Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Frühere Lehrveranstaltungen

WiSe 2018/19

(S+V) Germanistik in Halle: Wissenschafts- und Fachgeschichte zus. mit Prof. E. Décultot

Seminar
Montag, 14-16 Uhr, 14-tägig (ab 15.10.2018)
(15.10.18; 29.10.18; 12.11.18; 26.11.18; 10.12.18; 7.1.19; 21.1.; 4.2.; 11.2.)

Das Seminar steht in Verbindung mit einer öffentlichen Vortragsreihe,   an der die Teilnehmer des Seminars verbindlich teilnehmen müssen.

Vortragsreihe
Montag, 18-20 Uhr, 14-tägig (ab 22.10.2018)
(22.10.18; 5.11.18; 19.11.; 3.12.18; 17.12.18; 14.1.19; 28.1.19)

Module:

  • Literaturgeschichte 17. Jahrhundert bis Gegenwart (BA/LA)
  • Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)
  • Literatur und Gattungstheorie (BA/LA)
  • Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik + Vertiefungsmodul (MA)
  • Literaturgeschichte + Vertiefungsmodul (MA/LA)
  • Literatur und Ästhetik II (MA)
  • Kulturelle Diskurse (MA/LA)
  • Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung (MA KdA) (Päd)
  • Wissen und Wissenstransfer (MA KdA) (MKS)

Das Seminar und die Vortragsreihe führen ein in die (Fach-)Geschichte und die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Germanistik. Nach einer grundsätzlichen Verständigung darüber, weshalb die Herkunft und Genese des Faches für die eigene wissenschaftliche Ausbildung und Schwerpunksetzung von Bedeutung ist, soll der Versuch unternommen werden, die Anfänge des akademischen Interesses für Sprache und Literatur zu lokalisieren und zu verstehen. Klar ist, dass sich lange vor der Gründung des ‚Seminars für deutsche Philologie‘ an der Universität Halle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Forschungs- und Lehrpraxis etabliert hatte, die wir mit unseren heutigen germanistischen Interessen in Verbindung bringen können. Die  tiefgreifenden Transformationen germanistischer Forschung und Lehre (und des institutionellen Rahmens) zwischen Reichsgründung und dem mittleren 20. Jahrhundert sollen in Seminar und Vortragsreihe außerdem zur Sprache kommen. In Frage steht: Wie verändert sich Literatur- und Sprachforschung im Zeitalter der Extreme, zunächst in der Weimarer Republik, dann im Nationalsozialismus? Welche ‚Gesichter‘ trägt die Germanistik im geteilten Deutschland?

Die Geschichte der Germanistik in Halle ist bislang wenig erforscht. Das Lern- und Erfahrungspotential der Wissenschaftsgeschichte soll in diesem Seminar experimentell und forschend ergründet werden. Arbeitseinheiten im Universitätsarchiv und in den Historischen Sammlungen der UB sollen dazu dienen, unmittelbaren Zugang zu den Quellen zu erhalten und eigenständige Forschungsfragen in Auseinandersetzung mit dem Material zu entwerfen.

Seminar und Vortragsreihe finden im Wechsel statt. Im Rahmen der Vortragsreihe sprechen sieben auswärtige Referenten über zentrale Gesichtspunkte der Fachgeschichte sowie über markante historische Konstellationen der Halleschen Universitätsgermanistik.

Zur Einführung empfehlen wir:

  • Rainer Kolk: [Art.] Wissenschaftsgeschichte (2). In: Klaus Weimar (Hg.), Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York 1997–2003. Bd. 3.
  • Christoph König, Hans-Harald Müller, Werner Röcke (Hg.): Wissenschaftsgeschichte der Germanistik in Porträts. Berlin, New York 2000.
  • Manfred Lemmer: Deutsche Sprache und Literatur an den Universitäten Wittenberg und Halle (1502-1945). In: Hermann-Josef Rupieper (Hg.), Beiträge zur Geschichte der Martin-Luther-Universität 1502–2002. Halle 2002, 147-166.
  • Klaus Weimar: Geschichte der deutschen Literaturwissenschaft bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. München 22003.

