludwig Tieck: Der gestiefelte Kater. Kindermärchen in drei Akten mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge. Stuttgart: Reclam, 2016 (ISBN-13: 9783150089163)
Joseph Eichendorff: Das Marmorbild. Hrsg. von Helmut Nobis. Berlin: Suhrkamp, 2015 (ISBN-13: 9783518189351).
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann: Rat Krespel. Die Fermate. Don Juan. Hrsg. von J. Kunz. Stuttgart: Reclam, 2016 (ISBN-13: 9783150052747).

Empfohlene Literatur
Theorie der Romantik. Hrsg. von Herbert Uerlings. Stuttgart: Reclam, 2000. (Auswahl von theoretischen Texten der „romantischen Periode“)
Aktualität der Romantik. Hrsg. von Heinz Ludwig Arnold (= Text + Kritik 143), 1999.
Bernd Auerochs, Dirk von Petersdorff (Hrsg.):  Einheit der Romantik? Zur Transformation frühromantischer Konzepte im 19. Jahrhundert. Paderborn: Schöningh, 2009.
Wolfgang Bunzel (Hrsg.): Romantik. Epoche - Autoren – Werke. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2010.
Detlef Kremer, Andreas B. Kilcher (Hrsg.): Romantik. 4., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Metzler, 2015.


(S) Einführung in die Gedichtanalyse. Schwerpunkt: Goethes Lyrik
Mo. 16-18 Uhr, Seminarraum 21, LuWu 2

  • Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
  • Modul B.A./LA: Gattung und Gattungstheorie (alte Ordn.)

max. 30 Teiln.

Eine Modulleistung kann nur in Form einer Klausur erbracht werden.

Gegenüber erzählenden oder nicht-erzählenden Prosatexten und  gegenüber dramatischen Texten haben Gedichte einige Vorzüge: erstens  sind sie kürzer und zweitens erschließt sich ihr Sinn dem Leser erst  nach mehrmaliger Lektüre. Gedichte sind also Texte, die trotz (oder wegen)  ihrer Kürze von vornherein zur Interpretation herausfordern; hier also  sind die hermeneutischen Kompetenzen des Germanisten gefragt. In dem  vorliegenden Seminar soll das Interpretieren von Gedichten geübt und  einstudiert werden, wobei insbesondere am Anfang technische Aspekte besonders berücksichtigt werden sollen (Analyse des Metrums, des  Reimschemas, Arbeit mit den verschiedenen Gedichtgattungen). In diesem  Semester werden wir Goethes Gedicht­produktion als roten Faden unsere  Arbeit mit „lyrischen“ Texten nutzen. Goethes Gedichte umfassen in der  Tat eine Vielzahl von Textgattungen und Tonarten – zwischen den Hymnen  seiner Jugend, den vielen lyrischen Versuche seiner reiferen Zeit und  den Zeilen, die er in den letzten Jahren seines Lebens schreibt, findet  man sowohl Kontinuitäten als auch Modifikationen und Brüche, denen wir  nachspüren wollen. Dabei werden wir uns sowohl mit sehr bekannten als  auch mit etwas abseitigen Goethe-Texten beschäftigen; daneben  werfen wir auch einige Blicke hinüber zu anderen deutschsprachigen  Dichtern der drei letzten Jahrhunderte.
Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung).
Pflicht ist darüber hinaus die Anschaffung und Lektüre folgender zwei Bücher:
Goethe, Johann Wolfgang: Gedichte. Auswahl und Einleitung von Stefan Zweig. Stuttgart, Reclam: 1967 (Reclam Universalbibliothek 6782; häufige Nachauflagen).
Burdorf, Dieter: Einführung in die Gedichtanalyse. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Metzler, 2015.

Empfohlene Literatur
Deutsche Lyrik. Eine Anthologie. Hrsg. v. Hanspeter Brode, Frankfurt/Main: Suhrkamp 1990. [suhrkamp taschenbuch 1607]
Rudolf Brandmeyer: Die Gedichte des jungen Goethe. Eine gattungsgeschichtliche Einführung. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1998.
Dieter Burdorf: Geschichte der deutschen Lyrik. Einführung und Interpretationen. Stuttgart: Metzler, 2015.
Franz-Josef Holznagel u.a.: Geschichte der deutschen Lyrik. 6 Bände. Stuttgart: Reclam, 2012-2013.
Hans-Werner Ludwig: Arbeitsbuch Lyrikanalyse. 5. Erweiterte und aktualisierte Auflage. Tübingen: Francke, 2005 [UTB 2727]
Andreas Thalmayr [=Hans Magnus Enzensberger]: Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen. Frankfurt a. M.: Eichborn, 2001 (11985).

