Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Frühere Lehrveranstaltungen

SoSe 2017

(S) Einführung in die Lyrikanalyse (Schwerpunkt: Komische Lyrik) (mo 12-14 Uhr) Modul: B.A./LA: Literatur- und Gattungstheorie

Das Komische behauptet seinen festen Platz in etablierten Gattungen der Epik und Dramatik, in der Lyrik hingegen wird es bestenfalls als Randphänomen wahrgenommen. Das gute Gedicht, so scheint es, verpflichtet sich Ernst und Tiefe, nicht Scherz und Unsinn. Das Seminar nutzt diese eigenwillige Randstellung komischer Gedichte, um den Gattungskonventionen der Lyrik in historischer Perspektive nachzugehen. Zugleich werden in systematischer Perspektive verschiedene Strategien lyrischer Komik untersucht, von sinnfreien Kinderreimen zu Lautgedichten der Dadaisten, von gelehrten Sprachspielen des Barock zu „faulen Wortwitzen" der Neuen Frankfurter Schule, zudem Parodien von kanonischen Gedichten und gesellige Schüttelreime vom Tresen. Dabei werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und  Gedichtformen exemplarisch besprochen.
Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines  Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation (Studienleistung). Modulleistung ist eine Klausur. Gern werden Vorschläge für Gedichte aufgenommen, sie können bis zum 31.03. per  Mail übermittelt werden. Als Arbeitsgrundlage sind anzuschaffen: Deutsche Unsinnspoesie, hg. v. Peter Dencker, Stuttgart 2006; Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl.  Stuttgart 1997. Empfohlen wird zudem: Hans Georg Kemper, Komische Lyrik – Lyrische Komik. Über Verformungen einer formstrengen Gattung, Tübingen 2009.


(S) Literarische Spaziergänge im Gartenreich Dessau-Wörlitz. Reiseführer, Reiseberichte und andere Gebrauchstexte zum Landschaftsgarten des 18. und 19. Jahrhunderts

Leitung: Dr. Christiane Holm mit Dr. Ingo Pfeifer (Kulturstiftung DessauWörlitz)

Module:
• Modul B.A./LA: Angewandte Literaturwissenschaft
• Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
• Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17.-19. Jahrhundert (alte Ordnung)
• Modul B.A./LA/M.A. Themen, Stoffe, Motive
• Modul Master KdA: Literatur und Ästhetik II

Vorbesprechung am 28.4. um 16-18 Uhr (Halle, IZEA, Thomasiuszimmer); 1. Block: 20.7. 9-17 Uhr (Halle, IZEA, Thomasiuszimmer); 2. u. 3. Block 21.7. u. 27.7. jeweils 10-18 Uhr (Wörlitz, Garten und Seminarraum am Schloß); Präsentationen am 10.8. im Rahmen der Fürst-Franz-Festwoche (7.-11.08.2017)

max. 20 Teiln. (die verbindliche Anmeldung ist ab sofort möglich: )

Goethe, Jean Paul oder Böttiger teilten ihr prägendes Erlebnis des Gartenreichs Dessau-Wörlitz mit unzähligen Zeitgenossen. Die Wege waren gebahnt durch zahlreiche Texte, Reiseführer wie Reiseberichte, Artikel in Gartenzeitschriften sowie Briefnetzwerke. Diese Popularität wurde einerseits von der umsichtigen Öffentlichkeitsarbeit des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) und andererseits von den Eigendynamiken der Reisekultur und Gartenmode begünstigt. Das Seminar geht den pragmatischen wie literarischen Aspekten dieser Gebrauchstexte nach, indem es ebenso nach den formbildenden Gattungsregeln als auch nach der ästhetischen Wahrnehmungslenkung vor Ort fragt. Ziel ist die Erarbeitung von Stationen literarischer Spaziergänge, die im Rahmen der Festwoche zum 200. Todestag des Gartenfürsten Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) präsentiert werden (7.-11.08.2017).
Ein Reader mit Quellenauszügen und Forschungsliteratur wird bereitgestellt (ca. 15 €). Zur Einführung: Fort, fort, der Südost fliegt gerade über Wörlitz! Der Garten und seine Dichter um 1800, hg. v. Christian Eger, Halle 2001; Michael Gamper, „Die Natur ist republikanisch". Zu den ästhetischen, anthropologischen und politischen Konzepten der deutschen Gartenliteratur im 18. Jahrhundert, Würzburg 1998; Der imaginierte Garten, hg. v. Günter Oesterle u. Harald Tausch, Göttingen 2001; Kopflandschaften – Landschaftsgänge. Kulturgeschichte und Poetik des Spaziergangs, hg. v. A. Gellmann, C. Moser, H. J. Schneider, Köln u.a. 2007.

(S) Luxus, Moden und die Sachen der Aufklärung. Ding- und Konsumkultur des 18. Jahrhunderts Kulturkonsum der Aufklärung

Module:
• Modul B.A./LA: Angewandte Literaturwissenschaft
• Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
• Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17.-19. Jahrhundert (alte Ordnung)
• Modul Master KdA: Materielle Kultur der Aufklärung

Vorbesprechung: Di 11.4. 18 Uhr, Ludwig Wucherer Str. 2, Raum 1.10.0; Blocktermine: 21.4.2017, 11 bis 17.00 Uhr, Halle/S. (IZEA und Moritzburg); Freitag, 12.5.2017, 10.30-16.30 Uhr, Leipzig (Deutsches Buch- und Schriftmuseum); Freitag/Samstag, 23.6., 11.15-19.00 Uhr / 24.6.2017, 9.30-16.00 Uhr, Weimar (Klassik Stiftung, Stadtmuseum im Bertuchhaus)

max. 20 Teiln. (die verbindliche Anmeldung ist ab sofort möglich: )

Diderots roter Rock und Werthers blauer Frack, Franckes essentia dulcis und Jacobis Tabatiere, Lesewut und maladie de porcelaine – solche Modeerscheinungen haben in Haushalten und Texten des 18. Jahrhunderts ihre Spuren hinterlassen und prägen zunehmend unser Bild der Aufklärungszeit. Das Seminar nimmt einige der begehrten, berühmten und beworbenen Dinge des 18. Jahrhunderts in den Blick, die sich in den Sammlungen der Franckeschen Stiftungen in Halle, im Deutschen Buch- und Schriftmuseum Leipzig und in der Klassik Stiftung Weimar erhalten haben, um der Dinglichkeit des ‚papiernen Zeitalters' nachzugehen. Zugleich versteht sich das Seminar als eine Einführung in aktuelle Debatten der Material Culture Studies.
Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation (Studienleistung). Modulleistung ist eine Hausarbeit. Ein Reader mit Quellenauszügen und Forschungsliteratur wird bereitgestellt (ca. 15 €). Literatur: Maxine Berg, Elizabeth Eger (Hg.), Luxury in the eighteenth century. Debates, desires and delectable goods, Basingstoke [u.a.] 2007; Sebastian Böhmer u.a. (Hg.), Weimarer Klassik. Kultur des Sinnlichen, Berlin, München 2012; Daniel Fulda, Frauke Berndt (Hg.), Die Sachen der Aufklärung, Hamburg 2012; Birgit Neumann, Präsenz und Evidenz fremder Dinge im Europa des 18. Jahrhunderts, Göttingen 2015; Michael North, Genuss und Glück des Lebens. Kulturkonsum im Zeitalter der Aufklärung, Köln u.a. 2003; Julia Schmidt-Funke, Buchgeschichte als Konsumgeschichte. Überlegungen zu Buchbesitz und Lektüre in Deutschland und Frankreich um 1800, in: Hanno Schmitt u.a. (Hg.), Die Entdeckung von Volk, Erziehung und Ökonomie im europäischen Netzwerk der Aufklärung, Bremen 2011, S. 259-279.


(S) Kolloquium zum Praxismodul Materielle Kultur der Aufklärung

Modul: Modul Master KdA: Praxismodul; Materielle Aufklärung

Vorbesprechung Di 11.4. 19.30 Uhr, Ludwig Wucherer Str. 2, Raum 1.10.0. Hier werden je nach Beginn der Praktika die Termine der Ortsbesuche abgesprochen.

Praxiskolloquium am 20.6., IZEA, 14-16 Uhr

Das Seminar begleitet die Praxisphase in den kooperierenden  Kultureinrichtungen und stellt abschließend alle Projektergebnisse in  einem öffentlichen Kolloquium im IZEA zur Diskussion. Die Modulleistung  besteht aus einer 15-minütigen Präsentation sowie einem abschließenden Projektbericht, der auf der Homepage des Studiengangs veröffentlicht wird (http://www.master-aufklaerung.uni-halle.de).

WiSe 2016/17

(S) Klopstock!    

Blockseminar "Klopstock!"
Dr. Chr. Holm/PD Dr. Chr. Soboth

Aktuelle Informationen zu den Ergebnissen des Blockseminars finden Sie auf der Projektseite zum Blockseminar "Klopstock!".

Module:
Literaturgeschichte [17. Jh. bis zur Gegenwart] (BA/LA)
Literaturgeschichte 17. bis 19. Jhd. (BA/LA)
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)
Angewandte Literaturwissenschaft (BA)
Themen, Stoffe, Motive (MA)
Literatur und Ästhetik II (MA KdA)                                                                                   
Vorbesprechung: 14.10.2016, 16-18 Uhr, Ludwig-Wucherer-Str. 2, R. 1.10

Halle, Ludwig-Wucherer-Str. 2, R. 1.10: 21.10. und 11.11. jeweils  14-19 Uhr (mit Kaffeepause); Klopstockhaus Quedlinburg (jeweils mit  Zugfahrten) 25.11. (Vorbereitung), 4.12. und 11.12. (Präsentation)  jeweils 9-18 Uhr

max. 15 Teiln. (verbindliche Anmeldungen sind ab sofort per E-Mail möglich: )

„Klopstock!“ – damit war alles gesagt, wenn man sich als Angehöriger  der empfindsamen Jugend­be­wegung in den 1770ern zu erkennen geben  wollte, Goethe führt es in seinem „Werther“ eindrucksvoll vor. Friedrich  Gottlieb Klopstock war jedoch mehr als ein Modeautor. In  literaturgeschichtlicher Per­spektive veränderte er sowohl die  deutschsprachige Lyrik als auch die Vorstellung von Autorschaft  nachhaltig: Mit seiner Versdichtung etablierte Klopstock eine neue  Kunstsprache, die metrische Präzi­sion und fließende Bewegung  miteinander verbindet. Der Geniekult um seine Person verdankte sich  nicht allein der begeisterten Leserschaft, denn Klopstock sorgte mit  seinen unkonventionellen Auftritten als Schlittschuhläufer, Kunstreiter  und Nacktbader, aber auch als großer Liebender für öffentliches  Auf­sehen und sicherte seinen anhaltenden Erfolg durch eine kluge  Werkpolitik.

Heute ist Klopstock nur noch einem kleinen Kreis von  Literaturkundigen bekannt, das Klopstockhaus in der Welterbestadt  Quedlinburg steht deshalb vor gänzlich anderen Herausforderungen als das  Goethe­haus in der Weltkulturerbe-Stadt Weimar.

