Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Aktuelle Lehrveranstaltungen

Sprechzeiten

in der vorlesungsfreien Zeit WiSe 2019/20

Montag, 10. Febr. 18-19 Uhr,
Montag, 9. März von 16-18 Uhr,
Dienstag, 24. März von 16-18 Uhr,

jeweils im GSZ, LuWu 2, 1. OG, Raum 1.07.

Veranstaltungen SoSe 2020

(S) Einführung in die Gedichtanalyse (Schwerpunkt: Lyrik der 20er Jahre)

Mo 12-14, Raum: Seminarraum 20, LuWu 2

26.4.2020 um 11.00 Uhr Ausstellungseröffnung „ist das der große Wurf?“ im Literaturhaus Halle

2 SWS
max. 24 TeilnehmerInnen

  • Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie
  • Modul LAGr: Grundlagen der germanistischen Literaturwissenschaft

In der Debatte, ob Gedichte in der modernen Lebenswelt der Weimarer Republik überhaupt noch zeitgemäß seien, erklärte der Literaturkritiker Paul Rilla, dass die Herausforderung gerade darin bestehe, „aus dem alltäglichen Sprachstoff von heute reinste Dichtung zu machen“. Tatsächlich ist die Aufnahme von Elementen der Alltagssprache wie Redewendungen, Anglizismen, Schlagzeilen oder Werbeslogans prägend für die Lyrik der Neuen Sachlichkeit. Zugleich ist innerhalb und neben dieser Strömung eine ebenso produktive Auseinandersetzung mit den avantgardistischen Sprach- und Formexperimenten des ‚Expressionistischen Jahrzehnts‘ sowie der Dada-Bewegung als auch mit vormodernen Formen wie Ballade oder Volkslied zu beobachten.

An der vielstimmigen lyrikgeschichtlichen Etappe der Zwischenkriegsjahre, konkret an Gedichten von  Else Lasker-Schüler, Gottfried Benn, Kurt Schwitters, Hannah Höch, Bertolt Brecht, Erich Kästner oder Mascha Kaléko, lassen sich verschiedene Gattungskonventionen sowie Gattungsinventionen verfolgen. Dabei werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch besprochen. In einem Exkurs zur Collage wird in Kooperation mit dem Literaturhaus Halle die Ausstellung „ist das der große wurf?“ mit Wort-Arbeiten von Ingke Günther besucht und vor Ort in einem Gespräch mit der Künstlerin diskutiert.
Teilnahmebedingungen sind Textsicherheit, der Besuch der Ausstellung sowie die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation (Studienleistung). Die Modulleistung kann in Form einer Klausur am 20.7. erbracht werden. Ein Reader mit einer Gedichtauswahl sowie Grundlagentexten der Forschung wird bereitgestellt. Zudem ist anzuschaffen: Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 3. aktual. u. erw. Aufl. Stuttgart 2015.


(S) Einführung in die Gedichtanalyse (Schwerpunkt: Lyrik der Romantik)

Mo 16-18, Seminarraum 18, LuWu 2

8.6.2020 um 19 Uhr: Gespräch und Lesung mit R. Borgards aus der „Handlichen Bibliothek der Romantik“ im Museum für Haustierkunde am Steintorcampus

2 SWS
max. 24 TeilnehmerInnen

  • Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie

Romantische Gedichte sind schön und oft geht es um große Gefühle – deshalb können sie sich bis heute außerhalb der Deutschstunden behaupten und prägen unser Alltagsverständnis von Lyrik nachhaltig. Dass auch die literaturwissenschaftliche Forschung das romantische Gedicht als „Paradigma der Lyrikgattung überhaupt“ einschätzt (John Fetzer), dafür gibt es gute Gründe: in der Romantik werden moderne Positionen von Subjektivität und Reflexivität erprobt. Dabei experimentieren romantische Gedichte mit extremen Positionen zwischen eingängigem Volkslied, elaborierter Artistik und suggestiver Sprachmagie, zwischen zugewandter Naivität, ironischem Witz und riskanter Polemik.