WiSe 2016/17

(S) Einführung in die Literaturwissenschaft. Am Beispiel von Goethes Leiden des Jungen Werther (1775/1788) (mo 14-16)
Mo 14-16 Uhr,
Ludwig-Wucherer-Str. 2, SR 21

Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext. (Literaturwissenschaft)
max. Teilnehmerzahl 30
In  diesem Seminar sollen am Beispiel von Goethes Leiden des  jungen Werther, des ersten fiktionalen deutschsprachigen Werkes, das eine europaweite Rezeption erfuhr, die Methode(n) und Fragen der literaturwissenschaftlichen bzw. philologischen Arbeit vorgestellt und  (ein)studiert werden. Was bedeutet es für uns, dass es zwei Fassungen des Werther-Romans gibt? Wie kann mit Epochenbegriffen (Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik) gearbeitet werden? Wo finde ich Sekundärliteratur zu Goethes Werther und wie nutze ich sie? Zwar werden wir neben Goethes Roman auch einige andere Texte in unsere Reflexion mit einbeziehen. Das Wichtigste bleibt die Arbeit mit Goethes Roman und die Frage, wie wir heute ein Buch lesen sollen, das fast 250 Jahre alt ist  und uns vielleicht fremd erscheint. Folgende Themenkomplexe werden uns dabei besonders beschäftigen:

• Gattungsprobleme
• Figuren und Figurenkonstellation im Roman
• Raum und Zeit im Roman
• Wie wird die Romangeschichte erzählt?
• Goethes (und Werthers) Schreibstil, Sprache und Sprachkonzeption
• Das Netzwerk der Texte: literarische und außerliterarische   Anspielungen und  Verweise in Goethes Werther (Homer, Ossian, Klopstock, Lessing, usw.)
• Literatur und Religion
• Literatur und Geschichte
• Stationen der Rezeption des Goetheschen Romans in der europäischen Literaturgeschichte, in der Oper und im Film
• Selbstaussagen / Selbstdeutungen des Autors. Was ist ihr Stellenwert?
Die Studierenden sollten vor Beginn des Seminars folgende Ausgabe des Romans erwerben (und lesen!):
Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther. Paralleldruck der Fassungen von 1774 und 1787, hg. von Matthias Luserke. Stuttgart: Reclam, 1999. (ISBN-13: 9783150097625)
(Der Kauf der angegebenen Ausgabe ist notwendig, weil wir sehr oft textnah arbeiten werden)
Zum Kauf empfohlen sind darüber hinaus folgende Werke:
Jürgen H. Petersen, Martina Wagner-Egelhaaf: Einführung in die neuere deutsche Literaturwissenschaft. Ein Arbeitsbuch. 8., neu bearbeitete Auflage. Berlin: Erich Schmidt Vermag, 2009. (ISBN-13: 9783503098804)
Burkhard Moennighoff, Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 17. Auflage. Paderborn: Wilhelm Fink 2015.

