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Aktuelle Lehrveranstaltungen

Sprechzeiten

Sose 2022:

Montag 18-19 Uhr in der Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 1.07, 1. Etage.

Veranstaltungen SoSe 2022

Kleist - romantisch? Lektüre ausstellen I

Kleist - romantisch? Lektüre ausstellen I

(S) 2 SWS

max. 12 TeilnehmerInnen

  • Modul B.A.: Angewandte Literaturwissenschaft
  • Modul B.A./LA: Literaturgeschichte
  • Modul B.A./LA/M.A.: Themen, Stoffe, Motive
  • Modul B.A. (IKEAS): Kulturgeschichte
  • Modul LAGr: Text: Produktion, Rezeption, Interpretation
  • Modul MA: Kulturelle Diskurse
  • Modul MA: Wissen und Wissenstransfer

Vorbesprechung: Dienstag, 12. April 2022, 18 Uhr c.t., Germ. Inst.; Blockveranstaltung I: 18.-21. Mai 2022 in Schloss Wiepersdorf (Brandenburg); Blockveranstaltung II (ebenfalls 2 SWS) im WiSe 22/23: 2.-5. November 2022) in Frankfurt (Oder). Der erste Block wird als Gruppenstipendium von der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf (Unterkunft und Verpflegung) gefördert, für den zweiten Block wird die Unterkunft durch das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) finanziert.

Das Seminar wird in Kooperation mit dem Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) gemeinsam mit der Kuratorin Dr. Barbara Gribnitz als doppeltes Blockseminar über zwei Semester realisiert (insges. 4 SWS). Es begleitet die gleichnamige Ausstellung „Kleist romantisch“ mit- und gegenlesend und präsentiert abschließend die Lektüreergebnisse in Form einer kuratorischen Intervention. In Schloss Wiepersdorf, einem ebenso abgeschlossenen wie inspirierenden Ort, werden im gemeinsamen close reading neue Zugänge zum romantischen Kleist erprobt und debattiert. Dabei werden romantische Themen und Verfahren identifiziert und kontextualisiert. Die Textauswahl umfasst intensiv als auch kaum beforschte Texte, die in unterschiedlicher Hinsicht als romantisch angesprochen werden können: die Dramen „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Amphitryon“, die Erzählungen und Anekdoten „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“, „Das Bettelweib von Locarno“ und „Der neuere (glückliche) Werther“, die Gedichte „Der Schrecken im Bade“, „Das letzte Lied“ und „Kriegslied der Deutschen“ sowie die ästhetischen Schriften „Über die allmählige Verfertigung der Gedanken beim Reden“, „Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft“, „Betrachtungen über den Weltlauf“ sowie die Kunst-Briefe und Fragmente.

Teilnahmevoraussetzung ist das aktive Mitwirken an beiden Blockseminaren, die thesenorientierte Vorbereitung der gemeinsamen Lektüre sowie arbeitsteilig ausgewählter Forschungstexte. Anzuschaffen sind die oben genannten Texte (vorzugsweise aus dem Reclam-Verlag, die kürzeren Texte werden in einem Reader zur Verfügung gestellt). Eine Auswahl an Forschungstexten wird ab Mitte März auf der Seminar-Plattform von Stud-IP bereitgestellt. Gearbeitet wird u.a. mit dem Kleist-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Hg. v. Ingo Breuer. Stuttgart 2013 (digitale Ausgabe in der ULB verfügbar).

Eine verbindliche Anmeldung ist ab sofort per Mail möglich, vorzugsweise mit einer Begründung der Lektüreinteressen:

Einführung in die Gedichtanalyse (Schwerpunkt: Lyrik von Frauen)

(S) 2 SWS
Montag 12-14 Uhr (13.00-14.30 Uhr)

max. 25 TeilnehmerInnen

  • Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie

In deutschsprachigen Literaturgeschichten und Lyrikanthologien sind Gedichte von Frauen deutlich unterrepräsentiert. Seit etwa vier Jahrzehnten gibt es Korrekturversuche in Form von Frauenliteraturgeschichten und Frauenlyrikanthologien, die wichtige Erschließungsarbeit geleistet haben und fortan leisten. Implizit wird dadurch jedoch die Geschlechtszugehörigkeit als sinnvolle Ordnungseinheit der Literatur bestätigt, was letztlich wenig zur Integration des weiblichen Beitrags in den weithin geltenden Kanon der deutschen Gedichte beigetragen hat. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Seminar einen kanonkritischen Ansatz und befragt Anthologien wie „Frauen dichten anders“ (Marcel Reich-Ranicki, 1998) oder „Frauen | Lyrik“ (Anna Bers, 2020) auf ihre Konzepte von Lyrikgeschichte. In historischer Perspektive werden zudem die kulturellen Leitvorstellungen von der Beziehung zwischen Weiblichkeit und Sprache (z.B. Lyrik als Gattung des Gefühlsausdrucks) und die institutionellen, d.h. auch ökonomischen und rechtlichen Bedingungen weiblicher Autorschaft behandelt. Dabei wird eine literaturgeschichtliche Linie vom Barock bis zur Gegenwart, von Sibylla Schwarz über Anna Luisa Karsch und Annette von Droste-Hülshoff bis zu Ingeborg Bachmann und Marion Poschmann verfolgt. Vor dem Hintergrund der Leitfrage nach den historischen Lizenzen und Spielräumen weiblichen Dichtens werden basale Analysekategorien zu Bildlichkeit und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch vermittelt.