Das Seminar wird realisiert in Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der MLU und dem Klopstock e.V. Quedlinburg    .  In einer ersten Phase werden Klopstocks Verswerke, seine Briefe und  seine Werkpolitik analysiert, in einer zweiten Phase werden vor Ort  Vermittlungs­formate für das Klopstockhaus    im Rahmen der vielbesuchte Veranstaltung Advent in den Höfen    erarbeitet.

Teilnahmebedingung ist Lektüresicherheit, die Übernahme eines  Impulsreferates (Studienleistung) und die aktive Mitarbeit an der  Präsentation im Klopstockhaus (je nach Umfang Studien- oder  Modulleistung). Ein Reader mit Grundlagentexten wird bereitgestellt. Zur  Vorbereitung: Katrin Kohl: Friedrich Gottlieb Klopstock, 2010; Steffen  Martus: Werkpolitik, 2007.

(S) Einführung in die Literaturwissenschaft: „Heinrich Heine“ (mo 12-14)    

Ludwig-Wucherer-Str. 2, SR 23
Seminar Dr. Chr. Holm
Modul:
Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext. (Literaturwissenschaft)

max. Teilnehmerzahl: 30

In literaturgeschichtlicher Perspektive besetzt Heinrich Heine  zugleich die Position des schärfsten Kritikers der Romantik sowie die  ihres virtuosen Vollenders. Heine selbst hat sich als „entlaufener  Romantiker“ beschrieben und spielte damit nicht allein auf seine  Situation als deutschsprachiger Exilautor in Paris an, sondern ebenso  auf die Auseinandersetzung mit der romantischen Generation um 1800. Als  Zeitschriftsteller des Vormärz, der seine literarische Arbeit an eine  engagierte Einlassung auf die eigene Gegenwart bindet, hatte Heine  maßgeblich Teil an der Entwicklung von neuen journalistischen Textsorten  wie Feuilleton und Reportage. Aus dieser Konstellation heraus  entstanden ebenso mutige wie witzige Gattungsexperimente zwischen  traditionellen Versepen und kompromisslosen Zeitanalysen, zwischen  deutschem Volksliedton und europäischer Salonkonversation. Anhand der  Verswerke „Deutschland, ein Wintermärchen“ und „Das Buch der Lieder“  sowie der Prosatexte „Harzreise“ und „Aus den Memoiren des Herrn  Schnabelewopski“ werden folgende Aspekte behandelt und diskutiert:  Funktion und Reichweite von Epochenbegriffen (Romantik, Vormärz),  gattungstheoretische Grundbegriffe (Versepos, Reportage, Satire),  Themen, Stoffe und Motive (Revolution, Loreley, Heimkehr) sowie  literaturwissenschaftliche Methoden (hermeneutische, diskursanalytische  und kulturwissenschaftliche Zugänge).

Teilnahmevoraussetzungen sind Lektüresicherheit und Übernahme eines  Impulsreferates oder eines Ergebnisprotokolls (Studienleistung); das  Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen (Modulteilleistung).
Lektüregrundlage des Seminars, folglich anzuschaffen sind die vier oben  genannten Texte von Heine in den jeweiligen Reclam-Ausgaben, zudem B.  Jeßing, R. Köhnen (Hrsg.): Einführung in die Neuere  deutsche  Literaturwissenschaft. 3. überarb. und aktual. Aufl. 2012.
Weitere einführende Literatur (auch im Semesterapparat): G. Höhn, Heine  Handbuch, 3. Aufl., 2004; W. Preisendanz, Heinrich Heine, 2. Aufl. 1983.

(S) Einführung in die Literaturwissenschaft: „Heinrich Heine“ (mo 16-18)    

Ludwig-Wucherer-Str. 2, HS V
Seminar Dr. Chr. Holm
Modul:
Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext. (Literaturwissenschaft)

max.Teilnehmerzahl: 30

In literaturgeschichtlicher Perspektive besetzt Heinrich Heine   zugleich die Position des schärfsten Kritikers der Romantik sowie die   ihres virtuosen Vollenders. Heine selbst hat sich als „entlaufener   Romantiker“ beschrieben und spielte damit nicht allein auf seine   Situation als deutschsprachiger Exilautor in Paris an, sondern ebenso   auf die Auseinandersetzung mit der romantischen Generation um 1800. Als   Zeitschriftsteller des Vormärz, der seine literarische Arbeit an eine   engagierte Einlassung auf die eigene Gegenwart bindet, hatte Heine   maßgeblich Teil an der Entwicklung von neuen journalistischen  Textsorten  wie Feuilleton und Reportage. Aus dieser Konstellation  heraus  entstanden ebenso mutige wie witzige Gattungsexperimente  zwischen  traditionellen Versepen und kompromisslosen Zeitanalysen,  zwischen  deutschem Volksliedton und europäischer Salonkonversation.  Anhand der  Verswerke „Deutschland, ein Wintermärchen“ und „Das Buch der  Lieder“  sowie der Prosatexte „Harzreise“ und „Aus den Memoiren des  Herrn  Schnabelewopski“ werden folgende Aspekte behandelt und  diskutiert:  Funktion und Reichweite von Epochenbegriffen (Romantik,  Vormärz),  gattungstheoretische Grundbegriffe (Versepos, Reportage,  Satire),  Themen, Stoffe und Motive (Revolution, Loreley, Heimkehr)  sowie  literaturwissenschaftliche Methoden (hermeneutische,  diskursanalytische  und kulturwissenschaftliche Zugänge).

Teilnahmevoraussetzungen sind Lektüresicherheit und Übernahme eines   Impulsreferates oder eines Ergebnisprotokolls (Studienleistung); das   Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen (Modulteilleistung).
Lektüregrundlage des Seminars, folglich anzuschaffen sind die vier oben  genannten Texte von Heine in den jeweiligen Reclam-Ausgaben,  zudem B.  Jeßing, R. Köhnen (Hrsg.): Einführung in die Neuere  deutsche   Literaturwissenschaft. 3. überarb. und aktual. Aufl. 2012.
Weitere einführende Literatur (auch im Semesterapparat): G. Höhn, Heine   Handbuch, 3. Aufl., 2004; W. Preisendanz, Heinrich Heine, 2. Aufl.  1983.

SoSe 2016

(S) Einführung in die Lyriktheorie
Schwerpunkt: Politische Lyrik (mo 12-14)
Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordn.)
Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 18
Beginn: 04.04.2016

Hatte sich ab Mitte des 18. Jahrhunderts die politische Lyrik als  herrschaftskritisches Genre im Zeichen der Freiheit herausbildet, so  geriet sie bereits um 1800 in Konflikt mit der Autonomieästhetik, die  die Freiheit der Kunst propagierte. Entsprechend stellte der Vormärz-Publizist  Robert Prutz fest, „daß bei uns Deutschen Poesie und Politik als  entschiedene und unversöhnbare Gegensätze betrachtet werden“ (1843).  Zudem problematisierten gerade politische Lyriker selbst ihr Genre in  besonderer Schärfe, so parodierte Heinrich Heine eingängig-liedhafte  Gedichte als „Phrasenpatriotismus“ oder die 1968er hebelten die  Definition des Genres aus mit dem Standpunkt, dass jede Form von Lyrik  an den Machtverhältnissen partizipiere und somit politisch sei. Das  Seminar versucht, in systematischer Perspektive die unterschiedlichen  Positionsbestimmungen der Lyrik zur Politik und als Medium von Politik  zu differenzieren. Behandelt werden politikkritische wie  politikaffirmative Gedichte von Gryphius über Karsch und Bürger, Heine  und Brecht bis zu Kaschnitz und Enzensberger. Bei der Untersuchung der  Gedichte werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und  Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen vermittelt.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines  Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation. Gern werden  Vorschläge für Gedichte aufgenommen, sie können bis zum 1.4. per Mail übermittelt werden. Textgrundlage bilden folgende Bücher, deren Anschaffung erforderlich ist:

Politische Lyrik, hrsg. v. Gunter E. Grimm, Stuttgart, Reclam 2014;  Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart,  Metzler 1997.

(S) Einführung in die Lyrikanalyse
Schwerpunkt: Metalyrik (mo 16-18)
Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (alte Ordn.)
Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 18

Beginn: 04.04.2016
Wenn in Gedichten vom Gedichtemachen die Rede ist, von „Lied und  Gebilde“ (Johann Wolfgang Goethe), von „Schrei Manifesten“ (Yvan Goll)  oder vom „Wohnen im Wort“ (Rose Ausländer), so spricht man von  Metalyrik. Das Seminar widmet sich der besonderen Machart und  Selbstreflexion solcher ‚Gedichtgedichte‘. Dabei wird eine historische  Linie vom Barock bis zur Gegenwart, von Greiffenberg über Klopstock und  Hölderlin, Eichendorff, Droste-Hülshoff und Hofmannsthal bis zu  Bachmann und Grünbein verfolgt, um daran unterschiedliche Vorstellungen  von Autorschaft, Gedicht und Poetik zu differenzieren. Im Rahmen der  Leitfrage nach der selbstbezüglichen Machart von Metalyrik werden basale  Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und  Gedichtformen exemplarisch vermittelt.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines  Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation. Gern werden  Vorschläge für Gedichte aufgenommen, sie können bis zum 1.4. per  Mail übermittelt werden. Ein Reader mit einer Gedichtauswahl sowie  Grundlagentexten der Forschung wird bereitgestellt. Zudem ist  anzuschaffen: Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl.  Stuttgart, Metzler 1997.


(S) Dichterhäuser und andere Personengedenkstätten des 18. Jahrhunderts Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17.-19. Jahrhundert (alte Ordnung)
Modul Master KdA: Materielle Kultur der Aufklärung)

Vorbesprechung: 15.4.2016, 14-16 Uhr, Ludwig-Wucherer-Str. 2, R. 1.10
Das Seminar findet in vier verschiedenen Personengedenkstätten in zwei Blöcken statt, am 29./30.4. und am 20./21.5., je nach Anfahrt zwischen 9 und 17 Uhr. Die Reisekosten betragen ca. 20 €.
max. 15 Teiln.

Seit der frühen Neuzeit werden Wohnorte von Dichtern, Theologen,  Philosophen, bildenden Künstlern und Musikern in Erinnerungspraktiken  eingebunden. Gerade die Spannung von einem ideellen, d.h. nicht  ortsgebundenen Werk einerseits und der materiellen Stabilität eines  Hauses andererseits wurden im 18. Jahrhundert reflektiert und im 19.  Jahrhundert im Museumsformat der Personengedenkstätte  institutionalisiert.

Das Seminar geht diesem erinnerungskulturellen Phänomen an vier  markanten Häusern des langen 18. Jahrhunderts nach: den Lebens- und  Wirkungsstätten eines Aufklärungsphilosophen, eines  Dichtergenies,  eines Reformpädagogen und einer Komponistin, wobei es unterschiedliche  Konzepte differenziert: Das Wolffhaus in Halle sowie das Herrenhaus  Rochow in Reckahn stehen für die Verflechtung von Person und  Wissenspraxis, das Klopstockhaus in Quedlinburg und die Schumannwohnung  in Leipzig für die Entstehung und Etablierung des Geniekults. In allen  Häusern werden neben den Inhalten auch die Vermittlungskonzepte mit den  jeweiligen Kuratoren diskutiert und somit ein Einblick in  außeruniversitäre Berufsfelder gegeben.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Ergebnisprotokolls oder  eines Impulsreferates. Ein Reader mit Grundlagentexten wird erstellt.  Zur Vorbereitung: Häuser der Erinnerung. Zur Geschichte der  Personengedenkstätte in Deutschland, hg. v. Anne Bohnenkamp u.a. Leipzig 2015.

