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Aktuelle Lehrveranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen

Sprechzeiten

Sprechzeit im WiSe 2017/18

montags von 18-19 Uhr

jeweils im GSZ, LuWu 2, 1. OG, Raum 1.07.

Veranstaltungen SoSe 2018

(S) Literatur und Leib im langen 18. Jahrhundert

  • Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
  • Modul B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive
  • Modul BA: Angewandte Literaturwissenschaft
  • Modul Master: Kulturelle Diskurse
  • Praxismodul Master KdA: Materielle Kultur der Aufklärung

Di 16-18 (bis 12.6.)
max. 30 Teilnehmer
Ludwig-Wucherer-Str., Raum 21
inkl. Tagesexkursion am 4.5. nach Quedlinburg (zusammen mit Brigitte Meixner, Kloppstock e.V.)

Die Unterscheidung zwischen „Leib sein" und „Körper haben" (Helmuth Plessner) umreißt zwei Konzepte, die bereits im 18. Jahrhundert formuliert wurden: einerseits der vorzeigbare, trainierbare, therapierbare also optimierbare Körper und andererseits der allein in der Innenwahrnehmung erlebbare dynamische Leib. Diese beiden Konzepte sind präsenter denn je in - nicht zuletzt durch die sozialen Medien modellierten - Körper-Bildern und der Rede von der Achtsamkeit auf den Leib.

Das Seminar geht der aufklärerischen Anthropologie in den Feldern nach, in denen sie in ein produktives Wechselverhältnis mit der Literatur trat: die medizinische, sportwissenschaftliche und ästhetische Konzeption des Körpers bei Erxleben, Moritz, Winckelmann und GuthsMuths und die Versprachlichung des Leibes bei Bernd, Brockes, Klopstock und Kleist.

Die Veranstaltung schließt an das Projekt „Klopstock! in 7 Minuten" an, das Studierende im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Klopstockverein für das Dichterhaus in Quedlinburg entwickelt haben.

http://www.germanistik.uni-halle.de/neuere_literaturwissenschaft/literaturwissenschaft/klopstock/programm_klopstock/

Erarbeitet werden für den Tag des offenen Denkmals (9.9.2018) und den Advent in den Höfen (9.12.2018) neue Präsentationen zu drei Quedlinburgern: zum Bewegungskünstler Klopstock, zur ersten promovierten Ärztin Erxleben und zum Erfinder des Sportunterrichts GuthsMuths. Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Ergebnisprotokolls oder eines Impulsreferates (Studienleistung) sowie die Erarbeitung einer Präsentation (ggf. Modulleistung). Ein Reader wird bereitgestellt (ca. 15 €). Zur Einführung: Thomas Fuchs: „Körper haben oder Leib sein". In: GuP 3 (2015), S. 147-153; Thomas Schmidt: Winterwanderer, Eislaufapostel, Extremschwimmer. Wie die Literatur dem Sport auf die Füße half (und welchen Preis sie dafür zahlen musste). In: Sportgeschichte vernetzt, Hildesheim 2014, S. 147-162; Hans-Jürgen Schings (Hg.), Der ganze Mensch. Anthropologie und Literatur im 18. Jahrhundert, Stuttgart 1994.


(S) Einführung in die Lyriktheorie (Schwerpunkt: Dinggedichte)

  • Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
  • Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordn.)

Mo 12-14
max. 30 Teilnehmer
Ludwig-Wucherer-Str., Raum 21

Moderne Dinggedichte positionieren sich gegen die Erlebnislyrik des 19. Jahrhunderts. Denn das lyrische Ich tritt „nicht als Erlebnisquell, als Gestimmtheit" in Erscheinung, sondern geht ganz auf in der „Funktion das Schauens, des Von-sich-wegsehens" auf (K. Hamburger). Diese Einlassung auf eine ‚sachdienliche' Sprache ist einerseits mit poetologischer Selbstreflexion verbunden, andererseits eröffnet sie ein weites Feld für Parodien, etwa die berechtigte Frage, warum Rilke zwar lebensweltliche Objekte wie die Hortensie und den Ball, nicht aber die Wurzelbürste bedichtete (F.W. Bernstein).
An der Frage, wie Dinge zur Sprache kommen, lassen sich Gattungskonventionen der Lyrik in historischer Perspektive verfolgen von Brockes über Goethe, Mörike und C.F. Meyer bis zu Rilke und Kolmar sowie gegenwärtige Referenzen bei Grünbein oder Richter. Dabei werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch besprochen.
Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation (Studienleistung). Modulleistung ist eine Klausur. Gern werden Vorschläge für Gedichte aufgenommen, sie können bis zum 31.03. per Mail übermittelt werden. Ein Reader mit einer Gedichtauswahl sowie Grundlagentexten der Forschung wird bereitgestellt. Zudem ist anzuschaffen: Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 3. aktual. u. erw. Aufl. Stuttgart 2015.  Zur Einführung wird empfohlen: Gerhard Neumann: Rilkes Dinggedicht. In: Poesie als Auftrag, hg. v. D. Ottmann u. M. Symmank, Würzburg 2001, S. 143-162.


(S) Einführung in die Lyriktheorie (Schwerpunkt: Gelegenheitsgedichte)

  • (Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
  • Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordn.))

Mo 16-18
max. 30 Teilnehmer
Ludwig-Wucherer-Str., Raum 21

„Alle meine Gedichte sind Gelegenheitsgedichte" – diese vielzitierte Selbstaussage Goethes ist deshalb so interessant, weil sie  ein bereits seinerzeit schwindendes Genre aufwertet, das im Feld kommerzieller Auftragskunst oder unbeholfener Amateurdichtung verortet war. ‚Gelegenheit' zur Lyrik boten in der frühen Neuzeit vor allem das Herrscherlob oder die Festkultur, solche Causualcarmina bezogen sich z.B. auf Krönungen, Hochzeiten, Be­erdigungen. Goethe bespielte alle diese Felder, zielte aber in der programmatischen Umwertung weniger auf den Wirkungs- als auf den Entstehungskontext. Das Seminar bezieht eine praxeologische Perspektive, indem Gelegenheitslyrik weniger über ästhetische Wertungen, als vielmehr über performative Strategien verstanden wird, die Anlass und Adressierung in ein Verhältnis setzen. In historischer Perspektive werden Gelegenheitsgedichte von Martin Opitz und Anna Luisa Karsch über Johann Wolfgang Goethe und Theodor Fontane bis hin zu Mascha Kaléko und Robert Gernhardt untersucht. Dabei werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch besprochen.
Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation (Studienleistung). Modulleistung ist eine Klausur. Gern werden Vorschläge für Gedichte aufgenommen, sie können bis zum 31.03. per Mail übermittelt werden. Ein Reader mit einer Gedichtauswahl sowie Grundlagentexten der Forschung wird bereitgestellt. Als Arbeitsgrundlage ist anzuschaffen: Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 3. aktual. u. erw. Aufl. Stuttgart 2015. Empfohlen wird zudem: Wulf Segebrecht, Das Gelegenheitsgedicht. Ein Beitrag zur Geschichte und Poetik der deutschen Lyrik, Stuttgart 1977.

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