SoSe 2018

(S) Franz Kafka – seine Editoren, seine Interpreten (Blockseminar) SR Indologie


(Emil-Abderhalden-Str. 9)

Module:
Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart] (BA/LA)
Literatur und Gattungstheorie (BA/LA)
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)

max. Teiln. 30

Vorbesprechung:
Dienstag, 3. April 2018 (9.00–10.00), LuWu 2, Raum 1.10

Seminarsitzungen:
Freitag, 13. April (9.00­–12.00), SR Indologie (EAS9)
Freitag, 4. Mai 2018 (9.00–15.00), SR Indologie (EAS9)
Freitag, 1. Juni 2018 (9.00–15.00); SR Indologie (EAS9)
Freitag, 15. Juni 2018 (9.00–15.00); SR Indologie (EAS9)
29. Juni 2018 (9.00–15.00); SR Indologie (EAS9)

Nachbesprechung (Hausarbeiten):
Freitag, 6. Juli 2018 (9.00–10.00) SR Indologie (EAS9)

Im Zentrum des Seminars stehen eigene Lektüren ausgewählter Erzählungen Franz Kafkas aus allen Schaffensphasen. Das Seminar bezieht sich gleichermaßen auf publizierte Texte wie auf nachgelassene Entwurfshandschriften. Neben dem spannungsreichen Verhältnis von Edition und Interpretation interessieren uns wirkmächtige Auslegungen, die wir mit unseren eigenen Lektüren konfrontieren werden.

Die Teilnahme an der Vorbesprechung (3. April 2018, 9.00–10.00) ist obligatorisch; dort werden die zu lesenden Texte Kafkas einschließlich der grundlegenden Ausgaben vorgestellt sowie das Seminarkonzept ausführlich erörtert.

Gute Kenntnisse der literarischen Texte (als unabdingbare Teilnahmevoraussetzung) werden im Rahmen eines halbstündigen Lektüretests zu Beginn der zweiten Sitzung (4. Mai 2018) geprüft.

Wissenschaftliche Ausgaben:

  • Jürgen Born, Gerhard Neumann, Malcolm Pasley, Jost Schillemeit (Hg.), Franz Kafka. Kritische Ausgabe. Schriften, Tagebücher, Briefe. Frankfurt am Main 1982-2013 [KA].
  • Hans-Gerd Koch (Hg.), Franz Kafka. Gesammelte Werke in 12 Bänden in der Fassung der Handschrift. Frankfurt am Main 1983.

Einführende Forschungsliteratur:

  • Bernd Auerochs, Manfred Engel (Hg.), Kafka-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart, Weimar 2010.
  • Peter Beicken, Franz Kafka. Eine kritische Einführung in die Forschung. Frankfurt am Main 1974.
  • Hartmut Binder, Kafka-Kommentar (I) zu sämtlichen Erzählungen. München 1990; ders., Kafka-Kommentar (II) zu den Romanen, Rezensionen, Aphorismen und zum Brief an den Vater. München 1990.
  • Roland Reuß, Lesen, was gestrichen wurde. Für eine historisch-kritische Kafka-Ausgabe, in: Roland Reuß    , Peter Staengle     (Hg.), Franz Kafka. Historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte. Frankfurt am Main, Basel 1995, 9-24.
  • Rainer Stach, Kafka. Die Jahre der Entscheidungen. Frankfurt am Main 2002; ders., Kafka. Die Jahre der Erkenntnis. Frankfurt am Main 2008; ders., Kafka. Die frühen Jahre. Frankfurt am Main 2014.
  • Joachim Unseld, Franz Kafka. Ein Schriftstellerleben. Frankfurt am Main 1984.

(S) Aufklärung zwischen Öffentlichkeit und Zensur
(deutsch- französische Perspektiven) (Blockseminar)

Module:
Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart] (BA/LA)
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)
Literatur und Ästhetik II (MA KdA)

max. Teiln. 15

Vorbesprechung:
Dienstag, 3. April 2018 (17.00–18.00), Germanistisches Institut, Besprechungsraum (Raum 1.10.0) [LuWu 2].