Anmeldungen sind ab sofort per Mail möglich:

(S) Kolloquium zum Praxismodul Materielle Kultur der Aufklärung Modul Master KdA: Praxismodul; Materielle Aufklärung
Vorbesprechung: 21.5. 17-19 Uhr, Raum 1.10.0 Uhr (Ludw.-Wucherer-Str. 2).
Hier werden je nach Beginn der Praktika die Termine der Ortsbesuche in  der vorlesungsfreien Zeit sowie das gemeinsame Kolloquium festgelegt.

Das Seminar begleitet die Praxisphase in den kooperierenden  Kultureinrichtungen und stellt abschließend alle Projektergebnisse in  einem öffentlichen Kolloquium im IZEA zur Diskussion. Die Modulleistung  besteht aus einer 15-minütigen Präsentation sowie einem abschließenden Projektbericht, der auf der Homepage des Studiengangs veröffentlicht wird (http://www.master-aufklaerung.uni-halle.de).

(S) Einführung in die Literaturwissenschaft: Georg Büchner (mo 12-14)
(Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext)
Emil-Abderhalden-Str. 26-27, Raum 5, mo 12-14

„.. die Kunstsprache ist abscheulich, ich meine, für menschliche Dinge müsste man auch menschliche Ausdrücke finden“ – dieser Einsicht folgte Georg Büchner in einer ebenso kompromisslosen wie kreativen Weise, indem er vermeintlich literaturfernes Sprachmaterial verarbeitet hat. Bis heute fasziniert das schmale Werk des nur 23 Jahre alt gewordenen Autors durch moderne Darstellungsformen für komplexe gesellschaftliche wie innerpsychische Vorgänge.
Anhand der Dramen „Woyzeck“ und „Dantons Tod“, der Erzählung „Lenz“ sowie von Auszügen aus Briefen, journalistischen und medizinischen Arbeiten werden folgende Aspekte behandelt und diskutiert: Funktion und Reichweite von Epochenbegriffen (Spätaufklärung, Kunstperiode, Vormärz), gattungstheoretische Grundbegriffe (soziales Drama, Novelle, Pamphlet, Brief, Vorlesung), Themen, Stoffe und Motive (Revolution, Geschlechterbeziehungen, Experiment, Automat) sowie literaturwissenschaftliche Methoden (hermeneutische, semiotische, diskursanalytische und kulturwissenschaftliche Zugänge).
Teilnahmevoraussetzungen sind Lektüresicherheit und Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung); das Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen (Modulteilleistung).
Textgrundlage des Seminars, folglich anzuschaffen sind: Georg Büchner: Werke und Briefe. Hrsg. v. Karl Pörnbacher. Münchner Ausgabe. München 1997; Benedikt Jeßing, Ralph Köhnen (Hrsg.): Einführung in die Neuere  deutsche Literaturwissenschaft. 3. überarb. und aktual. Aufl. München 2012.
Weitere einführende Literatur (auch im Semesterapparat): Roland Borgards, Harald Neumeyer (Hrsg.): Büchner Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2009. Barbara Neymeyr (Hrsg.): Georg Büchner: neue Wege der Forschung. Darmstadt 2013.

(S) Einführung in die Literaturwissenschaft: Georg Büchner (mo 16-18)
(Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext)
Seminarraum 5 (Raum E.61) [EA 26-27]

„..die Kunstsprache ist abscheulich, ich meine, für menschliche  Dinge müsste man auch menschliche Ausdrücke  finden“ – dieser Einsicht  folgte Georg Büchner in einer ebenso kompromisslosen wie kreativen Weise, indem er vermeintlich literaturfernes Sprachmaterial verarbeitet hat. Bis heute fasziniert das schmale Werk des nur 23 Jahre alt gewordenen Autors durch moderne Darstellungsformen für komplexe gesellschaftliche wie innerpsychische Vorgänge.
Anhand der Dramen „Woyzeck“ und „Dantons Tod“, der Erzählung „Lenz“ sowie von Auszügen aus Briefen, journalistischen und medizinischen Arbeiten werden folgende Aspekte behandelt und diskutiert: Funktion und Reichweite von Epochenbegriffen (Spätaufklärung, Kunstperiode, Vormärz), gattungstheoretische Grundbegriffe (soziales Drama, Novelle, Pamphlet, Brief, Vorlesung), Themen, Stoffe und Motive (Revolution, Geschlechterbeziehungen, Experiment, Automat) sowie literaturwissenschaftliche Methoden (hermeneutische, semiotische, diskursanalytische und kulturwissenschaftliche Zugänge).
Teilnahmevoraussetzungen sind Lektüresicherheit und Übernahme eines Impulsreferates (Studienleistung); das Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen (Modulteilleistung).
Textgrundlage des Seminars, folglich anzuschaffen sind: Georg Büchner: Werke und Briefe. Hrsg. v. Karl Pörnbacher. Münchner Ausgabe. München 1997; Benedikt Jeßing, Ralph Köhnen (Hrsg.): Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft. 3. überarb. und aktual. Aufl. München  2012.
Weitere einführende Literatur (auch im Semesterapparat): Roland Borgards, Harald Neumeyer (Hrsg.): Büchner Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2009. Barbara Neymeyr (Hrsg.): Georg Büchner: neue Wege der Forschung. Darmstadt 2013.

(S) Das literarische Haus vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart (mi 16-18)
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul B.A/LA: Literaturgeschichte. 19. Jhd. bis zur Gegenwart;
Themen, Stoffe, Motive)
Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 16 (E.11), mi 16-18

Filmabend am 9.12.2015 um 18.00 Uhr
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus zu einer tragfähigen,  mitunter überlasteten Denkfigur in den Debatten über das Verhältnis von Einzelnem und Gesellschaft, von Körper und Seele, von Erinnerung und Vision. Daran partizipierte auch die deutschsprachige Erzählliteratur, die das Haus zu einem leistungsstarken Motiv ausbaute. An einer exemplarischen Textauswahl von der Romantik bis zur Gegenwart verfolgt das Seminar drei zentrale Themenfelder: 1.) Das Haus als sozialer  Aktionsraum, als Scharnierstelle zwischen Gemeinschaft und Staat, als Instrument von Inklusion und Exklusion; 2.) Das Haus als Zeitspeicher und Erinnerungsmedium, als Ort des Spuks, als Scharnierstelle zwischen ehemaligen und zukünftigen Bewohnern; 3.) Das Haus als poetologisches Strukturmodell für die Bauformen des Textes, als Scharnierstelle  zwischen Literatur und materieller Kultur.
Teilnahmevoraussetzungen sind Lektüresicherheit und Übernahme eines Impulsreferates oder einer Text- bzw. Filmmoderation (Studienleistung). Eine Modulleistung kann in Form der schriftlichen Hausarbeit erbracht werden, in begründeten Ausnahmefällen (L.A., Erasmus) ist auch die mündliche Prüfung möglich.
Textgrundlage des Seminars, folglich anzuschaffen bzw. zu kopieren sind (Vorlagen werden im Semesterapparat bereitgestellt): E. T. A. Hoffmann: Das öde Haus (1817); Theodor Storm: Im Nachbarhaus links (1875); Thomas Mann: Buddenbrooks (1901); Franz Kafka: Der Bau (postum 1928); Anna Mitgutsch: Haus der Kindheit (2000); Jenny Erpenbeck: Heimsuchung (2008).
Einführende Literatur: Nacim Ghanbari: Das Haus. Eine deutsche Literaturgeschichte 1850-1926. Berlin 2011; Salvatore Pisani; Elisabeth Oy-Marra (Hg.): Ein Haus wie Ich: die gebaute Autobiographie in der Moderne. Bielefeld 2014.

(V) Ringvorlesung: Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme (di 10-12)   (V) Ringvorlesung:Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme
Module B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Module B.A./LA: Literaturgeschichte 17.-19. Jahrhundert
Modul Master: Kulturelle Diskurse
Modul Master KdA: Einführungsmodul: „Kulturen der Aufklärung“
zusammen mit Prof. Fulda u. a.
IZEA, Thomasiuszimmer, di 10-12

Die  Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne.  Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen  Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen elf Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft,  Geschichte, Medizingeschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft, Musikwissenschaft sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als  Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.

SoSe 2015

Einführung in die Lyrikanalyse (Schwerpunk: Liebeslyrik)
Modul B.A./L.A. Literatur- und Gattungstheorie (ab WS 2013/14)
Modul B.A./L.A. Gattungen und Gattungstheorie

S
2 SWS
Chr. Holm
Mo 12-14
Zusatztermin ist ein Liederabend am 1. Juni.

Max. Teilnehmerzahl: 30

Liebe und Lyrik scheinen füreinander geschaffen – kein anderes Thema  beherrscht die Lyrik so wie die Liebe und unsere kulturelle Auffassung  von Herzensangelegenheiten ist nachhaltig von Gedichten und Songtexten  disponiert. Das Seminar vergleicht zentrale Motive der deutschsprachigen  Liebeslyrik wie Werbung, Klage, Lust(gewinn), Lob in  genregeschichtlicher Perspektive,  nicht ohne Seitenblicke auf prägende  Referenzformen wie Sapphos Oden oder Petrarcas Sonette. Es arbeitet sich  chronologisch entlang von den Galanterie des 17. Jahrhunderts über die  Empfindsamkeit des 18. Jahrhunderts, die Romantik des 19. Jahrhunderts  und die Neue Sachlichkeit des 20. Jahrhunderts bis zu aktuellen  Positionen, namentlich von Neukirch über Karsch und Goethe, Günderrode  und Platen bis zu Tucholsky und Hahn. Bei der Untersuchung der Gedichte  werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie  zu Vers-, Strophen- und Gedichtformen vermittelt.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Impulsreferates oder einer  thesenorientierten Anmoderation einer Textdiskussion. Eigene Vorschläge  für Gedichte können vorab gemailt oder zur ersten Sitzung mitgebracht  werden. Eine Modulleistung kann in Form der Klausur erbracht werden.

Textgrundlage bilden zwei Bücher, deren Anschaffung erforderlich ist:  "Es schlug mein Herz". Deutsche Liebeslyrik, hg. v. Hans  Wagener, erw.  Neuausg., Stuttgart, Reclam 2006; Dieter Burdorf, Einführung in die  Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart, Metzler 1997.

Einführung in die Lyrikanalyse (Schwerpunkt: Gebrauchslyrik)
Modul B.A./L.A. Literatur- und Gattungstheorie (ab WS 2013/14)
Modul B.A./L.A. Gattungen und Gattungstheorie

S
2 SWS
Chr. Holm
Mo 16-18
Zusatztermin ist ein Liederabend am 1. Juni.

