Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Lehrveranstaltungen Prof. Décultot

Sprechzeiten

SoSe 2018

dienstags, 16:00-17:00, Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 1.14.0, 1. OG


Hinweise für Hausarbeiten


Richtlinien für Hausarbeiten  Prof  Decultot.pdf (291,6 KB)  vom 25.01.2016

SoSe 2018

(S) Hermeneutik im Zeitalter der Kritik - Prof. Dr. Denis Thouard (Paris)

Blockseminar von Prof. Dr. Denis Thouard (Paris)
von der Universität Halle und der Humboldt-Professur im SoSe 2018 eingeladener Gastprofessor

29.05. und 07.06. 2018
Germanistisches Institut, Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 1.10.0
jeweils 14 bis 18 Uhr

Workshop:
04.-05.07.2018
zusammen mit Dr. Frank Grunert
IZEA, Francke-Platz 1, Haus 54, Thomasius-Zimmer

Das Seminar wendet sich in erster Linie an Studierende der Germanistik, der Philosophie und der Theologie. Für die Verwendbarkeit  der Module wenden Sie sich bitte an die  Modulverantwortlichen Ihres Instituts.

Unabhängig von der Modulrelevanz sind interessierte Studenten  und (Post-)Doktoranden aller Fachrichtungen willkommen. Um vorherige  Anmeldung über StudIP bzw. bei Aleksandra Ambrozy () wird in jedem Fall gebeten.

Inhalt des Seminars
Die Hermeneutik der Aufklärung wurde lange Zeit vernachlässigt. Seit etwa 20 Jahren aber wächst das Interesse an diesem Gegenstand. Das Seminar ist als allgemeine Einführung konzipiert und will speziell  Einblicke in die Hermeneutik der Aufklärung geben. Die Hermeneutik bildet sich als Folge der Reformation aus und ist von daher eng mit Fragen der Bibelauslegung verknüpft. Es haben sich aber auch philologische, logische oder juristische Formen der Hermeneutik entwickelt. Charak­te­ris­tisch für die Aufklärung ist die Formierung einer „allgemeinen“ Hermeneutik.

Vier Entwicklungsschritte der Hermeneutik
1.
Zunächst wollen wir anhand der Clavis Scripturae Sacrae (1567)  des Matthias Flacius Illyricus die Konstituierung der Herme­neutik im Kontext der Reformation untersuchen. Wichtig dafür sind: Claritas Scripturae, der Vorrang des Literalsinns, die Ein­heit des Sinns, Textus interpres sui, der Gegensatz von Gesetz und Evangelium. In dieser ‚orthodoxen‘ Form ist die Herme­neutik der theologischen Dogmatik untergeordnet.
2.
Als philologische Textkritik trug die Hermeneutik zur Historisierung der Überlieferung bei, darunter auch der heiligen Schrift. Bei Hobbes oder Spinoza werden die Prinzipien der konfessionell bestimmten Hermeneutik verallgemeinert und ratio­nalisiert. In diesem Zusammenhang werden wir uns vor allem mit Lockes Interpretation der Paulus-Texte beschäftigen, die für die Rol­le der Hermeneutik in den philosophisch-politischen Debatten der Frühaufklärung grundlegend ist.
3.
Locke und Leibniz haben die Denker der Aufklärung maßgeblich geprägt, vor allem in ihrer Auffassung von der Rolle der Zeichen für die  Erkenntnis und Mitteilung. Die Hermeneutik entwickelt sich in diesem Kontext zu einer allgemeinen Er­kennt­nis­lehre. Wir wollen dies u.a. an Texten von Crusius und Meier nachvollziehen, um Einsichten in die  Struktur der logischen und semiotischen Hermeneutik zu gewinnen.
4.
Im Zentrum von Herders, Heynes oder Eichhorns theologischer Hermeneutik steht die Geschichtlichkeit der biblischen Überlieferung und ihre mythische Deutung. Die moralische Interpretation dagegen, wie sie für Kant bestimmend ist, recht­fertigt die Schrift ausgehend von ihrer Rationalität. Die Debatte zwischen Kant und der Göttinger Schule verdeutlicht exem­pla­risch den Streit zwischen der apriorischen Logik (de jure) und der historischen Logik (de facto), den wir abschließend in einem Ausblick auf die Bearbeitung dieser Probleme bei Schleiermacher und Boeckh beleuchten wollen. Neben theologischer und logischer Hermeneutik spielte die juristische Hermeneutik eine wichtige Rolle, die im Rahmen eines Workshops am 4. und 5. Juli näher behandelt werden wird.