Diesen unterschiedlichen Formen und Haltungen soll in der romantischen Vielstimmigkeit nachgegangen werden, konkret in Gedichten von Dorothea Schlegel, Ludwig Tieck, Novalis, Clemens Brentano, Bettine von Arnim, Achim von Arnim, Sophie Mereau, Caroline von Günderrode, Joseph von Eichendorff, Wilhelm Müller, Helmina von Chézy, Heinrich Heine, Annette von Droste-Hülshoff  und anderen mehr. Dabei werden basale Analysekategorien zu Rhetorizität und Klangmustern sowie zu Vers- und Gedichtformen exemplarisch besprochen. Im Rahmen einer Abendveranstaltung mit dem Romantikforscher Roland Borgards (Frankfurt M.) am 8.6.2020 werden Texte gelesen und diskutiert.
Teilnahmebedingungen sind Textsicherheit, die aktive Teilnahme an der Lesung sowie die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation (Studienleistung). Die Modulleistung kann in Form einer Klausur am 20.7. erbracht werden. Textgrundlage, folglich anzuschaffen sind: Gedichte der Romantik, hg. v. Wolfgang Frühwald, Stuttgart 2018; Dieter Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 3. aktual. u. erw. Aufl. Stuttgart 2015.


(S) Literarische Tiere zwischen Aufklärung und Romantik

Di 16-18, Seminarraum 18, LuWu 2

Mo 8.6.2020 um 19 Uhr: Lesung und Gespräch mit R. Borgards aus der Anthologie „Tiere“ im Museum für Haustierkunde in Kooperation mit dem Literaturhaus Halle

2 SWS
max. 24 TeilnehmerInnen

  • Modul B.A./LA: Literaturgeschichte
  • Modul B.A./LA/M.A.: Themen, Stoffe, Motive
  • Modul B.A. IKEAS: Kulturwissenschaft Deutschland 1 - Kulturgeschichte
  • Modul Master KdA: Literatur und Ästhetik II
  • Modul Master DSL/DLK: Kulturelle Diskurse

Tiere sind selbstverständlicher Teil unserer Lebenswelt und zugleich steht unser Verhältnis zu ihnen grundsätzlich zur Diskussion, etwa in den aktuellen Debatten um Artensterben, Massenhaltung und Tierethik. Keineswegs neu jedoch ist die Frage, ob und wie wir die Tiere brauchen, um uns als Menschen zu definieren. Dabei geht es immer auch um die folgenreichen Grenzziehungen zwischen Kultur und Natur, zwischen Subjekt und Objekt oder zwischen moralischem Handeln und instinktgeleitetem Verhalten. Die Literatur hat diese Differenzen bereits in der Formationsphase der Moderne, insbesondere in den Epochen der Aufklärung und der Romantik, in Frage gestellt. Auffällig ist, dass sie dabei vormoderne Formen aufnimmt und weiterschreibt, in denen die Tiere seit jeher einen festen Platz behaupten, in Fabeln, Märchen, Sagen und Liedern. Das Seminar macht sich zur Aufgabe, die literarischen Darstellungsformen und Haltungen an einer breiten Textauswahl zu untersuchen und unter Einbezug der Cultural Animal Studies zu reflektieren: an Fabeln von Gellert, Lessing und Kleist, an Märchen und Sagen von den Brüdern Grimm, von Bettina von Arnim sowie an Tiecks Märchendrama, aber auch an experimentellen Liedern und Erzählungen von Brockes, Clemens Brentano, Hoffmann, Hauff oder Varnhagen.

Da ein aktuelles Thema wie die „Literarischen Tiere“ mit einer außeruniversitären  Wahrnehmung rechnen darf, wird des Seminar in Kooperation mit dem Literaturhaus Halle, namentlich Alexander Suckel, und dem Zentralmagazin der Naturwissenschaftlichen Sammlungen, namentlich Dr. Frank D. Steinheimer, am 8.6.2020 einen Lese- und Gesprächsabend im Haustiermuseum auf dem Campus ausrichten. Zugesagt hat bereits der Literaturwissenschaftler und renommierte Vertreter der Cultural Animal Studies Prof. Dr. Roland Borgards (Frankfurt a.M.).