Max. Teilnehmerzahl: 30

Lyrik gilt gemeinhin als höchste Form sprachlicher Verdichtung, als  Dichtkunst schlechthin. Dabei wird oft übersehen, dass gerade Gedichte  vielfach für einen außerhalb des Textes liegenden Gebrauch geschrieben  wurden, etwa für einen einmaligen Anlass (z.B. einen Festakt) oder für eine wiederholbare Rezeptionssituation (z.B.  die tägliche Andacht). Das Seminar stellt solche Gebrauchsformen in den  Vordergrund der Lyrikanalyse und diskutiert sie an drei Etappen, 1. an  Erbauungsgedichten um 1700; 2. an Lob- und Festgedichten für den  Weimarer Hof um 1800. Im Zentrum steht 3. die Neue Sachlichkeit, die den  Begriff der „Gebrauchslyrik“ eingeführt hat, um das Gedicht  – mit  unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Absichten –  in den Alltag  einzubinden. Im Zentrum stehen Bert Brechts Hauspostille (1927), Mascha Kalékos Lyrisches Stenogrammheft (1933) und Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke (1936). Bei der Untersuchung der Gedichte werden basale  Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers-,  Strophen- und Gedichtformen vermittelt.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Impulsreferates oder einer  thesenorientierten Anmoderation einer Textdiskussion. Eigene Vorschläge  für Gedichte können vorab gemailt oder zur ersten Sitzung mitgebracht  werden. Eine Modulleistung kann in Form der Klausur erbracht werden.

Als Textgrundlage wird ein Reader zusammengestellt (ca. 7 €). Zudem  ist als Grundlagenwerk für die Analyse anzuschaffen: Dieter Burdorf,  Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart, Metzler 1997.

Literarische Bildbeschreibung und aktuelle Perspektiven der Literaturvermittlung
Modul B.A./L.A. Literaturgeschichte 17. bis zur Gegenwart [vor WS 2013/14: 17. Jh. bis 19. Jh.]
Modul B.A./L.A./M.A. Themen, Stoffe, Motive
Modul: B.A.: Angewandte Literaturwissenschaft

S
4 SWS

Blockseminar: Freitagsveranstaltungen in Halle jeweils 14-19.00 Uhr am 10., 17., 24. April und 15., 22. Mai 2015; 28.-30.5.2015 gemeinsame Blockveranstaltung in Weimar; 21.7.2015 Abschlusskolloquium in Weimar
Unkosten von insgesamt ca. 30 € fallen mit dem Reader und den Fahrten  an, die Übernachtungen in Weimar werden von der Klassik Stiftung  übernommen.

Max. Teilnehmerzahl: 12

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Lehrkooperation zwischen der Klassik Stiftung mit der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität  Weimar sowie den Germanistischen Instituten der Universitäten in Jena  und Halle statt und widmet sich in diesem Sommer dem Thema  „Text-Bild-Relationen“.  Der jeweils erste Teil des Seminares (2 SWS) findet in den eigenen  Instituten statt, der zweite Teil in einer gemeinsamen  Blockveranstaltung in Weimar (2 SWS), bei der in direkter  Auseinandersetzung mit Originalbeständen vor Ort in Kleingruppen Ansätze  der Literaturvermittlung erarbeitet werden. Alle Studierenden  präsentieren ihre Ergebnisse abschließend in einem öffentlichen  Kolloquium in der Klassik Stiftung.

Während sich die Studierenden in Weimar auf den Ausstellungsfilm und  in Jena auf die Literaturillustration vorbereiten, befassen wir uns mit  dem Verfahren der Ekphrasis, der literarischen Beschreibung von Bildern,  in der Goethezeit. Besprochen und diskutiert werden die „poetische  Malerei“, die auf die Verbindung von Text und Bild zielt, Lessings  medientheoretische Differenzierung von Text und Bild, die Beschreibung  von Bildern (Winckelmann, Heinse, Goethe) und Bildzyklen (Lichtenberg).  Ein Schwerpunkt liegt auf der Gattung der Idylle, eine dem  Reinheitsgebot der Medien um 1800 suspekte, da hybride Gattung zwischen  Text und Bild, was an den unvollendeten Gemeinschaftsprojekten von  Goethe und Tischbein diskutiert wird.

Voraussetzung ist die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme, insgesamt  zwei Modulleistungen können in Form der Hausarbeit und/oder der  Abschlusspräsentation erbracht werden. Ab Ende März wird ein Reader mit  der Primärliteratur und ausgewählten Theorietexten bereit gestellt.  Vorab sind folgende Titel zu empfehlen: Beschreibungskunst –  Kunstbeschreibung. Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, hg. v.  Gottfried Boehm u. Helmut Pfotenhauer, München 1995; Jörg J. Berns     : Film vor dem Film. Bewegende und bewegliche Bilder als Mittel  der Imaginationssteuerung in Mittelalter und Früher Neuzeit, Marburg  2000.

Die Seminaranmeldung ist ab sofort per Mail bei mir möglich, bitte  skizzieren Sie dabei auch, wo Ihre Interessen liegen und Sie sich einen  Beitrag vorstellen könnten.

WiSe 2014/15

Einführung in die Literaturwissenschaft: Heinrich von Kleist

Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext

Mo 12-14 Uhr, Raum: C

max. Teilnehmerzahl: 30

Als  „großer Unzeitgemäßer seiner Epoche“, als Typus des modernen Dichters  schlechthin ging Heinrich von Kleist in die Literaturgeschichte ein (J.  F. Lehmann). Bis heute erhitzen Kleists brutale und blasphemische Texte  mit ihren geradezu monströsen Satzkonstruktionen nicht nur die Gemüter,  sondern befeuern auch die literaturwissenschaftliche Neugier. Anhand  einer überschaubaren Auswahl aus dem epischen, dramatischen und  lyrischen Werk, den Erzählungen „Michael Kohlhaas“ und „Das Erdbeben von  Chili“, den Dramen „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Penthesilea“ sowie  den Gedichten „Der Schrecken im Bade“ und „Das letzte Lied“, ergänzt um  Exkurse zu Briefwechsel und Journalismus, werden folgende Aspekte  behandelt und diskutiert: Funktion und Reichweite von Epochenbegriffen  (Kleists Werk zwischen Klassik und Romantik), gattungstheoretische  Grundbegriffe (Novelle, Märchendrama, Brief, Anekdote, Zeitungsartikel),  Themen, Stoffe und Motive (Zufall, Blutrache, sexuelle Hörigkeit) sowie  literaturwissenschaftliche Methoden (hermeneutische, semiotische und  diskursanalytische Zugänge).  Teilnahmevoraussetzungen sind  Lektüresicherheit und Übernahme eines Impulsreferates  (Studienleistung); das Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen  (Modulteilleistung).  Textgrundlage des Seminars, folglich  anzuschaffen und zu lesen sind: Michael Kohlhaas, Das Erdbeben von  Chili, Das Käthchen von Heilbronn, Penthesilea (alle bei Reclam  erhältlich) sowie Benedikt Jeßing   , Ralph Köhnen    (Hrsg.): Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft. 3. überarb. und aktual. Aufl. München 2012.  Weitere einführende Literatur (auch im Semesterapparat): Johannes F. Lehmann: Einführung in das Werk  Heinrich von Kleists. Darmstadt 2013; Ingo Breuer (Hrsg.): Kleist  Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2009; David E. Wellbery  (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am  Beispiel von Kleists „Das Erdbeben in Chili“. 3. Aufl. München 1993.


Einführung in die Literaturwissenschaft: Heinrich von Kleist

Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext

Di 8-10 Uhr, Raum: C

max. Teilnehmerzahl: 30

Als  „großer Unzeitgemäßer seiner Epoche“, als Typus des modernen Dichters  schlechthin ging Heinrich von Kleist in die Literaturgeschichte ein (J.  F. Lehmann). Bis heute erhitzen Kleists brutale und blasphemische Texte  mit ihren geradezu monströsen Satzkonstruktionen nicht nur die Gemüter,  sondern befeuern auch die literaturwissenschaftliche Neugier. Anhand  einer überschaubaren Auswahl aus dem epischen, dramatischen und  lyrischen Werk, den Erzählungen „Michael Kohlhaas“ und „Das Erdbeben von  Chili“, den Dramen „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Penthesilea“ sowie  den Gedichten „Der Schrecken im Bade“ und „Das letzte Lied“, ergänzt um  Exkurse zu Briefwechsel und Journalismus, werden folgende Aspekte  behandelt und diskutiert: Funktion und Reichweite von Epochenbegriffen  (Kleists Werk zwischen Klassik und Romantik), gattungstheoretische  Grundbegriffe (Novelle, Märchendrama, Brief, Anekdote, Zeitungsartikel),  Themen, Stoffe und Motive (Zufall, Blutrache, sexuelle Hörigkeit) sowie  literaturwissenschaftliche Methoden (hermeneutische, semiotische und  diskursanalytische Zugänge).  Teilnahmevoraussetzungen sind  Lektüresicherheit und Übernahme eines Impulsreferates  (Studienleistung); das Seminar wird mit einer Hausarbeit abgeschlossen  (Modulteilleistung).  Textgrundlage des Seminars, folglich  anzuschaffen und zu lesen sind: Michael Kohlhaas, Das Erdbeben von  Chili, Das Käthchen von Heilbronn, Penthesilea (alle bei Reclam  erhältlich) sowie Benedikt Jeßing   , Ralph Köhnen    (Hrsg.): Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft. 3. überarb. und aktual. Aufl. München 2012.  Weitere einführende Literatur (auch im Semesterapparat): Johannes F. Lehmann: Einführung in das Werk  Heinrich von Kleists. Darmstadt 2013; Ingo Breuer (Hrsg.): Kleist  Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2009; David E. Wellbery  (Hrsg.): Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am  Beispiel von Kleists „Das Erdbeben in Chili“. 3. Aufl. München 1993.


Die Reportage: Eine Textsorte zwischen Journalismus und Literatur

Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 19. Jhdt. bis Gegenwart;

Modul B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive

Mi 16-18 Uhr, Raum: A

max. Teilnehmerzahl: 30

„Und  nichts Sensationelleres in der Welt gibt es, als die Zeit, in der man  lebt“, so kommentiert Egon Erwin Kisch seine 1924 erschienene  Reportagesammlung „Der rasende Reporter“. Ihr spezifisches Gepräge  erhält die Reportage durch diese Zeitgenossenschaft und das im Text  vergegenwärtigte Agieren der Reporterfigur, die sich in ein persönliches  Näheverhältnis zum Geschehen begibt oder es sogar als teilnehmender  Beobachter mitgestaltet. Aus dieser besonderen Bericht- bzw.  Erzählsituation entwickelten sich Darstellungsverfahren, die sich  literaturwissenschaftlich beschreiben und analysieren lassen.   Das  Seminar behandelt Reportagen bekannter wie vergessener Autorinnen und  Autoren, wobei die Geschichte der Textsorte nachgezeichnet und  übergreifende Typen differenziert werden sollen. Nachgegangen wird  zunächst den Vorläufern der Reisereportage im 19. Jahrhundert (Heinrich  Heine), ausführlich werden die Konjunkturen von Sozial-, Milieu- und  Industriereportage in der Weimarer Republik (Egon Erwin Kisch, Maria  Leitner) sowie in der Nachtkriegszeit in BRD und DDR behandelt (Günter  Wallraffs Rollenreportagen, Kollektivreportage von Werner Bräunig, Jan  Koplowitz u.a.). Schließlich werden jüngere, sogenannte literarische Reportagen (Hans Magnus Enzensberger, Marie-Luise Scherer) besprochen sowie die insbesondere im Online-Journalismus wieder entdeckten  Impulse des New Journalism (Gay Talese) bedacht.   Textauswahl:  Ein Reader mit der Textauswahl wird für ca. 10 Euro bereitgestellt.  Konkrete Vorschläge für die zu behandelnden Reportagen sind bis  Semesterbeginn möglich  Teilnahmevoraussetzungen:  Lektüresicherheit und Übernahme eines Impulsreferates oder einer  thesengeleiteten Moderation (Studienleistung). Das Seminar kann je nach  Studiengang mit einer Hausarbeit oder einer mündlichen Prüfung  abgeschlossen werden (Modulleistung).  Literatur: Catarina  Kostenzer: Die literarische Reportage. Über eine hybride Form zwischen  Journalismus und Literatur. Innsbruck 2009; Michael Haller: Die  Reportage. Konstanz 2008; Nora Berning: Narrative Means to Journalistic  Ends: A Narratological Analysis of Selected Journalistic Reportages.  Wiesbaden 2011.