Texte
Flacius Illyricus, Matthias, De ratione cognoscendi sacras literas / Über den Erkenntnisgrund der heiligen Schriften, übersetzt von Lutz Geldsetzer, Düsseldorf, Stern-Verlag Janssen & Co, 1968 [auch in H. G. Gadamer / G. Boehm (Hrsg.), Seminar: Philosophische Hermeneutik, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1976, S. 43-52].
Spinoza, Baruch, Tractatus theologico-politicus, Kap. VII, De interpretatione Scripturae, Hrsg. C. Gebhardt, Leipzig, 1908, S. 135-145 [auch in H. G. Gadamer / G. Boehm (Hrsg.), Seminar: Philosophische Hermeneutik, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1976, „Von der Auslegung der  Schrift“, S. 53-68].
Locke, John, „An Essay for the Understanding of St Paul’s Epistles by Consulting St Paul him-self”, in Paraphrases and Notes on the Epistles of St Paul (1707), [auch in John Locke, Writings on Religion, hrsg. Victor Nuevo, Oxford, U. Press, 2002, S. 51-66].
Crusius, Christian August, Weg zur Gewißheit und Zuverläßigkeit der menschlichen Erkenntniß, Leipzig, Gleditsch, 1747, Von der Auslegung oder Interpretation [auf google books abrufbar].
Meier, Georg Friedrich, Versuch einer allgemeinen Auslegungskunst (1757), hrsg. A. Bühler, L. Cataldi Madonna, Hamburg, F. Meiner, 1996.
Kant, Immanuel, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, hrsg. B. Stangneth, Hamburg, F. Meiner, 2017.
Eichhorn, J. G (Hrsg.), Allgemeine Bibliothek der biblischen Literatur, 1787-1800, 10 Bde., Leipzig, Weidmann & Reich, darin: Eichhorn, J. G., "Über die kantische Hermeneutik", VI/1, 1794, S. 51-67.
Schleiermacher, Friedrich, Kritische Gesamtausgabe, II. Abteilung: Vorlesungen Band 4, Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik, hrsg.  Wolfgang Virmond unter Mitwirkung von Hermann Patsch, Berlin, Boston 2012 [Allgemeine Hermeneutik S. 73-113].

Weiterführende Literatur
Alexander, Werner: Hermeneutica generalis. Zur Konzeption und Entwicklung der all-gemeinen Verstehenslehre im 17. und 18. Jahrhundert. Stuttgart: M & P Verlag für Wissenschaft und Forschung, 1993.
Beetz, Manfred, Giuseppe Cacciatore (Hrsg.), Hermeneutik im Zeitalter der Aufklärung, Köln u.a., Böhlau, 2000.
Bühler, Axel (Hrsg.): Unzeitgemässe Hermeneutik. Verstehen und Interpretation im Denken der Aufklärung. Frankfurt/Main: Klostermann, 1994.
Frank, Günter, St. Meier-Oeser (Hrsg.), Hermeneutik – Methodenlehre – Exegese. Zur Theorie der Interpretation in der frühen Neuzeit, Stuttgart-Bad Cannstatt, Frommann-Holzboog, 2011.
Meyer, Gottlob Wilhelm, Geschichte der Schrifterklärung, 5 Bde., Göttingen, 1802.
Reventlow, H. Graf, W. Sparn & J. Woodbridge (Hrsg.), Historische Kritik und biblischer Kanon in der deutschen Aufklärung, Wiesbaden, Harrassowitz, 1988.
Schönert, Jörg, F. Vollhardt (Hrsg.), Geschichte der Hermeneutik und die Methodik der textinterpretierenden Disziplinen, Berlin/New York: de Gruyter (= Historia Hermeneutica, Series Studia, 1), Berlin, New York, 2005.
Scholz, Oliver Robert: Verstehen und Rationalität. Untersuchungen zu den Grundlagen von Hermeneutik und Sprachphilosophie. Frankfurt/Main: Klostermann, 1999 (= Philosophische Abhandlungen, 76).
Schröder, Jan (Hrsg.), Theorie der Interpretation vom Humanismus bis zur Romantik - Rechtswissenschaft, Philosophie, Theologie, Stuttgart, 2001.