Seminarsitzungen:
Freitag, 13. April 2018 (14.00–18.00)
Dienstag, 08. Mai 2018 (10.00–18.00)
Freitag, 18. Mai 2018 (10.00–18.00)
stets im IZEA,(Christian-Thomasius-Zimmer).

Nachbesprechung:
Freitag, 6. Juli 2018 (10.00–11.00), Germanistisches Institut, Besprechungsraum (Raum 1.10.0) [LuWu 2].

Die Begriffe ‚Öffentlichkeit‘ und ‚Zensur‘ implizieren komplexe  soziale Ordnungen und Praktiken, die sowohl zur Beschreibung des Zeitalters der historischen Aufklärung wie für die Gegenwart des 21. Jahrhunderts von größter Relevanz sind. Für Immanuel Kant hing der  Erfolg von ‚Aufklärung‘ (als einem noch unabgeschlossenen Projekt)  wesentlich davon ab, dass Individuen in einen öffentlichen Austausch  treten und ihre Ideen dabei frei zirkulieren lassen können. Zugleich  kennen wir berühmte Autoren der Aufklärung, die – mit z.T.  bemerkenswerten Argumenten – als Apologeten der ‚Zensur‘ öffentlich in  Erscheinung traten. Und bereits Thukydides wusste, dass ‚Öffentlichkeit‘ das Lebenselixier der Demokratie darstellt, die Verführbarkeit durch Demagogen aber auch zur existenzbedrohenden Gefahr werden kann.

Ungeachtet dieser Irritationen bleibt die ideale Vorstellung, dass aufgeklärte Bürger die Öffentlichkeit suchen und ihre Gedanken uneingeschränkt publizieren sollen, woraufhin Qualität und Gültigkeit gleichsam öffentlich geprüft werden können, bestehen. Der Entstehung  dieser Strukturen öffentlicher Meinung und literarischer Kommunikation im 18. Jahrhundert gilt das grundlegende Interesse des Seminars. Die zu entwickelnde Analyse historischer Sachverhalte verbindet sich mit Erkenntnisinteressen, die politische Haltungen und Handlungsoptionen der Gegenwart betreffen. So steht beispielsweise in Frage, ob die geplante Entfernung des öffentlich präsentierten Gedichts ‹avenidas› Eugen  Gomringers als „eine Niederlage der Kunst, der Freiheit, der Toleranz“  und als Zensur, die „nicht der Aufklärung, sondern dem Gegenteil: einer exklusiven Ignoranz [dient]“, anzusehen ist (so Alexander Kissler: Streit um Eugen Gomringer. Der Geist der Unfreiheit drängt auf die  Fassaden. Cicero, 25. Januar 2018).

An historischen wie gegenwärtigen Beispielen gilt es also, Komplexität und Varianz der eingeführten Begriffe zu vergegenwärtigen.

Das Seminar ist als Blockveranstaltung konzipiert. Im Rahmen der Sitzung am 8. Mai 2018 findet das Gespräch gemeinsam mit Kommilitonen  sowie zwei Hochschullehrern der Université Rennes II statt; im Plenum werden deutsche und französische Perspektiven komparatistisch eingeholt.

Die Teilnahme an der Vorbesprechung (3. April 2018, 17.00–18.00)  ist obligatorisch; dort sollen die zu lesenden Primärtexte vorgestellt, das Seminarkonzept ausführlich erörtert und Aufgaben im Rahmen der Seminargestaltung verteilt werden.

Grundlegende und einführende Literatur:

  • Art. Aufklärung (Heinz Thoma), Deutsche Aufklärung (Rainer Godel), Französische Aufklärung (Heinz Thoma), Öffentlichkeit (Nina Birkner, York-Gothart Mix), Zensur (Wilhelm Haefs). In: Heinz Thoma (Hg.), Handbuch Europäische Aufklärung. Begriffe – Konzepte – Wirkung. Stuttgart, Weimar 2015.
  • Wilhelm Haefs, Zensur im Alten Reich des 18. Jahrhunderts. Konzepte, Perspektiven und Desiderata der Forschung. In: ders., York-Gothart Mix (Hg.), Zensur im Jahrhundert der Aufklärung. Geschichte – Theorie – Praxis. Göttingen 2007, S. 389-424.
  • Annette Meyer, Die Epoche der Aufklärung. Berlin, Boston 22018, hier Kapitel 8: »Orte der Aufklärung: Öffentlichkeit und Untergrund«, S. 111-124.
  • York-Gothart Mix, Zensur im 18. Jahrhundert. Prämissen und Probleme der Forschung. In: Wilhelm Haefs, ders. (Hg.), Zensur im Jahrhundert der Aufklärung. Geschichte – Theorie – Praxis. Göttingen 2007, S. 11-23.
  • York-Gothart Mix, Kunstfreiheit und Zensur in der Bundesrepublik.  Einleitende Thesen zu einem gegenwartsbezogenen problematisierten  Zensurverständnis. In: ders. (Hg.), Kunstfreiheit und Zensur in der  Bundesrepublik. Berlin, Boston 2014, S. 1-15.
  • Thomas Pekar, [Art.] Öffentlichkeit. In: Gert Ueding (Hg.), Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Bd. 6. Tübingen 2003, S. 391-404.
  • Jochen Schulte-Sasse, Einleitung: Kritisch-rationale und literarische Öffentlichkeit. In: Christa Bürger, Peter Bürger, ders. (Hg.), Aufklärung und literarische Öffentlichkeit. Frankfurt am Main 1980, S. 12-38.
  • Jochen Schulte-Sasse, Das Konzept bürgerlich-literarischer Öffentlichkeit und die historischen Gründe seines Zerfalls. In: Bürger et. al (Hg.), Aufklärung und literarische Öffentlichkeit, S. 83-115.
  • Andreas Würgler, Medien in der Frühen Neuzeit. München 22013, hier Kapitel II.6: »Zensur, Propaganda, Öffentlichkeit: Politische Geschichte der Medien«, S. 122-132.

Angaben zur Primärliteratur und eine ausführliche Forschungsbibliographie werden zu Semesterbeginn ausgegeben.

WiSe 2017/18

(S) Der junge Nietzsche (Lyrik - Wissenschaft - Philosophie)

Di., 10-12 Uhr, Seminarraum 21 [LuWu 2]

Beginn 10.10.2017
Modul:
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)

Im Zentrum dieses Seminars steht der frühe Lebens- und Denkweg des zwischen Wissenschaft, Kunst und Philosophie changierenden Autors Friedrich Nietzsche (1844-1900). Als biographische Etappen kommen Nietzsches Naumburger und Pfortenser Schulzeit (1854-1864), seine Studienjahre in Bonn und Leipzig (1864-1869) sowie die erste Hälfte der Basler Professorenexistenz (1869-ca. 1876) in Betracht. Das Interesse des Seminars gilt den verschiedenen, von Nietzsche erprobten Darstellungsformen (Lyrik, wissenschaftliche Prosa, ‚Aphorismus‘) und der Rekonstruktion seiner Erkenntnisinteressen. Dabei sollen sowohl publizierte Werke als auch Fragmente und Notate aus dem Nachlass Berücksichtigung finden.
Ein übergeordnetes Ziel dieses Seminar besteht in der Identifikation und Diskussion von Editions- und Interpretationsproblemen. Ausgewählte ‚klassische‘ und aktuelle Ansätze der Nietzscheforschung werden in die Seminardiskussion einbezogen, um Probleme wie Perspektiven der Nietzsche-Philologie reflektieren zu können.
Geplant ist ein Workshop zu Nietzsches Basler Vorlesungen mit Dr.  Carlotta Santini (TU Berlin) sowie eine Exkursion nach Schulpforte (Landesschule Pforta) und Naumburg (Nietzsche-Museum und Nietzsche-Dokumentationszentrum).
Kommilitonen anderer Fächer (Philosophie, klassische Philologie, Kunstgeschichte, etc.) und Gasthörer sind willkommen.
Zur Diskussion vorgeschlagene Werke Nietzsches (vorläufige Auswahl):
Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik
Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben
Schopenhauer als Erzieher
Diskussionsgrundlage sind stets die Texte der Kritischen Studienausgabe [=KSA], hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari.
Einführende Literatur:
Henning Ottmann (Hg.), Nietzsche-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart, Weimar 2011, darin:
- Christian Niemeyer, [Art.] Nietzsches Leben, S. 9-34.
- Johann Figl, Hans Gerald Hödl, [Art.] Jugendschriften (1852-1869), S. 62-73.
- Holger Schmid, [Art.] Von der Geburt der Tragödie bis Richard Wagner in Bayreuth (1871-1878), S. 74-86.
Entdecken und Verraten. Zu Leben und Werk Friedrich Nietzsches. Hg. im Auftrag der Stiftung Weimarer Klassik v. Andreas Schirmer u. Rüdiger  Schmidt. Weimar 1999, darin:
- Sandro Barbera, Eine Quelle der frühen Schopenhauer-Kritik Nietzsches […], S. 59-66.
- Fritz Bornmann, Von Leipzig nach Basel. Nietzsche zwischen Philosophie und Philologie, S. 67-76.
- Dieter Schellong, Zwischen griechischem Altertum und Richard Wagner […], S. 93-110.
Nietzsche-Chronik. Daten zu Leben und Werk. Zusammengestellt von Karl Schlechta. München, Wien 1975.
Mazzino Montinari, Friedrich Nietzsche. Eine Einführung. Berlin, New York 1991.
William H. Schaberg, Nietzsches Werke. Eine Publikationsgeschichte und kommentierte Bibliographie. Basel 2002.
Curt Paul Janz, Friedrich Nietzsche. Biographie. 3 Bde. München 1978/1979.
Tilman Borsche, Federico Gerratana, Aldo Venturelli (Hg.),  ‚Centauren-Geburten‘. Wissenschaft, Kunst und Philosophie beim jungen  Nietzsche. Berlin, New York 1994.
Andreas Urs Sommer, Nietzsche und die Folgen. Stuttgart 2017, insb. 2-23.
Weiterführende Forschungsliteratur wird ab Semesterbeginn zur Verfügung stehen.