Texte, Bilder und Objekte: Wissensmedien im 18. Jahrhundert

Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17. bis 19. Jhdt.  Modul LA: Angewandte Literaturwissenschaft

MA „Kulturen der Aufklärung“: Materielle Kultur der Aufklärung (Praxismodul)

max. Teilnehmerzahl: 20 (Anmeldungen sind vorab per mail möglich)

Vorbesprechung am Do. 23.10.13., 18-20 Uhr, Germanistisches Institut, Herweghstr. 96, Raum: B; Freitagstermine jeweils von 9 bis 15 Uhr am 7.11., 14.11., 28.11.2014  in der Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen, in der Meckelschen  Sammlung der Medizinischen Fakultät der MLU, in der Münzsammlung der  Moritzburg und am 5.12.2014 von 10 bis 18 Uhr im Gleimhaus Halberstadt (Anreise und Mittagspause eingerechnet)

Im  18. Jahrhundert verändert sich der wissenschaftliche Umgang mit Natur-  und Kunstobjekten nachhaltig, indem ihnen ein sinnlicher Erkenntniswert  zugesprochen wird. Das zeigt sich in der Ausbildung von natur- und  kunst- und auch textwissenschaftlichen Spezialsammlungen, die nicht nur  an den Universitäten, sondern auch in den Wohnstuben eingerichtet  werden. Damit einher geht die Kritik am alten Wissensmodell der  universellen Wunderkammer, die zunehmend als „eine Menge unnützen  Plunders“  verspottet wird (G. C. Lichtenberg   ).

Das  Seminar widmet sich dieser Ausdifferenzierung der Wissensmedien in vier  Etappen, die vor Ort in den historischen Sammlungen des 18.  Jahrhunderts und im Dialog mit den Kustoden stattfinden: 1. der  Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen, 2. der naturwissenschaftlichen  Spezialsammlung der Medizinerdynastie Meckel, 3. der  kunstwissenschaftlichen Spezialsammlung aus der Gründungszeit der  Münzkunde in der Moritzburg und 4. dem Literaturarchiv im Gleimhaus  Halberstadt. Dabei werden die kulturgeschichtlichen Entwicklungen  zugleich aus der Perspektive der Literatur betrachtet (Goethe, Jean  Paul, Arnim), die diese zeitgleich notieren wie reflektieren und dabei   nicht nur nach dem wissenschaftlichen Potenzial, sondern auch nach der  Poesiefähigkeit von Sammlungsstücken fragen.

Literatur: Thomas Müller-Bahlke:  Die Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen. 2., überarb. und erw.  Aufl. Halle 2012; Rüdiger Schultka: Das vorzüglichste Cabinett – Die  Meckelschen Sammlungen zu Halle (Saale). Wettin-Löbejün 2012; Ralf-Torsten  Speler: Die Sammlung antiker Münzen: eine frühe Lehrmittelsammlung der  Universität. In: Kunst und Aufklärung im 18. Jhdt., Ruhpolding 2005, S.  256-264. Diana Stört: Johann Wilhelm Ludwig Gleim und die gesellige Sammlungspraxis im 18. Jahrhundert. Hamburg 2010.

SoSe 2014

  • Einführung in die Lyrikanalyse (Schwerpunkt: Poetologische Lyrik von Frauen)

Modul: Gattung und Gattungstheorie
Mo 16-18 ÜR A, Beginn: 7.4.
Zusatztermin 27.5.2014, 20 Uhr: Sondervorstellung „Georg Trakl 1914“ (Eintritt: 8 €)

max. Teilnehmerzahl: 30

„Frauen dichten anders“, so ist eine überaus erfolgreiche, von Marcel Reich-Ranicki  herausgegebene Lyrikanthologie überschrieben. Der Grund für diese  Verschiedenheit wird weniger erklärt als vorausgesetzt. Das Seminar  hingegen wird nicht von einer ‚naturgegebenen Andersartigkeit‘ ausgehen,  sondern interessiert sich vielmehr für die kulturellen  Leitvorstellungen von der Beziehung zwischen Weiblichkeit und Sprache,  unter welchen Frauen dichteten und dichten. Es geht also weniger um  Gedichte, die einen wie auch immer definierten Geschlechtscharakter  illustrieren, sondern vielmehr um solche, die die Bedingungen weiblichen  Schreibens poetologisch reflektieren. Dabei wird eine historische Linie  vom Barock bis zur Gegenwart, von Sibylla Schwarz über Anna Luisa  Karsch und Annette von Droste-Hülshoff bis zu Ingeborg Bachmann und  Ulla Hahn verfolgt. Im Rahmen der Leitfrage nach der poetologischen  Dimension werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und  Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch vermittelt.

Teilnahmebedingung  ist die Übernahme eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten  Anmoderation. Eigene Vorschläge für Gedichte können vorab gemailt oder  zur ersten Sitzung mitgebracht werden.

Textgrundlage  bilden folgende Bücher, deren Anschaffung erforderlich ist: Ulla Hahn  (Hg.), Stechäpfel. Gedichte von Frauen aus drei Jahrtausenden,  Stuttgart, Reclam 2008; Dieter Burdorf, Einführung in die  Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart, Metzler 1997.

  • Einführung in die Lyrikanalyse (Schwerpunkt: Naturlyrik)

Modul: Gattung und Gattungstheorie
Mo 12-14 ÜR B, Beginn: 7.4.
Zusatztermin 27.5.2014, 20 Uhr: Sondervorstellung „Georg Trakl 1914“ (Eintritt: 8 €)

max. Teilnehmerzahl: 30

Die  Wahrnehmung von Natur und somit auch deren dichterische Verarbeitung  veränderte sich grundlegend im 18. Jahrhundert. In  literaturgeschichtlicher Perspektive lässt sich untersuchen, wie  Naturgedichte zunehmend aus dem Kontext des Gotteslobs heraustreten und  die Natur als ästhetisches Erlebnis begründen, was im 20. Jahrhundert  unter den Vorzeichen ökopolitischer Ansätze fraglich werden muss. Vor  dem Hintergrund dieser Entwicklung werden Klassiker der Gattung wie Paul  Gerhardts Kirchenlieder, Klopstocks Oden, Droste-Hülshoffs  Heidebilder, Brechts Bukower Elegien und Astels Ökolyrik behandelt.  Darüber hinaus interessiert, wie das traditionelle und vermeintlich  harmlose Genre durchaus zum Feld politischer Auseinandersetzung werden  kann. Bei der Untersuchung der Gedichte werden basale Analysekategorien  zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen  vermittelt.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme  eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation. Eigene  Vorschläge für Gedichte können vorab gemailt oder zur ersten Sitzung  mitgebracht werden.

Textgrundlage bilden folgende  Bücher, deren Anschaffung erforderlich ist: Dietrich Bode (Hg.):  Deutsche Naturlyrik. Eine Auswahl, Stuttgart, Reclam 2012; Dieter  Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart, Metzler  1997.

  • Einführung in die Lyrikanalyse (Schwerpunkt: Großstadtlyrik)

Module : B.A./LA: Gattung und Gattungstheorie bzw. B.A./LA (ab WiSe 2013/14) Gattungs- und Literaturtheorie
Di 8-10 ÜR B, Beginn: 8.4.
Zusatztermin 27.5.2014, 20 Uhr: Sondervorstellung „Georg Trakl 1914“ (Eintritt: 8 €)

max. Teilnehmerzahl: 30

Die Entstehung der modernen Großstadt im Europa des ausgehenden 19.  Jahrhunderts stellte völlig neue Herausforderungen an die Wahrnehmung,  die von der Literatur nicht nur notiert, sondern auch in neuartigen  Darstellungsweisen reflektiert wurden. Das Seminar verfolgt die  Formierung des Genres der Großstadtlyrik von Naturalismus und  Symbolismus, Expressionismus und Neuer Sachlichkeit über die  Trümmerlyrik der Nachkriegszeit bis zu postmodernen Neuformulierungen  etwa der Gruppe vom Prenzlauer Berg entlang der Gedichte von Arno Holz,  Hugo von Hofmannsthal, Georg Trakl, Mascha Kaleko, Johannes R. Becher,  Sarah Kirsch, Rolf Dieter Brinkmann, Sascha Anderson u.a.m. Dabei werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen vermittelt.

Teilnahmebedingung  ist die Übernahme eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten  Anmoderation. Eigene Vorschläge für Gedichte können vorab gemailt oder  zur ersten Sitzung mitgebracht werden.

Textgrundlage  bilden folgende Bücher, deren Anschaffung erforderlich ist: Waltraud  Wende (Hg.): Großstadtlyrik, Stuttgart, Reclam 1999; Dieter Burdorf,  Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart, Metzler 1997.

  • Neue Stadt, neuer Mensch? Eine Literatur- und Kulturgeschichte der sozialistischen Stadt am Beispiel Halle-Neustadts

Module: B.A./LA: Literaturgeschichte 19. Jhdt. bis Gegenwart bzw. B.A./LA (ab WiSe 2013/14) Literaturgeschichte; B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive; B.A.: Angewandte Literaturwissenschaft
Blockseminar an Wochenenden: 23.5., 13 Uhr bis 25.5., 16 Uhr (Halle) und 21.6., 11 Uhr bis 22.6., 18 Uhr (Jena); Ergebnispräsentation in der Ausstellung „Halle-Neustadt“ an vier Abendterminen 14. bis 17.7.
Vorbesprechung am Fr. 11.4. um 16 Uhr, ÜR B
Leitung: Dr. Christiane Holm (MLU Halle) und PD Dr. Stephan Pabst (FSU Jena)

max. Teilnehmerzahl: 12 (Anmeldungen sind im Vorfeld per Mail möglich)

Nach 1945 wurden deutsche Städte nicht nur wieder aufgebaut, es wurden  auch neue Städte gebaut. Mit diesen neuen Städten verbanden sich v.a.  in der DDR Vorstellungen von neuen Formen sozialen Lebens, die immer  auch Züge ästhetischer Utopien trugen, die sich bereits in den 70er und  80er Jahren abnutzten. Seit 1989 wirken viele dieser Städte wie Relikte  einer ‚vergangenen Zukunft’. Eines der wichtigsten Projekte des  sozialistischen Wohnungsbaus war die Chemiearbeiter-Stadt Halle-Neustadt,  die im Sommer 2014 50 Jahre alt wird. Das Jubiläum wird durch das  Stadtmuseum Halle mit einer Ausstellung und durch MDR Figaro mit einer  Themenwoche begleitet.