Ein Reader mit einer Gedichtauswahl sowie ausgewählte Forschungsliteratur werden digital in Stud-IP zur Verfügung gestellt. Grundlage für die Analyse bildet: Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 3. Aufl. Stuttgart, Metzler 2015 (digitale Ausg. in der ULB verfügbar). Teilnahmebedingung ist die thesenorientierte Anmoderation eines Gedichts sowie ein Beitrag im Online-Forum des Seminars. Eigene Vorschläge für Gedichte können bis zum 1. April 2022 gemailt werden

Einführung in die Gedichtanalyse (Schwerpunkt: Goethe)

(S) 2 SWS

Montag 16-18 Uhr (15.30-17.00 Uhr)
max. 25 TeilnehmerInnen

  • Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie

Johann Wolfgang Goethes Lyrik gilt nicht nur als repräsentativ für die gern auch mit „Goethezeit“ bezeichnete Epochenkonstellation von der Aufklärung zur Romantik, sie steht bis heute für das kontrovers diskutierte Konzept der „Erlebnislyrik“. Dabei hat Goethe in fast allen lyrischen Genres gearbeitet, vom anakreontischen Lied über die freirhythmische Hymne über das antikisierende Epigramm und die naturphilosophische Elegie bis zur romantischen Balladen. Die Themen und Tonlagen erschöpfen sich keineswegs in harmonischen, melancholischen oder erhabenen Liebes- und Naturgedichten, die für das oben genannte Konzept der Erlebnislyrik herangezogen werden, sondern vertreten sind auch rollenbewusste, mitunter kollaborative Schreibexperimente im Zeichen von destruktivem Spott, scharfer Analyse oder amtlicher Pflichterfüllung. Vor diesem Hintergrund lassen sich an Goethes lyrischem Werk ein enormes Spektrum von Gattungskonventionen und -inventionen sowie Modi des lyrischen Sprechens verfolgen. Dabei werden basale Analysekategorien zu Bildlichkeit und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch besprochen.

Teilnahmebedingung ist die thesenorientierte Anmoderation eines Gedichts sowie ein Beitrag im Online-Forum des Seminars. Arbeitsgrundlage bildet die kommentierte Gedichtausgabe: Johann Wolfgang Goethe, Gedichte. Studienausgabe, Hg. v. Bernd Witte, Stuttgart, Reclam 2008; Grundlage für die Analyse bildet: Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 3. Aufl. Stuttgart, Metzler 2015 (digitale Ausg. in der ULB verfügbar).

Veranstaltungen WiSe 2021/22

Grundlagen der neueren deutschen Literaturwissenschaft: Heinrich von Kleist

  • B.A./LA: Grundlagen der neueren deutschen Literaturwissenschaft

1. Seminar: Mo 13-14.30 Uhr

2. Seminar: Mo 15.30-17.00 Uhr

„– handeln ist besser als wissen“, so formuliert Heinrich von Kleists eine seiner vielzitierten Lebensmaximen. Auch in Kleists literarischem Werk wird wenig gegrübelt und viel agiert. Bis heute erhitzen die atemlosen Texte mit ihren geradezu monströsen Satzkonstruktionen nicht nur die Gemüter, sondern befeuern auch die literaturwissenschaftliche Neugier. Anhand einer Auswahl aus dem epischen und dramatischen Werk (die Erzähltexte „Das Erdbeben von Chili“ und Anekdoten, die Dramen „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Penthesilea“, ergänzt um Briefe und Essays) werden folgende Aspekte behandelt und diskutiert: Funktion und Reichweite von Epochenbegriffen (Kleists Werk zwischen Klassizismus und Romantik), gattungstheoretische Grundbegriffe (Novelle, Märchendrama, Zeitungsartikel), Themen, Stoffe und Motive (Zufall, Gender Trouble, Blutrache) sowie literaturwissenschaftliche Methoden (hermeneutische, semiotische und diskursanalytische Zugänge). Teilnahmevoraussetzungen sind Lektüresicherheit und die Übernahme eines Abstracts zu einem Forschungstext (Studienleistung). Das Seminar wird je nach Studienprogramm mit einer Klausur oder mit einer Hausarbeit abgeschlossen (Modulleistung).