(S) Ästhetik, Anthropologie, Pädagogik im Zeitalter der Aufklärung. Johann Georg Sulzers Werk und Wirkung

Prof. Décultot zusammen mit Dr. Jana Kittelmann und Dr. Martin Dönike

Di 14-16, Ludwig-Wucherer-Str. 2, SR 22

Module:
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik + Vertiefungsmodul (MA)
Kulturelle Diskurse (MA)
Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung und Ästhetik II (MA KdA)
Wissen und Wissenstransfer seit dem 18. Jhd. (MA KdA)
Literaturgeschichte 17. Jahrhundert bis Gegenwart (BA/LA)

max. 30 Teiln.

Johann Georg Sulzers (1720–1779) Werk ist für das Verständnis der Aufklärungsepoche zentral. Mit der „Allgemeinen Theorie der Schönen Künste“ (1771–1774) hat Sulzer nicht nur einen grundlegenden Beitrag zur Kunsttheorie und Ästhetik des 18. Jahrhunderts geliefert, sondern daneben auch wichtige Schriften zur Psychologie, Pädagogik, Anthropologie, Erkenntnistheorie; Naturforschung und Literaturkritik veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der aktuell am IZEA laufenden Edition der Werke und Briefe Johann Georg Sulzers wollen wir anhand ausgewählter Texte diesem facettenreichen und doch lange Zeit vernachlässigtem Autor und Akteur des 18. Jahrhunderts nachspüren.

Voraussetzungen sind die Übernahme eines Impulsreferates sowie die Bereitschaft zur Lektüre historischer Textkorpora des 18. Jahrhunderts.

Das Seminar wird von einer Exkursion ins Gleimhaus Halberstadt, wo zahlreiche Handschriften Sulzers aufbewahrt werden, begleitet.

Zur Einführung empfehlen wir: Elisabeth Décultot: Johann Georg Sulzer – Leben und Werk. In: Johann Georg Sulzer: Gesammelte Schriften. Kommentierte Ausgabe. Hrsg. von Hans Adler und E. Décultot. Bd. 1: Kurzer Begriff aller Wissenschaften. Erste (1745) und zweite (1759) Auflage. Hg. von Hans Adler. Basel, 2014, XIII-LV; Frank Grunert u. Gideon Stiening (Hg.): Johann Georg Sulzer (1720–1779). Aufklärung zwischen Christian Wolff und David Hume. Berlin 2011; Wolfgang Riedel: Erkennen und Empfinden. Anthropologische Achsendrehung und Wende zur Ästhetik bei Johann Georg Sulzer. In: Hans-Jürgen Schings (Hg.): Der ganze Mensch. Anthropologie und Literatur im 18. Jahrhundert Stuttgart u. Weimar 1994, S. 410–439.

WiSe 2016/17

Ringvorlesung Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme
Prof. Fulda u. a. (di 10-12) Di. 10–12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Literaturgeschichte 17. - 19. Jh. (BA/LA),
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft, Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008. Eine grandiose Lektüre ist die neue große Epochendarstellung von Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild. Berlin 2015.