In diesem Zusammenhang bieten  die Universitäten Halle und Jena ein gemeinsames Projektseminar an, das  dem Aufbau und dem postsozialistischen Rückbau der neuen Stadt, ihren  utopischen Voraussetzungen und der Wirklichkeit ihrer Nutzung dort  nachgeht, wo sie in Bildern, Filmen und Bildern greifbar werden. Dabei  kooperiert es mit dem Stadtmuseum und dem MDR, weshalb Vertreterinnen  beider Partnerinstitutionen, Susanne Feldmann, Kuratorin der  Ausstellung, und Dr. Katrin Schumacher, Redakteurin bei Figaro, an der  Veranstaltung mitwirken. Im ersten Block ist eine Reihe von Ortsterminen  in Halle-Neustadt vorgesehen, der zweite findet in Jena statt.

Die  Arbeitsergebnisse des Seminars sollen erstens in Form von kurzen  Radiobeiträgen zu je einem literarischen Werk und zweitens im  Rahmenprogramm der Ausstellung an vier Themenabenden präsentiert werden  (14.-17. Juli). Ein Reader mit allen literarischen Texten (z.B. Jan Koplowitz, Werner Bräunig, Brigitte Reimann, Rainer Kirsch u.a.m.)  sowie Grundlagentexten der Forschung wird bereitgestellt.  Teilnahmebedingung ist die Mitgestaltung beider Vermittlungsformate; als  Modulleistung wird deren schriftliche Vor- bzw. Nachbereitung  anerkannt.

WiSe 2013/14

Einführung in die Literaturwissenschaft: Goethe

Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext

Mo 16-18 Uhr, Raum: A

max. Teilnehmerzahl: 30

„Goethe  geht immer“ – darüber sind sich Auktionare und Werbemanager wie  Ausstellungskuratoren und andere Akteure des Kulturbetriebs einig.  Gründe dafür finden sich nicht nur in der festen Verankerung der  Klassiker in den Schulcurricula, sondern auch in der großen  Anschlussfähigkeit von Goethes facettenreichem Lebenswerk an  gegenwärtige Diskussionen.

Das Seminar setzt bei dieser  vermeintlichen Vertrautheit an, um umso deutlicher den  Perspektivenwechsel bewusst zu machen, den literaturwissenschaftliche  Zugangsweisen erfordern. Die vergleichende Analyse verschiedener  Gattungen und Werkphasen (exemplarisch: Werther, Iphigenie, Alterslyrik)  zielt besonders auf die Herausarbeitung verschiedener Vorstellungen von  Autorschaft und Leserschaft. Vor diesem Hintergrund werden  diskursanalytische, rezeptionsästhetische und kulturwissenschaftliche  Theorieansätze diskutiert:  „Was ist ein Autor?“ (Foucault),  „Der  implizite Leser“ (Iser) und „Die Schreibszene“ (Campe). Diese Zugänge  werden ergänzt durch einen Filmabend zu „Goethe!“ (Stölzl 2010), in dem  die Form der Literaturverfilmung sowie die Mechanismen der kulturellen  Aktualisierung erörtert werden.

Das Lesepensum der literarischen  Werke ist klein, das der Forschungsliteratur ungleich größer.  Teilnahmebedingung ist neben intensiver Lektüre die Übernahme eines  Impulsreferates. Angeschafft werden müssen folgende Texte: Die Leiden  des jungen Werther; Iphigenie von Tauris; 50 Gedichte (alle bei Reclam)  sowie Benedikt Jeßing/Ralph Köhnen: Einführung in die Neuere deutsche  Literaturwissenschaft. 2. Aufl. Stuttgart 2007. Die Theorietexte werden  als Kopiervorlage im Semesterapparat bereitgestellt.

Einführung in die Literaturwissenschaft: Goethe

Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext

Di 14-16 Uhr, Raum: C (Bibl)

Filmabend: 5. November 19 Uhr

max. Teilnehmerzahl: 30

„Goethe  geht immer“ – darüber sind sich Auktionare und Werbemanager wie  Ausstellungskuratoren und andere Akteure des Kulturbetriebs einig.  Gründe dafür finden sich nicht nur in der festen Verankerung der  Klassiker in den Schulcurricula, sondern auch in der großen  Anschlussfähigkeit von Goethes facettenreichem Lebenswerk an  gegenwärtige Diskussionen.

Das Seminar setzt bei dieser  vermeintlichen Vertrautheit an, um umso deutlicher den  Perspektivenwechsel bewusst zu machen, den literaturwissenschaftliche  Zugangsweisen erfordern. Die vergleichende Analyse verschiedener  Gattungen und Werkphasen (exemplarisch: Werther, Iphigenie, Alterslyrik)  zielt besonders auf die Herausarbeitung verschiedener Vorstellungen von  Autorschaft und Leserschaft. Vor diesem Hintergrund werden  diskursanalytische, rezeptionsästhetische und kulturwissenschaftliche  Theorieansätze diskutiert:  „Was ist ein Autor?“ (Foucault),  „Der  implizite Leser“ (Iser) und „Die Schreibszene“ (Campe). Diese Zugänge  werden ergänzt durch einen Filmabend zu „Goethe!“ (Stölzl 2010), in dem  die Form der Literaturverfilmung sowie die Mechanismen der kulturellen  Aktualisierung erörtert werden.

Das Lesepensum der literarischen  Werke ist klein, das der Forschungsliteratur ungleich größer.  Teilnahmebedingung ist neben intensiver Lektüre die Übernahme eines  Impulsreferates. Angeschafft werden müssen folgende Texte: Die Leiden  des jungen Werther; Iphigenie von Tauris; 50 Gedichte (alle bei Reclam)  sowie Benedikt Jeßing/Ralph Köhnen: Einführung in die Neuere deutsche  Literaturwissenschaft. 2. Aufl. Stuttgart 2007. Die Theorietexte werden  als Kopiervorlage im Semesterapparat bereitgestellt.

Zorn und Wut in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts

Mi 16-18 Uhr, Raum: A

Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 19. Jhdt. bis Gegenwart; Modul B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive

max. Teilnehmerzahl: 30

„Das schnellste Pferd    kann ein im Zorn gesprochenes Wort nicht einholen“ – so die  aphoristische Beschreibung einer gefühlssprachlichen Extremsituation.  Die literarische Darstellung des Themenfeldes Zorn und Wut äußert sich  nicht nur auf der Inhaltsebene in zugespitzten Situationsmotiven,  sondern immer auch in einer besonderen Sprachlichkeit. Deshalb geraten  Zorn und Wut mitunter ins Zentrum poetologischer Positionierungen, wie  prominent bei Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek geschehen.

Die  Beschäftigung mit Gefühlen in der Literatur verleitet zu der  vorschnellen Annahme, dass es sich um die Darstellung des Menschlich-Allzumenschlichen,  um eine  anthropologische Konstante handele. Gerade  literaturgeschichtliche Zugänge können zeigen, dass nicht nur die  sprachlichen Ausdrucksformen, sondern auch die diesen zugrundeliegenden  Vorstellungen von Zorn und Wut kulturell disponiert sind. Das Seminar  setzt bei mythologischen und biblischen Texten an und konzentriert sich  auf folgende Beispiele der Literatur des 19. Jahrhunderts bis zur  Gegenwart: Kleist, Michael Kohlhaas (1810); Keller, Pankraz der  Schmoller (1856); Vischer, Auch einer (1879); Trakl, Grodeck (1914);  Bernhard, Die Macht der Gewohnheit (1974); Jelinek: Die Ausgesperrten  (1980); Manesse: Lässliche Todsünden. Zorn (2009). Die thematologische  Untersuchung dieser Textauswahl bezieht auch theologische,  philosophische, psychologische ebenso wie medizinische und juristische  Diskurse mit ein. Im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Verhältnis  von Macht und Ohnmacht sowie von Leiblichkeit und Sprachlichkeit.

Teilnahmebedingung  ist uneingeschränkte Lektüresicherheit (die im Zweifelsfalle überprüft  wird!) und die Übernahme eines thesenorientierten Impulsreferates.  Aktuelle Forschungsliteratur: Johannes F. Lehmann, Im Abgrund der Wut.  Zur Kultur- und Literaturgeschichte des Zorns, Würzburg 2012. Bozena  Anna Badura u. Kathrin Weber (Hg.), Ira - Wut und Zorn in Kultur und  Literatur, Gießen 2013.

Gelehrte und literarische Erinnerungskultur im 18. Jahrhundert

Vorbesprechung am Fr. 18.10.13., 10-12, Germanistisches Institut, Herweghstr. 96, Raum: B

Blockveranstaltung jeweils Freitag den 6. und 13.12.2013 sowie den 10. und 17.1.2014 (die Fahrtkosten für Gruppentickets liegen bei insgesamt etwa 25 € pro Person)

Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17. bis 19. Jhdt., M.A. ARW: Materielle Kultur der Aufklärung (Praxismodul)

max. Teilnehmerzahl: 20

Im  18. Jahrhundert lassen sich eine Neuformation und eine  Ausdifferenzierung von Erinnerungskulturen beobachten, was sich nicht  nur in innovativen Erinnerungsmedien, sondern auch in einer veränderten,  zunehmend weniger dynastisch orientierten Auffassung vom kollektiven  Gedächtnis zeigt. Vor diesem Hintergrund erhalten die Akteure von  Wissenschaft und Literatur ein Gesicht in der Ausstattung  teilöffentlicher Räume.

Im Zentrum des Seminars stehen die Fragen,  warum und wie die Verfasser von Texten bildwürdig werden, in welche  Betrachtungs- und Nutzungspraktiken diese Erinnerungsobjekte eingebunden  sind und welche erinnerungspolitischen Strategien sich damit verbinden.  Dem geht das Seminar an solchen Orten nach, in denen sich der  Raumzusammenhang von Büchern und Porträts weitgehend erhalten konnte:  die Kulissenbibliothek der Franckeschen Stiftungen zu Halle, der  Freundschaftstempel des Gleimhauses in Halberstadt und die  Schlossbibliothek sowie das Gotische Haus des Gartenreiches Dessau-Wörlitz.  Abschließend wird bei einem Besuch des Jenaer Romantikerhauses zu  diskutieren sein, wie sich das gelehrte und literarische Leben um 1800,  dessen kulturelle Überlieferung vor allem in Büchern und Porträts  besteht, heute in Museen ausstellen lässt. Alle vier Exkursionen werden  in enger Abstimmung mit den zuständigen FachwissenschaftlerInnen der  jeweiligen Kultureinrichtung konzipiert und ermöglichen somit auch  exklusive Einblicke in die Forschungsfelder und Berufsbilder dieser  außeruniversitären Wissensorte.

Teilnahmevoraussetzung ist die  Übernahme eines Impulsreferates. Ein Reader mit grundlegenden Aufsätzen  wird bereitgestellt. Zur Einführung: Roland Kanz, Dichter und Denker im  Porträt. Spurengänge zur deutschen Porträtkultur des 18. Jahrhunderts,  1993. Christian Gudehus u.a. (Hg.), Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Handbuch, 2010.