(S) Fantastische Literatur am Anfang des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts.Theorie, Kontext, Motive (di 14-16)
Texte von Fouqué, E.T.A.Hoffmann, Achim von Arnim, Gustav Meyrink und Leo Perutz
Di. 14-16 Uhr, Ludwig-Wucherer-Str. 2, SR 21
Modul B.A./LA: Literatur- und Gattungstheorie
Modul B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul B.A./LA: Literaturtheorie (alte Ordnung)
max. Teilnehmerzahl 30
Besonders seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts gehört die u.a. in der Folge der englischen gothic novels sich entwickelnde Fantastik zu einer der beliebten Zeit von der literaturwissenschaftlichen Forschung als Trivialliteratur abgetan und stiefmütterlich behandelt wurde. Gerade in letzter Zeit hat diese Form der Literatur einen bemerkenswerten internationalen Aufschwung erlebt. In dem Seminar wollen wir uns mit einigen „klassischen“ deutschsprachigen Texten auseinandersetzen, die innerhalb  der Gattung der Fantastik von Bedeutung sind: Fouqués Undine (1811), Hoffmanns Sandmann (1816), Arnims Isabella von Ägypten (1812), Meyrinks Golem (1914) sowie Der Meister des Jüngsten Tages (1923) von Leo Perutz. Von Interesse für unseren Blick auf die im Seminar gelesenen Werke werden besonders Sigmund Freuds Bestimmung des „Unheimlichen“ und die gattungstheoretischen Überlegungen Tzvetan Todorovs sein – daneben werden uns aber auch die für diese Gattung typischen Motive und Figuren sowie der geschichtliche und literaturgeschichtliche Kontext der besprochenen Werke beschäftigen.
Teilnahmevoraussetzungen:
1. Übernahme eines Impulsreferates oder eines Sitzungsprotokolls (Studienleistung).
2. Beschaffung und Lektüre von folgenden Werken (in den angegebenen Ausgaben): Tzvetan Todorov: Einführung in die fantastische Literatur. Berlin: Klaus Wagenbach Verlag, 2013.
Friedrich de la Motte Fouque: Undine. Stuttgart: Reclam, 2015. ISBN-13: 9783150004913]
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann: Der Sandmann. Das öde Haus. Husum: Hamburger Lesehefte, 1990. [ISBN-13: 9783872911735]
Achim von Arnim: Isabella von Ägypten, Kaiser Karl des Fünften erste Jugendliebe. Erzählung. Stuttgart: Reclam 2014 [ISBN-13: 9783150088944]
Gustav Meyrink,: Der Golem. Hg. von Axel Dunker. Stuttgart: Reclam, 2015. [ISBN-13: 9783150193440]
Leo Perutz: Der Meister des Jüngsten Tages. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2003. [ISBN-13: 9783423131124]
Weitere Literatur:
Sigmund Freud: Das Unheimliche. In: S. Freud: Studienausgabe. Bd. IV: Psychologische Schriften. Hg. von Alexander Mitscherlich, Angela Richards, James Strachey. Frankfurt am Main: Fischer, 2000, S. 241-274.
Uwe Durst: Theorie der phantastischen Literatur. Berlin 2007.
Christian W. Thomsen, Jens Malte Fischer (Hrsg.): Phantastik in Literatur und Kunst. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1985.
Thomas Wörtche: Phantastik und Unschlüssigkeit: Zum strukturellen  Kriterium eines Genres. Untersuchungen an Texten von Hanns Heinz Ewers  und Gustav Meyrink. Meitingen: Corian, 1987.
Marianne Wünsch: Die Fantastische Literatur der Frühen Moderne (1890–1930). Definition, denkgeschichtlicher Kontext, Strukturen. München: Fink, 1991.

SoSe 2016

(S) Einführung in die Lyrikanalyse.
Schwerpunkt: Gedichte von Klopstock bis Brecht (fr 12-14)
Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 18
Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordn.)

Gerade das, was vielleicht das Charakteristische des Gedichts als  Ausdrucksform ausmacht, kann aus germanistischer Perspektive auch als  sein Vorzug gelten; das Gedicht bietet als normalerweise von der Prosa  unterschiedene Gattung Verständnisschwierigkeiten, von denen wir in  unserer Untersuchung der Lyrik ausgehen wollen. Das Gedicht ist eine  ‚widerständige‘ Textsorte – es zwingt den Leser dazu, seinen  Leserhythmus zu verlangsamen, einige Textstellen mindestens zwei Mal zu  lesen und den gesamten Text eingehend zu beobachten, um Sinnhypothesen  aufzustellen. In dem Seminar wollen wir anhand von Texten des 18., 19.  und 20. Jahrhunderts diese textbefragende Haltung einüben. Dabei wollen  wir uns natürlich mit den Wortfeldern und den Bildern beschäftigen, die  in den lyrischen Texten angeboten werden. Ein besonderes Augenmerk wird  aber auch dem ‚technischen‘ Aspekt der Gedichtanalyse gelten, d.h.  der Arbeit mit den verschiedenen, mehr oder weniger kodifizierten  Gedichtformen, mit dem Reimschema und mit der deutschen Metrik.  Gleichzeitig soll auch die Vielfalt der poetischen Produktion deutscher  Sprache seit dem 18. Jahrhundert exemplarisch beleuchtet werden.
Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung).
Pflicht ist darüber hinaus die Anschaffung und Lektüre des folgenden Werkes:Burdorf, Dieter: Einführung in die Gedichtanalyse. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Metzler, 2015.
Empfohlene Literatur
Deutsche Lyrik. Eine Anthologie. Hrsg. v. Hanspeter Brode, Frankfurt/Main: Suhrkamp 1990. [suhrkamp taschenbuch 1607]
Burdorf, Dieter: Geschichte der deutschen Lyrik. Einführung und Interpretationen. Stuttgart: Metzler 2015.
Holznagel, Franz-Josef u.a:, Geschichte der deutschen Lyrik. 6 Bände. Stuttgart: Reclam 2012-2013.
Ludwig, Hans-Werner: Arbeitsbuch Lyrikanalyse. 5. Erweiterte und aktualisierte Auflage. Tübingen: Francke 2005 [UTB 2727]
Thalmayr, Andreas [=Hans Magnus Enzensberger]: Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen. Frankfurt/Main: Eichborn 2001 (11985).