SoSe 2017

S) Was ist Originalität?

Di., 10-12 Uhr, Seminarraum 21, LuWu 2

Module:
Literaturtheorie (alte Ordnung) (BA/LA)
Literatur- und Gattungstheorie (BA/LA)
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)

max. 30 Teiln.

1825 soll Goethe im Gespräch mit Eckermann folgendes gesagt haben:  »Man spricht immer von Originalität, allein was will das sagen! Sowie wir geboren werden, fängt die Welt an, auf uns zu wirken, und das geht so fort bis ans Ende. Und überhaupt, was können wir denn unser Eigenes nennen, als die Energie, die Kraft, das Wollen! Wenn ich sagen könnte, was ich alles großen Vorgängern und Mitlebenden schuldig geworden bin, so bliebe nicht viel übrig.«

Ausgehend von diesem Bonmot Goethes widmet sich das Seminar der Aufgabe, den Originalitätsdiskurs vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu ergründen. Im Seminar sollen unterschiedliche Vorstellungen von Originalität anhand zentraler Texte (von Lessing, Herder, Nietzsche, Adorno), historischer Quellen (z.B. Grimms Wörterbuch) und prominenter Debatten (Querelle, Streit um Homer) rekonstruiert und kritisch gewürdigt werden. Auf der Grundlage des so erworbenen historischen Wissens soll schließlich danach gefragt werden, wie sich landläufige Vorstellungen von Originalität zu Fragen verhalten, die unmittelbare Relevanz besitzen, etwa: Was ist ein Plagiat?

Das Seminar bietet zugleich eine Einführung in Grundfragen der Historischen Semantik (Begriffsgeschichte) und thematisiert das Problem literaturwissenschaftlicher Begriffsbildung.

Zur Einführung empfohlen:

Friedrich Vollhardt: [Art.] Originalität. In: Harald Fricke u.a. (Hg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Bd. 2. Berlin, New York 2007, 768-771.

Voraussetzungen: Teilnahmevoraussetzung ist die Übernahme eines Impulsreferats oder eines Ergebnisprotokolls (Studienleistung).

Leistungsnachweis: Das Seminar kann je nach  Modul mit einer Hausarbeit, einer Klausur oder einer mündlichen Prüfung  abgeschlossen werden (Modulleistung).

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