SoSe 2013

  • Einführung in Theorie und Geschichte der Lyrik

Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie
2 SWS

Herweghstr. 96, ÜR C
Mo 10-12,
Filmabend am 24.4. 19-21 Uhr
max. Teilnehmerzahl:30

Beginn: 8.4.2013

Gedichte gelten als besonders bildhafte Texte. In ihnen zeigen sich  allein wegen ihrer Kürze poetische Verfahren uneigentlicher Rede oder  situativer Evokation von Anschaulichkeit in besonderer Verdichtung. Um  die Eigentümlichkeit lyrischer Bildlichkeit in den Blick zu bekommen,  wird zu Beginn des Seminars das Experiment der Gedicht-Verfilmung  in Peter Schmerbergs „Poem“ (2003) diskutiert. Im Folgenden werden  verschiedene Qualitäten von Bildlichkeit an historischen Stationen von  der barocken Allegorie über die aufklärerische Rahmenschau, das Symbol  im Fin de Siècle bis zur konkreten Poesie der 1950er untersucht. Darüber  hinaus werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Metrik sowie  Gedicht-, Strophen- und Versformen vermittelt. Flankiert wird dieser  Überblick durch ausgewählte lyriktheoretische Positionen von Martin  Opitz über Hugo von Hofmannsthal bis zu Margarete Susman.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Impulsreferates zu einem  frei wählbaren Gedicht, an dem die erarbeiteten Analysekategorien  erprobt und epochal kontextualisiert werden. Die Modulleistung wird  durch eine Klausur erbracht.

Textgrundlage bilden folgende Bücher, deren Anschaffung erforderlich  ist: Dietrich Bode (Hg.), Deutsche Gedichte. Eine Anthologie. Stuttgart:  Reclam 2011. Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl.  Stuttgart: Reclam 1997. Weitere Texte sind vorzubereiten aus: Ludwig  Völker (Hg.), Lyriktheorie. Texte vom Barock bis zur Gegenwart,  Stuttgart: Reclam 1990. Nina Herres u.a. (Hg.): Das lyrische Bild. München: Fink 2010.

  • Einführung in Theorie und Geschichte der Lyrik

Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie
2 SWS

Herweghstr. 96, ÜR A,
Mo 16-18,
Filmabend am 24.4. 19-21 Uhr,
max. Teilnehmerzahl: 30,

Beginn: 8.4.2013

Gedichte gelten als besonders bildhafte Texte. In ihnen zeigen sich  allein wegen ihrer Kürze poetische Verfahren uneigentlicher Rede oder  situativer Evokation von Anschaulichkeit in besonderer Verdichtung. Um  die Eigentümlichkeit lyrischer Bildlichkeit in den Blick zu bekommen,  wird zu Beginn des Seminars das Experiment der Gedicht-Verfilmung  in Peter Schmerbergs „Poem“ (2003) diskutiert. Im Folgenden werden  verschiedene Qualitäten von Bildlichkeit an historischen Stationen von  der barocken Allegorie über die aufklärerische Rahmenschau, das Symbol   im Fin de Siècle bis zur konkreten Poesie der 1950er untersucht.  Darüber hinaus werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und  Metrik sowie Gedicht-, Strophen- und  Versformen vermittelt. Flankiert  wird dieser Überblick durch ausgewählte lyriktheoretische Positionen von  Martin Opitz über Hugo von Hofmannsthal bis zu Margarete Susman.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Impulsreferates zu einem  frei wählbaren Gedicht, an dem die erarbeiteten Analysekategorien  erprobt und epochal kontextualisiert werden. Die Modulleistung wird  durch eine Klausur erbracht.

Textgrundlage bilden folgende Bücher, deren Anschaffung erforderlich  ist: Dietrich Bode (Hg.), Deutsche Gedichte. Eine Anthologie. Stuttgart:  Reclam 2011. Dieter Burdorf, Einführung in die  Gedichtanalyse, 2.  Aufl. Stuttgart: Reclam 1997. Weitere Texte sind vorzubereiten aus:  Ludwig Völker (Hg.), Lyriktheorie. Texte vom Barock bis zur Gegenwart,  Stuttgart: Reclam 1990. Nina Herres u.a. (Hg.): Das lyrische Bild. München: Fink 2010.

  • Schreibszenen von Wieland bis Nietzsche und Literaturvermittlung in Weimar

Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17. bis 19. Jahrhundert,
Modul B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive,
Modul B.A./LA: Literaturtheorie,
Modul B.A.: Angewandte Literaturwissenschaft
4 SWS

Herweghstr. 96, ÜR A,
Mi 16-18, am 19.6. mit anschließendem Vortrag 18-20 Uhr,
Blockveranstaltung in Weimar 4.-6.7.,
Studentische Vorträge und Fachtagung in Weimar: 14.-16.11,
max. Teilnehmerzahl: 15
Beginn: 10.04.2013

Die Anmeldung ist ab sofort auch per Mail möglich:

Können Objekte aus dem Lebensbereich von Autorinnen und Autoren einen  literaturwissenschaftlichen  Erkenntniswert haben, oder vollzieht sich  das Betrachten von Schreibtischen und Weingläsern rein auf der  affektiven Ebene gefühlter biographischer Nähe und führt somit eher von  der Literatur weg? Dies ist eine der Fragen, der das Seminar bei der  Untersuchung des literarischen Weimarsmit seinen Gedenkstätten, Archiven  und Museen nachgeht.

Denn im Zuge des ‚material turn‘ der Kulturwissenschaften  interessiert sich auch die Literaturwissenschaft zunehmend für die  materialen Bedingungen der Textproduktion und -rezeption und deren  poetische Reflexion. Das Seminar setzt seinen Schwerpunkt im Konzept der  „Schreibszene“, das die instrumentelle und körperliche Seite des  Schreibvorgangs umfasst. Untersucht werden erstens konkrete  Arbeitssituationen, etwa Goethes Diktate oder Nietzsches Schreibkugel,  zweitens literarische Inszenierungen des Schreibens so in der  Gelegenheitsdichtung im Umfeld der Herzogin Anna Amalia oder in  Schillers Maria Stuart und schließlich drittens die postumen  Vergegenwärtigungen von Schreibszenen  in den Weimarer Dichterhäusern  durch Autoren wie Karl Immermann, Franz Kafka oder Walter Benjamin.

Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung mit der Klassik  Stiftung Weimar sowie den Universitäten in Jena und Weimar, in welchen  theaterwissenschaftliche und gestalterische Zugänge vorbereitet werden.  Das Blockseminar in Weimar führt alle Studierenden zusammen, die in  Kleingruppen übergreifende Fragestellungen der Literaturvermittlung vor  Ort untersuchen und diskutieren. Die Ergebnisse werden im November im  Kontext einer Fachtagung zur Literaturvermittlung vorgestellt und  diskutiert.

Die Übernachtungen des ersten Weimar-Aufenthaltes in Gut  Oßmannstedt werden durch den Gastgeber finanziert, für den zweiten  Aufenthalt werden noch Gelder beantragt. Selbst zu tragen sind die  Fahrtkosten von 16 Euro.

Literatur zur Vorbereitung: Martin Stingelin (Hg.): „Mir ekelt vor  diesem tintenklecksenden Säkulum“. Schreibszenen im Zeitalter der  Manuskripte. München 2004. Severin Perrig : Am Schreibtisch großer Dichter und Denkerinnen . Eine Geschichte literarischer Arbeitsorte .  Zürich  2011. Lothar Müller : Weiße Magie . Die Epoche des Papiers . München 2012. Sebastian Böhmer u.a. (Hg.), Weimarer Klassik – Kultur des Sinnlichen, Berlin 2012.

WiSe 2012/13

  • S Einführung in die Lyriktheorie

Modul B.A./Lehramt: Gattung und Gattungstheorie

Herweghstraße 96, ÜR A
Mo 12-14 Uhr, Beginn: 9.10.2012
max. Teilnehmerzahl: 30

„Vom Gedicht erwarte ich, dass es mich angeht.“ (J. Anderegg) – diese  Einschätzung, so trivial sie klingt, birgt einige lyriktheoretische  Voraussetzungen. Gedichte wurden nicht allein über ihre sprachliche  Verfasstheit, sondern auch über gattungsspezifische Formen und  Intensitäten von Aussprache und Ansprache definiert. Das Seminar geht  diesen Definitionen in einem historischen Abriss lyriktheoretischer  Positionen von Opitz über Herder, Hegel und Hofmannsthal bis zu Anderegg  nach. Zudem werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und  Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch an epochal  repräsentativen Gedichten von Catharina Regina von Greiffenberg bis zu  Durs Grünbein vermittelt. Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines  Impulsreferates zu einem frei wählbaren Gedicht, an dem die erarbeiteten  Analysekategorien erprobt und epochal kontextualisiert werden.

Textgrundlage bilden folgende Bücher, deren Anschaffung empfohlen  wird: Dietrich Bode (Hg.), Deutsche Gedichte. Eine Anthologie.  Stuttgart: Reclam 2011. Ludwig Völker (Hg.), Lyriktheorie. Texte vom  Barock bis zur Gegenwart, Stuttgart: Reclam 1990; Dieter Burdorf,  Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl. Stuttgart: Reclam 1997.

  • S Einführung in die Literaturwissenschaft: Goethe

Modul B.A./Lehramt: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext

Herweghstr. 96, ÜR C
Mi 8-10 Uhr, Beginn: 17.10.2012
Filmabend am 6.11.2012, 18-22 Uhr,
Exkursion nach Weimar am 26.01.2013, 9-17 Uhr
max. Teilnehmerzahl: 30

Die Beschäftigung mit deutscher Literatur von der Aufklärung bis zur Romantik ist ohne eine intensive Goethe-Lektüre  kaum denkbar. Ganz in diesem Sinne konnte sich der epochale  Sammelbegriff von der „Goethezeit“ bis heute halten. Ein Grund für diese  Zusammenschau einer individuellen Lebensleistung mit einer ganzen  Epochenfolge liegt darin, dass Goethe in seinen autobiographischen  Arbeiten das Exemplarische seines Lebens ausstellte und zu Literatur  machte. Angesichts dieser komplexen Durchdringung von Literatur und  Leben geht das Seminar erstens der literaturtheoretischen Grundsatzfrage  nach, wie sich Literatur zwischen Faktizität und Fiktion, zwischen  Individualität und Zeitgenossenschaft konstituiert. Zweitens ermöglicht  gerade die stichprobenhafte Analyse verschiedener Texte und  Produktionsphasen innerhalb eines einzigen Werks, den Ton-,  Perspektiven- und Themenwechsel von Gattungen und Epochen  nachzuvollziehen. Dabei werden drittens verschiedene  literaturwissenschaftliche Methoden vorgestellt und erprobt. Schließlich  werden viertens auch aktuelle Zugänge zu Goethes Leben und Literatur  diskutiert, wofür ein Filmabend zu „Goethe!“ (P. Stölzl 2010) und eine  Exkursion in die neue Goethe-Dauerausstellung „Lebensfluten – Tatensturm“ (Klassik Stiftung Weimar 2012) angesetzt sind.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Impulsreferates, die  Verfertigung einer Hausarbeit und die Vorbereitung folgender Texte: Die  Leiden des jungen Werther; Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit;  Iphigenie von Tauris (alle bei Reclam), ausgewählter Gedichte (Goethe:  50 Gedichte. Hg. v. D. Bode. Stuttgart: Reclam 1999) sowie zweier  Einführungen: Benedikt Jeßing/Ralph Köhnen: Einführung in die Neuere  deutsche Literaturwissenschaft. 2. Aufl. Stuttgart 2007. Peter Matussek:  Goethe zur Einführung. 2. Aufl. Hamburg: Junius 2002.