Teilnahmebedingungen sind Textsicherheit, die Übernahme eines Ergebnisprotokolls, eines Impulsreferates oder einer thesenorientierten Anmoderation (Studienleistung), sowie das aktive Mitwirken an der Abendveranstaltung am 8.6.2020. Die Modulleistung kann je nach Modul in Form einer Klausur am 20.7., einer mündlichen Prüfung am 21.7. oder einer Hausarbeit erbracht werden. Textgrundlage, folglich zur Anschaffung empfohlen, ist die Anthologie: Tiere, hg. v. R. Borgards. Berlin 2019 (Handliche Bibliothek der Romantik; Bd. 2). Die Tier-Texte der Aufklärung werden elektronisch bereitgestellt. Zur Einführung sind ferner empfohlen: S. Schönbeck, Die Fabeltiere der Aufklärung, Stuttgart 2020; Tiere. Kulturwissenschaftliches Handbuch, hg. v. R. Borgards, Stuttgart 2016; Texte zur Tiertheorie (hier insbesondere Aristoteles, Kant, Foucault, Haraway), hg. v. R. Borgards u.a., Stuttgart 2015.


(S) Kann man Aufklärung ausstellen?

Die Vorbesprechung erfolgt per Mail Anfang April; Blockveranstaltungen: Fr. 24. April, 9-17 Uhr in Halle: Sitzung im IZEA, Thomasiuszimmer, Franckeplatz 1, Haus 54, anschließend Franckesche Stiftungen zu Halle; Fr. 8. Mai, 9-18 Uhr: Klassik Stiftung Weimar; Fr. 15. Mai,  9-17 Uhr in Halle: 9-17 Uhr: Halle, Sitzung im IZEA, Thomasiuszimmer, Franckeplatz 1, Haus 54, anschließend Wolffhaus.

2 SWS
max. 20 TeilnehmerInnen

  • Modul B.A./LA: Angewandte Literaturwissenschaft
  • Modul B.A./LA: Literaturgeschichte.
  • Modul B.A./LA/M.A.: Themen, Stoffe, Motive
  • Modul B.A. IKEAS: Kulturwissenschaft Deutschland 1 – Kulturgeschichte
  • Modul LAGr: Text: Produktion, Rezeption, Interpretation
  • Modul Master DSL/DLK: Kulturelle Diskurse
  • Praxismodul Master KdA: Materielle Kultur der Aufklärung

Die Aufklärung, das transportiert nicht zuletzt ihre philosophiegeschichtliche Bezeichnung, steht vor allem für eine Epoche des Denkens, der Ideen und folglich der Texte. Zugleich aber zeichnet sie sich, durchaus in enger Wechselwirkung mit ideengeschichtlichen Entwicklungen, durch eine spezifische materielle Kultur aus, was sich nicht zuletzt in der gegen Ende der Epoche popularisierten Neubezeichnung als „papiernes Zeitalter“ ausspricht. Auch auf der Ebene der Praktiken, etwa des erkenntnisgeleiten Sammelns oder der persönlichkeitsformenden Geselligkeit, finden sich neue Formen, die nicht als top-down-Effekt von Ideen zu erklären und zugleich konstitutiv für die Aufklärung sind.

Die Vermittlung dieser materiellen, insbesondere papiernen Kultur sowie der Praktiken, insbesondere im Feld des Wissens und der Gesellschaft, stellt die Museen und Archive vor eine große Herausforderung. Bei der Suche nach neuen Ausstellungsformen können sie von der in den Literaturwissenschaften geführten Grundsatzdebatte „Kann man Literatur zeigen?“ profitieren. Nach der Kritik an den traditionellen Vitrinenausstellungen, die Texte als „Flachware“ präsentieren, haben sich viele interessante Ansätze gebildet, um vermeintlich ungreifbare Bereiche wie Ideen und Praktiken zu vermitteln. Diese Ansätze diskutieren wir an vier verschiedenen Ausstellungen in den Franckeschen Stiftungen zu Halle, im Wolff-Haus sowie in der Anna-Amalia-Bibliothek und im Goethe-Nationalmuseum der Klassik Stiftung Weimar.

Schon vor dem – aktuell um mindestens zwei Wochen verschobenen – Semesterbeginn wird ein elektronischer Reader mit Texten zur Ausstellungstheorie, zur Kulturgeschichte der Aufklärung und zu den einzelnen Ausstellungen bereitgestellt.

Teilnahmebedingungen sind Textsicherheit, der Besuch aller drei Exkursionstermine sowie die Übernahme eines Ergebnisprotokolls oder eines Impulsreferates (Studienleistung). Je nach Modul kann die Modulleistung in Form einer Hausarbeit oder eines Praktikumsberichts erbracht werden.

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