SoSe 2016

(S) Lesen, Zitieren, Plagiieren (di 12-14)
zus. mit Prof. Daniel Fulda
Raum: IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Literaturtheorie (BA/LA)
Literaturgeschichte (MA)
Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik (MA)
Schlüsselthemen (MA/LA Gym)
Literatur und Ästhetik II (MA Kulturen der Aufklärung)

Hauptanliegen des Seminars ist es, die Transformationen der Lese- und  Schreibpraktiken im Blick auf die Praktiken des Zitierens und  Plagiierens im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne in  gesamteuropäischer Perspektivierung zu beleuchten. Dabei soll dem  Exzerpieren als Bindeglied zwischen Lese- und Schreibpraxis besondere  Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zunächst soll der historische  Traditionszusammenhang beleuchtet werden, in dem die Praktiken des  Zitierens und Plagiierens sowie deren gesellschaftliche Wahrnehmung  eingebettet sind. Über diese diachronische Dimension hinaus sollen auch  Vergleiche zwischen verschiedenen europäischen Regionen und Sprachräumen  vorgenommen werden, die es ermöglichen, eine differenzierte  Kulturgeschichte der Text- und Wissenszirkulation zu erstellen.  Schließlich soll danach gefragt werden, wie die Praktiken des Zitierens  und Plagiierens sich zu einigen Kernbegriffen unseres modernen  Literaturverständnisses (Autor, Original und Originalität, Nachahmung,  Kopie, Erfindung) verhalten. Das 18. Jahrhundert als Übergangsepoche  zwischen humanistischer Tradition und Moderne wird dabei besonders  berücksichtigt. Zu der im Rahmen des Seminars besprochenen  Primärliteratur gehören u.a. Texte von  Jean Paul, Thomas Mann und Bertolt Brecht.

Die Teilnehmer am Seminar sollten bis zum Semesterbeginn folgende Texte gelesen haben:

Hellmut Rosenfeld: [Art.] Plagiat. In: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. 2. Aufl., Begr. von Paul Merker und Wolfgang Stammler. Hrsg. von Werner Kohlschmidt u.a.  Bd. 3. Berlin, New York: de Gruyter 1977, S. 114 – 126; Elisabeth  Décultot: Einleitung: Die Kunst des Exzerpierens. Geschichte, Probleme,  Perspektiven. In: Dies. (Hg.): Lesen, Kopieren, Schreiben,  Berlin: Ripperger and Kremers, 2014, S. 7 – 47; Helmut Zedelmaier:  Wissen sammeln. Die Geschichte des Exzerpierens. In: Ders.: Werkstätten des Wissens zwischen Renaissance und Aufklärung, Tübingen, Mohr Siebeck, 2015, S. 45 – 61.

WiSe 2015/16

(S) Johann Joachim Winckelmann. Leser, Gelehrter, Schriftsteller (mo 12-14)
Prof. Elisabeth Décultot/ Dr. Martin Dönike
Seminarraum 16. E.11, Lu-Wu 2
Modul:

Literaturgeschichte, MA/LA Gym
Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul), MA/LA Gym

Die Karriere des Gelehrten und Kunstschriftstellers J. J. Winckelmann (1717-1768)   erschien schon seinen Zeitgenossen als eine Art Wunder: Aus Stendal  stammend, wo er als Schustersohn in ärmlichsten Verhältnissen geboren  wurde, führte ihn sein Weg über Halle, Jena, Seehausen und Dresden nach  Rom, wo er als Begründer der archäologischen und kunsthistorischen  Wissenschaften zu einer europäischen Berühmtheit werden sollte. Trotz  der Einzigartigkeit dieses von solch einem Erfolg gekrönten Lebenslaufs,  können die einzelnen Stationen von Winckelmanns intellektueller  Biographie zugleich als typisch für den Werdegang eines Gelehrten und  Schriftstellers in der Mitte des 18. Jahrhunderts gelten. Ziel des   Seminars ist es, die Entwicklung Winckelmanns vom Schüler und Studenten  über die Tätigkeit als (Haus-)Lehrer zum Gelehrten und Schriftsteller  nachzuzeichnen und an diesem Beispiel die Voraussetzungen, Möglichkeiten  und Grenzen intellektueller Biographien zur Zeit der Aufklärung  deutlich werden zu lassen.