  • S Einführung in die Literaturwissenschaft: Goethe

Modul B.A./Lehramt: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext

Herweghstr. 96, ÜR A
Do 12-14 Uhr, Beginn:18.10.2012
Filmabend am 6.11.2012, 18-22 Uhr,
Exkursion nach Weimar am 26.01.2013, 9-17 Uhr

max. Teilnehmerzahl: 30

Die Beschäftigung mit deutscher Literatur von der Aufklärung bis zur Romantik ist ohne eine intensive Goethe-Lektüre  kaum denkbar. Ganz in diesem Sinne konnte sich der epochale  Sammelbegriff von der „Goethezeit“ bis heute halten. Ein Grund für diese  Zusammenschau einer individuellen Lebensleistung mit einer ganzen  Epochenfolge liegt darin, dass Goethe in seinen autobiographischen  Arbeiten das Exemplarische seines Lebens ausstellte und zu Literatur  machte. Angesichts dieser komplexen Durchdringung von Literatur und  Leben geht das Seminar erstens der literaturtheoretischen Grundsatzfrage  nach, wie sich Literatur zwischen Faktizität und Fiktion, zwischen  Individualität und Zeitgenossenschaft konstituiert. Zweitens ermöglicht  gerade die stichprobenhafte Analyse verschiedener Texte und  Produktionsphasen innerhalb eines einzigen Werks, den Ton-,  Perspektiven- und Themenwechsel von Gattungen und Epochen  nachzuvollziehen. Dabei werden drittens verschiedene  literaturwissenschaftliche Methoden vorgestellt und erprobt. Schließlich  werden viertens auch aktuelle Zugänge zu Goethes Leben und Literatur  diskutiert, wofür ein Filmabend zu „Goethe!“ (P. Stölzl 2010) und eine  Exkursion in die neue Goethe-Dauerausstellung „Lebensfluten – Tatensturm“ (Klassik Stiftung Weimar 2012) angesetzt sind.

Teilnahmebedingung ist die Übernahme eines Impulsreferates, die  Verfertigung einer Hausarbeit und die Vorbereitung folgender Texte: Die  Leiden des jungen Werther; Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit;  Iphigenie von Tauris (alle bei Reclam), ausgewählter Gedichte (Goethe:  50 Gedichte. Hg. v. D. Bode. Stuttgart: Reclam 1999) sowie zweier  Einführungen: Benedikt Jeßing/Ralph Köhnen: Einführung in die Neuere  deutsche Literaturwissenschaft. 2. Aufl. Stuttgart 2007. Peter Matussek:  Goethe zur Einführung. 2. Aufl. Hamburg: Junius 2002.

  • S Dichterhaus, Literaturmuseum, Literaturarchiv

Modul B.A.: Angewandte Literaturwissenschaft; Modul MA ARW: Praktikumsvorbereitung Berufsfelder

Vorbesprechung am 19.10.12, 12 Uhr, (Herweghstraße 96, ÜR B)

Blockveranstaltungen freitags von 9 bis max. 19 Uhr (Reisezeit und Mittagspause eingerechnet)

2.11. in Halle: Archiv der Franckeschen Stiftungen (mit Dr. Britta Klosterberg)
9.11. in Halberstadt: Gleimhaus (mit Dr. Ute Pott)
23.11. in Weimar: Goethe-Schiller-Archiv, Goethehaus und Goethe-Nationalmuseum (mit Dr. Silke Henke und Dr. Bettina Werche)
30.11. in Halle: Christian-Wolff-Haus (mit Cornelia Zimmermann u. Susanne Feldmann) und Abschlusssitzung im IZEA

max. Teilnehmerzahl: 20

Seit einigen Jahren hat die Literaturwissenschaft ihre Archive und  Museen als Forschungsgegenstand entdeckt. Ausgehend von den aktuellen  Debatten um den Erkenntniswert der Handschrift und die Ausstellbarkeit  von Literatur widmet sich das Seminar der historischen Herausbildung von  Dichterhaus, Literaturmuseum und Literaturarchiv. Dafür bestehen ideale  Voraussetzungen, denn in Halberstadt und Weimar wurden diese Formate  erfunden und zu bis heute bestehenden Kulturmustern ausgebildet. In der  Arbeit an den historischen Orten werden zugleich die konkreten  Arbeitsbereiche und Berufsbilder angewandter Literaturwissenschaft durch  Expertinnen vorgestellt. Es besteht die Möglichkeit, ein Praktikum  anzuschließen.

Teilnahmevoraussetzung ist die Übernahme eines Impulsreferats. Ein  Reader mit grundlegenden Aufsätzen wird bereitgestellt. Einen Überblick  über aktuelle Debatten bieten: Hellmut Th. Seemann/Thorsten Valk (Hg.):  Literatur ausstellen. Museale Inszenierungen der Weimarer Klassik (hrsg.  zusammen mit). Jahrbuch der Klassik Stiftung Weimar 2012. Göttingen  2012. Anne Bohnenkamp/Sonja Vandenrath: Wort-Räume, Zeichen-Wechsel, Augen-Poesie: zur Theorie und Praxis von Literaturausstellungen. Göttingen 2011.

SoSe 2012

  • S Einführung in die Lyriktheorie

(Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie)
Mo 10-12
Beginn: 16.4.2012
Herweghstraße 96, ÜR C

Als literarische Gattung wurde die Lyrik erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts theoriefähig. Dabei war das Nachdenken über die besonderen Ausdrucksmöglichkeiten eines Gedichtes eng mit der Entdeckung einer ‚Sprache des Herzens‘ verbunden. Die Bestimmung von Lyrik als „Sichaussprechen des Subjekts“ (Hegel) hatte zwar nur eine kurze Konjunktur, blieb aber ein wichtiger Bezugspunkt auch für die Konzepte etwa der ‚absoluten Poesie‘ oder der ‚engagierten Lyrik‘.

Das Seminar stellt diese Debatte um Möglichkeiten und Grenzen einer subjektiven Sprache ins Zentrum eines historischen Abrisses der Lyriktheorie. Daneben werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Metrik, Vers- und Reim-, Strophen- und Gedichtformen exemplarisch an epochal repräsentativen Gedichten von Andreas Gryphius bis zu Friederike Mayröcker vermittelt und erprobt.

Literatur zur Einführung: Ludwig Völker (Hg.), Lyriktheorie. Texte vom Barock bis zur Gegenwart, Stuttgart 1990; Oliver Müller, Einführung  in die Lyrik-Analyse, Darmstadt 2011.

  • S Einführung in die Dramentheorie

(Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie)
Mo 14-16
Beginn: 16.4.2012
Herweghstraße 96, ÜR A

Seit Aristoteles epochaler „Poetik“ wird das Drama vor allem über die Darstellung von Handlung definiert, die nicht nur sprachlich, sondern auch leiblich – mitunter äußerst blutig – in Szene gesetzt wird. Entlang der Formen und Funktionsbestimmungen von Gewaltdarstellungen werden zentrale Positionen der Dramentheorie diskutiert. Einbezogen wird dabei auch die historische Aufführungspraxis, die Frage also, welche Darstellungsformen für Gewaltakte auf der Bühne zur Verfügung standen bzw. für bestimmte Stücke entwickelt wurden.

Zudem werden die zentralen Kategorien der Dramenanalyse an deutschsprachigen Dramen vom Barock bis zur Gegenwart vermittelt und erprobt. Pflichtlektüre sind folgende Dramen: Lohenstein, Cleopatra; Lessing, Emilia Galotti; Schiller, Maria Stuart; Kleist, Penthesilea; Büchner, Dantons Tod; Hofmannsthal, Elektra; Fleisser, Fegefeuer in Ingolstadt; Weiss, Die Ermittlung.

Literatur zur Einführung: Peter Langemeyer (Hg.), Dramentheorie. Texte vom Barock bis zur Gegenwart, Stuttgart 2011; Stefan Scherer, Einführung in die Dramenanalyse, Darmstadt 2010.

  • S Innenräume in der Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts

(Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17.-19. Jhd.)
Di 16-18
Beginn: 10.4.2012
Herweghstraße 96, ÜR A

Das Wohnen ist heute eine selbstverständliche Kulturpraxis und prägt  unsere Auffassung vom Innenraum als Ausdrucksform des Bewohners. Diese Vorstellung entwickelte sich jedoch erst im ausgehenden 18. Jahrhundert, wobei Unterhaltungs- und Fachzeitschriften wie das Journal des Luxus und der Moden oder das Magazin zur Erfahrungsseelenkunde eine führende Rolle übernahmen. Diese Ansätze wurden schnell für die Literatur interessant, die sich maßgeblich an der Neuformulierung der Inneneinrichtung beteiligte.

Es wird zu diskutieren sein, welche Reichweite die Analyse von Literatur für die Bestimmung historischer Kulturpraktiken hat. Im Zentrum stehen folgende Erzähltexte, deren Lektüre Voraussetzung für die Seminarteilnahme bildet: Beer, Teutsche Winter-Nächte; La Roche, Geschichte von Miß Loni; Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre; Schreiber, Reise meines Vetters auf seinem Zimmer; Stifter, Turmalin; Storm, Im Nachbarhaus links.

Literatur zur Einführung: Norbert Wichard, Erzähltes Wohnen. Literarische Fortschreibungen eines Diskurskomplexes im bürgerlichen Zeitalter, Bielefeld 2012; Bernd Stiegler, Reisender Stillstand. Eine kleine Kulturgeschichte der Reisen im und um das Zimmer herum, Frankfurt M. 2010.

  • S Das Tagebuch – Textgattung und Gebrauchsform

(Modul: Literaturgeschichte 17.-19. Jhd.)
Mi 8-10
Beginn: 11.4.2012
Herweghstr. 96; ÜR C

Handelt es sich bei Tagebüchern überhaupt um Literatur? Nicht zuletzt wegen ihrer Stellung zwischen Literatur und Alltag gelten Tagebücher als eine experimentelle Textgattung, die maßgeblichen Anteil an der Produktion und der Versprachlichung von Intimität hatte. Die Literaturgeschichte kann dafür Beispiele von pietistischen Tagebüchern des 18. Jahrhunderts bis zum Journal intime des 19. Jahrhunderts heran ziehen. Zugleich aber, und das wird meist ausgeblendet, ist das Tagebuch eine Gebrauchsform, die maßgeblich von dem bilanzierenden  Rechenbuch, dem verortenden Logbuch und dem datierenden Kalender geprägt  ist.

Der Frage nach den Strukturmerkmalen und Potenzialen des Tagebuchs geht das Seminar an Beispielen von literaturnahen wie literaturfernen Diaristen und Diaristinnen nach. Einbezogen wird auch die materielle Machart der Tagebücher, deren Form bei der Publikation in der Regel verloren geht. Besprochen und analysiert werden Tagebücher von August Hermann Francke, Ulrich Bräker, Johann Caspar Lavater, Fürstin Louise von Anhalt-Dessau, Johann Wolfgang Goethe, Rahel Varnhagen von Ense, Friedrich Hebbel, Arthur Schnitzler und Lou Andreas-Salomé.

Literatur zur Einführung: Arno Dusini, Tagebuch. Möglichkeiten einer Gattung. München 2005; Absolut privat?! Vom Tagebuch zum Weblog, Ausstellungskatalog Museen für Kommunikation, Heidelberg 2008.

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