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SoSe 2021:

Onlinesprechstunde nach Anmeldung per Mail

Dienstag, 18.00-19.00 Uhr

Veranstaltungen SoSe 2021

Einführung in die Dramenanalyse (Georg Büchner)

1. Online-Seminar: Mo 13.00-14.30 Uhr

2. Online-Seminar: Mo 15.30-17.00 Uhr

  • Modul BA, LA: Literatur- und Gattungstheorie

„.. die Kunstsprache ist abscheulich, ich meine, für menschliche Dinge müsste man auch menschliche Ausdrücke finden“ – dieser Einsicht folgte Georg Büchner in einer ebenso kompromisslosen wie kreativen Weise, indem er vermeintlich literaturfernes Sprachmaterial verarbeitet hat. Bis heute fasziniert das ebenso schmale wie folgenreiche dramatische Werk des mit 23 Jahre verstorbenen Autors durch moderne Darstellungsformen für komplexe politische, soziale wie psychische Vorgänge.
Anhand der gemeinsamen Erarbeitung der Geschichtsdramas „Danton’s Tod“, des sozialen Dramas „Woyzeck“ und der Komödie „Leonce und Lena“ werden dramentheoretische Analysekategorien erprobt. Neben der aktiven Teilnahme an den 10 synchronen Online-Sitzungen sind zwei schriftliche Aufgaben im Ilias-Forum zu erbringen (Studienleistung): 1. Erstellung eines Abstracts zu einem Handbuchartikel zu zentralen Themen und Motiven (z.B. Revolution, Melancholie, Camouflage) und 2. eine anwendungsbezogene Diskussion einer Analysekategorie (z.B. Illusion, Katharsis, Botenbericht, Nebentext). Die Modulleistung kann in Form einer Klausur erbracht werden.
Grundlagenliteratur:  Roland Borgards, Harald Neumeyer (Hg.): Büchner Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart 2009 (online in ULB verfügbar). In Buchform zuzulegen sind: Benedikt Jeßing: Dramenanalyse. Eine Einführung. Berlin 2015 sowie die entsprechenden Reclam-Ausgaben der genannten Dramen.


Heimliche Beobachter: Ding-Erzählungen im langen 18. Jahrhundert

1. Online-Seminar: Di 13.00-14.30 Uhr

Das Seminar richtet sich insbesondere an Lehramtsstudierende und legt einen Schwerpunkt auf die Erziehungs- und Bildungskonzepte der Aufklärung.

  • Modul BA, LA: Literaturgeschichte
  • Modul BA, LA: Themen, Stoffe, Motive
  • Modul LA Gr/Fö: Text: Produktion, Rezeption,      Interpretation

2. Online-Seminar: Di 15.30-17.00 Uhr

Das Seminar richtet sich insbesondere an Masterstudierende und legt einen Schwerpunkt auf die kulturwissenschaftliche Kontextualisierung des Genres.

  • Modul MA: Kulturelle Diskurse
  • Modul MA: Themen, Stoffe, Motive
  • Modul MA: Vertiefungsmodul:      Literaturgeschichte
  • Modul MA KdA: Literatur und Ästhetik II
  • Modul BA IKEAS: Deutschland 1: Kulturgeschichte

Im langen 18. Jahrhundert verbreiten sich nicht nur die Ideen der Aufklärung, sondern es bildet sich auch das heraus, was wir heute als Konsumgesellschaft bezeichnen. In Zeitschriften werden die neuen und allerneuesten Waren, deren modebewusster Gebrauch sowie schneller Verbrauch besprochen. In diesem zeitdiagnostischen Kontext entwickelt sich ein literarisches Genre, das die gesellschaftlichen und psychischen Effekte des Konsums nicht aus der menschlichen, sondern aus einer dinglichen Perspektive erzählt. Die sogenannten „it-narratives“ boomen in der englischsprachigen Literatur, um deren Wiederentdeckung sich im letzten Jahrzehnt ein eigenes Forschungsfeld etablierte. Im deutschsprachigen Bereich befindet sich sowohl die Erschließung als auch die Erforschung dieses Genres noch in den Anfängen.

Es gibt mindestens drei gute Gründe, die es besonders interessant machen, wenn ein Ding zur Hauptfigur wird, wenn eine Münze, ein Stück Papier, eine Weste, eine Perücke, ein Sofa oder ein Proviantwagen vom eigenen Werdegang berichten: Erstens sind sie unbemerkt in menschliche Handlungen verwickelt, weshalb sie oft als Spione und Voyeure auftreten und eine hohe Affinität zur Satire haben. Zweitens fungieren Dinge als Kontaktpunkte von unterschiedlichen sozialen Milieus und erlauben somit eine umfassende Gesellschaftsanalyse. Drittens handelt es sich um ein experimentelles Genre, das nicht mit den Magie-Lizenzen des Märchens arbeitet, sondern bereits die moderne Reportage anbahnt.

Alle erforderlichen Primär- und Sekundärtexte werden elektronisch bereitgestellt. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur Lektüre von Erzählungen im Erstdruck (d.h. in Frakturschrift) sowie von englischsprachigen Referenztexten. Neben der aktiven Teilnahme an 11 synchronen Online-Sitzungen sind folgende schriftliche Aufgaben zu erbringen: 1. Erstellung eines Abstracts zu einem Aufsatz; 2. eine Kurzanalyse zu einem deutsch- oder fremdsprachigem it-narrative (beides im Forum); 3. die Mitarbeit an einem Ding-Erzählungs-Wiki zu zentralen Motiven (z.B. Kleidung, Geld, Papier) und genrespezifischen Analysekategorien (z.B. Dinglichkeit, Zirkulation, Fokalisierung). Die Modulleistung kann in Form einer mündlichen Prüfung oder einer Hausarbeit erbracht werden, wobei ein individueller Themenzuschnitt auf der Grundlage der bereits im Seminar erarbeiten Texte (Forum, Wiki) möglich ist. Zur Einführung: Mirna Zemann: Zyklographie der Dinge und Zyklologie der Kultur – Ein Forschungsprogramm. In: Kulturelle Zyklographie der Dinge   . Hg. v. ders. u.a.: München, S. 7–24.

Eine verbindliche Anmeldung mit der Übernahme eines Inputs (Aufsatz oder englisches it-narrative) für die ersten Sitzungen ist ab sofort bis zum 26.3.2021 per mail möglich ().



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