Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Frühere Lehrveranstaltungen

WiSE 2015/16

(S) Johann Joachim Winkelmann. Leser, Gelehrter, Schriftsteller (mo 12-14)
Prof. Elisabeth Décultot/ Dr. Martin Dönike

LuWu 2 - Seminarraum 16. E.11
Modul Master/LA Gym.: Literaturgeschichte
Modul Master/LA Gym.: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)

Die Karriere des Gelehrten und Kunstschriftstellers J. J. Winckelmann (1717-1768)   erschien schon seinen Zeitgenossen als eine Art Wunder: Aus Stendal   stammend, wo er als Schustersohn in ärmlichsten Verhältnissen geboren   wurde, führte ihn sein Weg über Halle, Jena, Seehausen und Dresden nach   Rom, wo er als Begründer der archäologischen und kunsthistorischen   Wissenschaften zu einer europäischen Berühmtheit werden sollte. Trotz   der Einzigartigkeit dieses von solch einem Erfolg gekrönten  Lebenslaufs,  können die einzelnen Stationen von Winckelmanns  intellektueller  Biographie zugleich als typisch für den Werdegang eines  Gelehrten und   Schriftstellers in der Mitte des 18. Jahrhunderts  gelten. Ziel des  Seminars ist es, die Entwicklung Winckelmanns vom  Schüler und Studenten  über die Tätigkeit als (Haus-)Lehrer zum  Gelehrten und Schriftsteller  nachzuzeichnen und an diesem Beispiel die  Voraussetzungen, Möglichkeiten  und Grenzen intellektueller Biographien  zur Zeit der Aufklärung  deutlich werden zu lassen.

Literatur
É. Décultot, Untersuchungen zu Winckelmanns Exzerptheften. Ein Beitrag zur Genealogie der Kunstgeschichte im 18. Jahrhundert, übers. von W. von Wangenheim und R. M. Hofter, Ruhpolding, 2004.

M. Disselkamp, Die Stadt der Gelehrten. Studien zu J. J. Winckelmanns Briefen aus Rom, Tübingen, 1993.

K. Harloe, Winckelmann and the Invention of Antiquity: History and Aesthetics in the Age of Altertumwissenschaft, Oxford u.a. 2013.

C. Justi, Winckelmann und seine Zeitgenossen, 3 Bde., Leipzig, 1898 (Erstveröffentlichung unter dem Titel : Winckelmann, sein Leben, seine Werke und seine Zeitgenossen, 3 Bde., Leipzig, 1866-1872).

I. Kreuzer, Studien zu Winckelmanns Ästhetik. Normativität und historisches Bewußtsein, Berlin, 1959.

A. Potts, Flesh and the Ideal : Winckelmann and the Origins of Art History, New Haven, 1994.

J. Schloemann: Johann Joachim Winckelmann – „edle Einfalt, stille     Größe“, in: Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike, hg. von     Elke Stein-Hölkeskamp und Karl-Joachim-Hölkeskamp, München 2010, S. 524-537, 659-661.

L. Uhlig, Hrsg., Griechenland als Ideal. Winckelmann und seine Rezeption in Deutschland, Tübingen, 1988.

SoSe 2015

(S) Das Laokoon-Paradigma 1750-1850 (mo 10-12)
Seminarraum 20, Raum 2.11, Lu-Wu-2
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte [17. Jh. bis zur  Gegenwart]
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. 17. bis 19. Jahrhundert (alte Ordn.)
Modul B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul Master: Literatur und Ästhetik II

Bereits von dem römischen Historiker Plinius wurde die antike Laokoongruppe, die den Todeskampf des trojanischen Priesters Laokoon und seiner beiden Söhne darstellt, als ein allen anderen Werken der Plastik und Malerei vorzuziehendes Werk („opus omnibus et picturae et statuariae artis preferendum“) bezeichnet. Seit ihrer Wiederentdeckung im Jahre 1506 hat die heute in den Vatikanischen Museen befindliche Marmorskulptur einen bedeutenden Einfluss auf die Kunst und Kunsttheorie der Neuzeit ausgeübt. Im Deutschland des 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde sie zum Gegenstand des sogenannten Laokoonstreits, in dessen Rahmen solche für die Ästhetik zentrale Fragen wie die nach der Darstellung der Leidenschaften, dem „prägnanten Moment“, der Beschreibbarkeit von Kunstwerken sowie, nicht zuletzt, dem Unterschied zwischen den Ausdrucksmöglichkeiten der bildenden Kunst und der Literatur diskutiert wurden.

Ziel des SE ist es, diesen Streit um Laokoon in seinen wichtigsten Stationen – von der Beschreibung Winckelmanns und der Replik Lessings über die Einlassungen Herders, Heinses, Moritz’, Schillers und Goethes, der Brüder Schlegel und Novalis’ bis hin zu Hegel und Schopenhauer – zu verfolgen und durch die intensive Lektüre der Texte eines der für die ästhetische Theoriebildung von Klassik und Romantik zentralen Paradigmen genauer kennenzulernen.

Literaturhinweis zur Einführung in das Thema: Udo Kultermann: Geschichte der Kunstgeschichte. Der Weg einer Wissenschaft, München 1996, S. 47-52; Joachim Rees: Ethos und Pathos. Der Apoll vom Belvedere und die Laokoon-Gruppe im Spektrum von Kunsttheorie und Antikenrezeption im 18. Jahrhundert, in: Wettstreit der Künste. Malerei und Skulptur von Dürer bis Daumier, Ausstellungskatalog, hg. von Ekkehard Mai und Kurt Wettengl, München 2002, S. 153-169; Simon Richter: Laocoon’s Body and the Aesthetics of Pain. Winckelmann, Lessing, Herder, Moritz, Goethe, Detroit 1992.

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