(S) Einführung in die Erzähltheorie
Schwerpunkt: Erzählungen des 19. und des 20. Jahrhunderts (fr 14-16)
Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 18
Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordn.)

Die Narratologie bzw. Erzähltheorie, die sich insbesondere seit dem  zweiten Weltkrieg ausgeformt hat, ist mittlerweile ein fester  Bestandteil jedes literaturwissenschaftlichen Studiums. In der Tat  bietet sie uns Werkzeuge, mit deren Hilfe wir erzählende Texte besser  interpretieren und die vielfältigen Formen der Erzählung leichter  einordnen können. Erzählende Prosatexte sind ja gerade wegen ihrer  anscheinenden Evidenz ‚gefährliche‘ Objekte: wir werden dazu verführt,  uns nur mit dem Inhalt oder Gegenstand der Erzählung zu beschäftigen und  darüber zu vergessen, wie der Erzähler das fiktive Geschehen  vorträgt. In dem Seminar werden wir uns vornehmlich mit der  Erzähltheorie Gérard Genettes beschäftigen, uns aber auch anderen  narratologischen Theorieangeboten zuwenden. Darüber hinaus wollen wir u.a.  drei Erzählungen lesen und analysieren, die es uns ermöglichen sollen,  die Leistung der in der Erzähltheorie gewonnenen Kategorien zu  überprüfen: Goethes Mann von funfzig Jahren aus Wilhelm Meisters Wanderjahren (1821/1829), Adalbert Stifters Hagestolz (1845) sowie Leonhard Franks Karl und Anna (1926),  womit ein Jahrhundert deutschsprachiger Erzählprosa zwar nicht  abgebildet, aber wenigstens exemplarisch angeschnitten werden soll.
Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung).
Pflicht ist darüber hinaus die Anschaffung und Lektüre folgender Werke:
Genette, Gérard: Die Erzählung. 3., durchgesehene und korrigierte Auflage. Paderborn : Fink 2010 (ISBN: 978-3770529230).
Goethe, Johann Wolfgang von: Der Mann von funfzig Jahren. Frankfurt: Insel 2007 (ISBN: 978-3458349006).
Stifter, Adelbert: Der Hagestolz. Erzählung. Stuttgart: Reclam 2015 (ISBN: 978-3150041949).
Frank, Leonhard: Karl und Anna. Erzählung. Stuttgart: Reclam 2015 (ISBN: 978-3150089521).

SoSe 2015

(S) Historische Dramen am Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts (Egmont, Wallenstein, Wilhelm Tell, etc.)  (fr 14-16)
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart] Modul  B.A./LA: Literaturgeschichte. 17. bis 19. Jahrhundert (alte Ordn.)
Modul  B.A./LA: Literaturtheorie
Seminarraum 18 (Raum 1.11) [LuWu 2]
Dass  geschichtliche Krisen sich besonders gut auf dem Theater darstellen lassen, ist ein Gemeinplatz der europäischen Dramentheorie seit der Renaissance. Vor dem Hintergrund der in Deutschland und in anderen europäischen Ländern in der frühen Neuzeit entwickelten Poetiken soll in dem Seminar untersucht werden, wie Goethe und Schiller an der Wende des 18. und des 19. Jahrhunderts geschichtliche Ereignisse auf das Theater  zu transportieren suchen. Dabei soll nicht nur das Geschichtsverständnis der beiden Autoren untersucht werden, es sollen gleichzeitig ihre dramentheorischen Konzeptionen so wie ihre literaturgeschichtlichen Modelle analysiert werden. Um das Besondere der Stücke Goethes und Schillers zu erkennen, sind darüber hinaus Seitenblicke auf englische und französische Texte sicherlich hilfreich.
Teilnahmevoraussetzungen: Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung); das Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen. Textgrundlage des Seminars sind (in den angegebenen Ausgaben anzuschaffen und möglichst schon vor der ersten Sitzung zu lesen):
Johann Wolfgang Goethe: Egmont. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Stuttgart: Reclam, 2014. [UB 75]
Friedrich Schiller: Wallenstein I. Wallensteins Lager. Die Piccolomini, Stuttgart: Reclam, 2015. [UB 41]
Friedrich Schiller: Wallenstein II. Wallensteins Tod, Stuttgart: Reclam, 2015. [UB 42]
Friedrich Schiller: Wilhelm Tell. Schauspiel. Stuttgart: Reclam, 2004. [UB 12]
Sekundärliteratur
(eine ausführliche Bibliographie wird in den ersten Sitzungen ausgegeben]
Dieter Borchmeyer: Macht und Melancholie. Schillers Wallenstein. Frankfurt/Main: Athenäum, 1988.
Daniel Fulda, Silvia Serena Tschopp (Hrsg.): Literatur und Geschichte.  Ein Kompendium zu ihrem Verhältnis von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Berlin: de Gruyter, 2002.
Walter Hinck (Hg.): Geschichte als Schauspiel: deutsche Geschichtsdramen, Interpretationen. Frankfurt/Main: Suhrkamp. 1981.
Dirk Niefänger: Geschichtsdrama der Frühen Neuzeit. 1495-1773. Tübingen: Niemeyer 2005.
Jürgen Schröder: Geschichtsdramen. Die „deutsche Misere“ von Goethes „Götz“ bis Heiner Müllers „Germania“? Eine Vorlesung. Tübingen: Stauffenburg, 1994.