Lektüregrundlage, folglich anzuschaffen sind die oben genannten Titel (vorzugsweise aus dem Reclam-Verlag, die kürzeren Texte werden in einem Reader zur Verfügung gestellt). Gearbeitet wird mit drei Grundlagenwerken, die online in der ULB verfügbar sind: B. Jeßing u. R. Köhnen: Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft. 4. überarb. u. aktual. Aufl. Stuttgart 2017; R. Klausnitzer: Literaturwissenschaft. Begriffe – Verfahren – Arbeitstechniken. 2. Aufl. 2012; Kleist-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Hg. v. Ingo Breuer. Stuttgart 2013


Kann man Aufklärung ausstellen?

  • Praxismodul MA KdA: Materielle Kultur der Aufklärung
  • Modul Master DSL/DLK: Kulturelle Diskurse
  • Modul B.A./LA: Angewandte Literaturwissenschaft
  • Modul LAGr: Text: Produktion, Rezeption, Interpretation
  • Modul IKEAS: Kulturwissenschaft Deutschland 1 – Kulturgeschichte

Die Vorbesprechung erfolgt am Freitag, den 15.10. um 10.30 Uhr im IZEA. Vier Exkursionen finden jeweils Freitag statt am 22.10. und 12.11. von 9 bis 16 Uhr, am 26.11. von 9 bis 19 Uhr (inklus. An- und Rückfahrt nach Halberstadt) und am 10.12.2021 von 10-17 Uhr. Mittags- und Kaffeepausen sind eingeplant.

Die Aufklärung gilt vor allem als eine Epoche des Denkens, der Ideen und folglich der Texte, zugleich aber zeichnet sie sich durch eine spezifische materielle Kultur aus. In der Aufklärung formieren sich neuartige Praktiken, etwa des erkenntnisgeleitete Sammeln oder die persönlichkeitsformende Geselligkeit, die nicht als bloße top-down-Effekte von Ideen erklärbar sind. Das lässt sich nachvollziehen, wenn sich Objekt-Ensembles in ihren historischen Präsentationsformen erhalten haben. Entsprechend aufschlussreiche Ensembles werden in der Wunderkammer der Franckeschen Stiftungen zu Halle, in der Präparatesammlung der Medizinerdynastie Meckel der MLU, im Vorlesungssaal des Wolffhauses in Halle oder im Freundschaftstempel im Gleimhaus Halberstadt jeweils vor Ort besprochen. Einbezogen werden dabei literarische Texte der Aufklärung, welche solche Orte inszenieren.

Eine andere Ausgangssituation besteht, wenn allein Objekte, insbesondere Bücher und Handschriften, überliefert sind. Wie lässt sich Aufklärung als historische Praxis der Wissensvermittlung oder Geselligkeit innerhalb aktueller Ausstellungen vermitteln? Für diese Herausforderung bietet die literaturwissenschaftliche Grundsatzdebatte „Kann man Literatur zeigen?“ viele Reflexions- und Gestaltungsimpulse. Entsprechende Ansätze diskutieren wir an verschiedenen Ausstellungen in den oben genannten Museen.

Ein elektronischer Reader mit zur Kultur- und Literaturgeschichte der Aufklärung, zu den einzelnen Ausstellungen, zur Ausstellungstheorie sowie mit literarischen Texten wird bereitgestellt. Teilnahmebedingungen sind Textsicherheit, der Besuch aller vier Exkursionstermine sowie die Übernahme eines Abstracts zu einem Forschungstext (Studienleistung). Je nach Modul kann die Modulleistung in Form einer Hausarbeit oder eines Praktikumsberichts erbracht werden.


Praxiskolloquium: Materielle Kultur der Aufklärung

  • Praxismodul MA KdA: Materielle Kultur der Aufklärung

Vorbereitungstreffen am 14.10.2021, 15 Uhr, Foyer im IZEA. Die Terminabsprache für das Abschlusskolloquium erfolgt mit den TeilnehmerInnnen und deren BetreuerInnen.

Das Seminar begleitet die Praxisphase des Masterprogramms „Kulturen der Aufklärung“ in den kooperierenden Kultureinrichtungen in Einzelbetreuung. Abschließend werden alle Projektergebnisse in einem öffentlichen Kolloquium im IZEA präsentiert und diskutiert. Die Modulleistung besteht aus einer 15-minütigen Präsentation sowie einem Projektbericht, der auf der Homepage des Studiengangs veröffentlicht wird (http://www.master-aufklaerung.uni-halle.de).


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