Literatur
É. Décultot, Untersuchungen zu Winckelmanns Exzerptheften. Ein Beitrag zur Genealogie der Kunstgeschichte im 18. Jahrhundert, übers. von W. von Wangenheim und R. M. Hofter, Ruhpolding, 2004.
M. Disselkamp, Die Stadt der Gelehrten. Studien zu J. J. Winckelmanns Briefen aus Rom, Tübingen, 1993.
K. Harloe, Winckelmann and the Invention of Antiquity: History and Aesthetics in the Age of Altertumwissenschaft, Oxford u.a. 2013.
C. Justi, Winckelmann und seine Zeitgenossen, 3 Bde., Leipzig, 1898 (Erstveröffentlichung unter dem Titel: Winckelmann, sein Leben, seine Werke und seine Zeitgenossen, 3 Bde., Leipzig, 1866-1872).
I. Kreuzer, Studien zu Winckelmanns Ästhetik. Normativität und historisches Bewußtsein, Berlin, 1959.
A. Potts, Flesh and the Ideal : Winckelmann and the Origins of Art History, New Haven, 1994.
J. Schloemann: Johann Joachim Winckelmann – „edle Einfalt, stille   Größe“, in: Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike, hg. von   Elke Stein-Hölkeskamp und Karl-Joachim-Hölkeskamp, München 2010, S. 524-537, 659-661.
L. Uhlig, Hrsg., Griechenland als Ideal. Winckelmann und seine Rezeption in Deutschland, Tübingen, 1988.

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SoSe 2015

(S) Lessing und die bildende Kunst (di 14-16)
Seminarraum 20, Raum 2.11, Lu-Wu-2
Modul:
Themen, Stoffe, Motive, MA
Kulturelle Diskurse Modul, MA
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik, MA
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik (Vertiefungsmodul), MA
Literatur und Ästhetik II, MA

Im Laokoon (1766) zieht Lessing unter mehrfachem Rückgriff auf  markante Schriften der europäischen Kunstliteratur eine scharfe  Trennungslinie zwischen Poesie und Malerei. Die Malerei gebrauche  »Figuren und Farben in dem Raume«, die Poesie »artikulierte Töne in der  Zeit«. Aus dieser Differenz in der medialen Beschaffenheit der Künste  leitet Lessing eine weitere ab: Zur Darstellung ihrer Gegenstände  verfüge die Poesie über einen breiteren Spielraum als die bildende  Kunst, denn dem Bildhauer und Maler sei die Darstellung von  paroxystischen Momenten nicht erlaubt, während der Dichter solche  Momente – etwa in der Form von extrem widrigen oder hässlichen Gestalten  – darstellen dürfe. Für den Diskurs über die bildenden Künste, der sich  im Europa des 18. Jahrhunderts im Umbruch befindet, sowie für die  Produktion von Werken der bildenden Kunst wirft dieses semiotische  System zahlreiche Fragen auf: Welche Kenntnis hatte Lessing der antiken  und modernen bildenden Kunst überhaupt? In welchem Verhältnis steht sein  Begriff der bildenden Kunst zum Kunstverständnis seiner Vorgänger und  Zeitgenossen (Bodmer, Breitinger, Winckelmann, John Harris, Du Bos,  Batteux, Diderot, Hagedorn)? Welches sind bei ihm die Grenzen des  Schönen in der Kunst? Wie lässt sich das Hässliche genau definieren?  Ziel des Seminars ist es, Lessings Position zur bildenden Kunst von der  Veröffentlichung des Laokoon bis in seinen späteren Schriften zu  analysieren und sie im Kontext der europäischen Diskussion über die  Grenzen von Poesie und Malerei zu verorten

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