(S) Einführung in die Gedichtanalyse  (fr 12-14)
Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordn.)
Seminarraum 20 (Raum 2.11) [LuWu 2]
Die Analyse von Gedichten gehört zu den „Kernkompetenzen“ des Literaturwissenschaftlers, nicht nur weil Gedichte sich von dem geschäftsmäßigen Diskurs des Alltags besonders deutlich abzuheben scheinen und in der öffentlichen Wahrnehmung geradezu als Verkörperung des Literarischen gelten, sondern weil an der Erläuterung von lyrischen Texten beispielhaft gelernt kann, was es bedeutet, einen Texte zu lesen oder, wie Nietzsche schreibt, „das Lesen als Kunst zu üben“.
In dem vorliegenden Seminar sollen alle Aspekte der Interpretation von Gedichten berücksichtigt werden; beschäftigen sollen uns die verschiedenen Gattungen der Lyrik, die Sprache des Gedichts, die Metrik, die poetischen Figuren und Motive, usw. Gleichzeitig soll aber auch die Vielfalt der poetischen Produktion deutscher Sprache seit dem 17.  Jahrhundert exemplarisch beleuchtet werden.
Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung); das Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen.
Anzuschaffen ist folgende Anthologie: Deutsche Lyrik: Eine Anthologie. Hrsg. v. Hanspeter Brode, Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1990. [suhrkamp taschenbuch 1607]
Empfohlene Literatur
Dieter Burdorf: Einführung in die Gedichtanalyse. 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage.
Stuttgart: Metzler, 1997 [Sammlung Metzler 284].
Hans-Werner Ludwig: Arbeitsbuch Lyrikanalyse. 5. Erweiterte und aktualisierte Auflage. Tübingen: Francke, 2005 [UTB 2727]
Andreas Thalmayr [=Hans Magnus Enzensberger]: Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen. Frankfurt/Main: Eichborn, 2001 (11985).

WiSe 2015/16

(S) Einführung in die Literaturwissenschaft: Schwerpunkt: Narratologie, Erzählungen Arthur Schnitzlers (di 14-16) Seminarraum 16 (Raum E.11) [LuWu 2]
Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext
Was ist Literatur, was bedeutet, zu welchem Zweck und wie studiert man Literaturwissenschaft? Wie liest man einen Text? Welche Aspekte  sollten dabei besonders beachtet werden? Welches sind die Methoden der literaturwissenschaftlichen Arbeit? Was ist Stilistik, Poetik, Rhetorik, Narratologie, usw.? Um diese Fragen zu beantworten, werden wir uns mit verschiedenen Texten, mit verschiedenen Epochen der Literaturgeschichte und mit verschiedenen literarischen Gattungen und Textsorten auseinandersetzen. Das Spannende hierbei ist natürlich, dass Texte immer von verschiedenen Blickpunkten aus betrachtet werden können und dass  sie, wegen ihrer oft verwirrenden Mehrdeutigkeit und Polyphonie, auf vielerlei Weise interpretiert werden.
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit wird dabei auf die Analyse von erzählenden Texten liegen; hierzu sollen insbesondere einige Erzählungen Arthur Schnitzlers (1862-1931) gelesen und interpretiert werden, die es uns erlauben sollen, einen Blick zu werfen auf die Vielfalt der Erzählformen und Erzählweisen.
Um an diesem Seminar teilnehmen zu können, müssen vor Beginn des Seminars unbedingt folgende zwei Bücher angeschafft werden:
• Benedikt Jeßing, Ralph Köhnen: Einführung in die Neuere deutsche  Literaturwissenschaft. 3. Auflage. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2012.
• Arthur Schnitzler: Die großen Erzählungen. Stuttgart: Reclam 2012. [Bitte achten Sie bei diesem Titel darauf, die hier genannte Ausgabe zu erwerben, da andere Verlage unter demselben Titel (Die großen Erzählungen) ebenfalls eine Auswahl von Erzählungen Schnitzlers herausgegeben haben) Weiterführende Literatur wird während der Seminarsitzungen angegeben.

(S) Theater, Sprach- und Dramentheorie des „Sturm und Drang“. Werke und Texte von Herder, Goethe, Lenz und Heinrich Leopold Wagner (fr 14-16) Seminarraum 5 (Raum E.61) [EA 26-27]
Modul  B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul B.A/LA:  Literaturgeschichte. 17. bis 19.  Jahrhundert (alte Ordnung) Modul  B.A./LA: Literaturtheorie

Der „Sturm und Drang“ spielt in der deutschen Literaturgeschichte insofern eine besondere Rolle, als es anderswo in Europa für diesen Epochenbegriff wohl kein Äquivalent gibt. Darüber hinaus sind die Jahre des „Sturm und Drang“ (ca. 1770-1785) auch Jahre des Aufbruchs-Jahre, in denen bedeutende Werke Herders, Goethes, Lenz’ und Schillers publiziert werden, die für die Periode des Klassik und der Romantik und noch für den Vormärz durchaus wegweisend sind. Was aber ist der  Sturm und Drang? Was passiert in dieser so „stürmischen“ Zeit? Welches sind die Beziehungen des Sturm und Drang zu den verschiedenen Tendenzen der Aufklärung?
Um dies zu erforschen, wollen wir uns insbesondere der Theaterproduktion und der Theatertheorie der siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts zuwenden, aber auch die mit der Theatertheorie der Zeit verbundene Sprachtheorie Herders untersuchen. Denn das Auffallende an der Produktion der jungen Autoren, die in diesen Jahren ihre ersten Texte publizieren, ist der auch in der Sprache überall greifbare Gestus des Aufbegehrens und der Revolte-der Wille, gesellschaftliche und ästhetische Konventionen und Tabus aufzubrechen. Dieser Gestus hat dann auch schon bei den Zeitgenossen Widerspruch und Spott ausgelöst.
Einige Texte Herders und Lichtenbergs werden am Anfang des Seminars in einem Textkonvolut zugänglich gemacht, die anderen Texte, mit denen wir uns beschäftigen wollen (s. unten), sind von den Studierenden in den preiswerten und handlichen Reclam-Ausgaben zu beschaffen.
Teilnahmevoraussetzungen:
1. Übernahme eines Impulsreferates oder eines Sitzungsprotokolls (Studienleistung).
2. Beschaffung und Lektüre von folgenden Werken (in den angegebenen Ausgaben) :
Johann Wolfgang Goethe: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Stuttgart: Reclam, 1987. [Reclams Universalbibliothek  71]
Herder-Goethe-Frisi-Möser: Von Deutscher Art und Kunst. Einige fliegende Blätter Stuttgart: Reclam, 2014. [Reclam Universalbibliothek 19102]
Jakob Michael Reinhold Lenz: Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung. Eine Komödie. Stuttgart: Reclam, 1989. [Reclams Universalbibliothek 1376]
Jakob Michael Reinhold Lenz: Anmerkungen übers Theater. Shakespeare-Arbeiten und Shakespeare-Übersetzungen. Stuttgart: Reclam, 2014. [Reclams Universalbibliothek 19135]
Heinrich Leopold Wagner: Die Kindermörderin. Ein Trauerspiel. Stuttgart: Reclam, 1986 [Reclams Universalbibliothek 5698].
Weiterführende Literatur wird in den ersten Seminarsitzungen angegeben; wichtige Sekundärliteratur wird im Handapparat zu diesem Seminar bereitgestellt.

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