Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Frühere Veranstaltungen

SoSe 2017

(V) „Es werde Licht!“. Bilder der Aufklärung

Mo., 12-14 Uhr, Hörsaal IV (Raum E.22), LuWu 2

Module:
Literaturgeschichte  17.-19. Jahrhundert (BA/LA)
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA)
Themen Stoffe Motive (BA/LA)
Literaturgeschichte (MA)
Literaturgeschichte Vertiefungsmodul (MA)
Literatur und Ästhetik II  (MA Kulturen der Aufklärung)
Themen Stoffe Motive ( LA/MA)
Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul (LA/MA)
Wissenskommunikation (LA/MA)
Wissen und Wissenstransfer (MA KDA)
Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft (LA/MA)

Die Aufklärung gilt mit einigem Recht als Epoche eines besonders  großen Vertrauens in die Macht des Wortes. Um für die Anliegen und  Versprechen der Aufklärung zu werben, war jedoch eine Metaphorik  besonders beliebt, die auf verbesserte Sichtbarkeit durch die  Verbreitung von Licht abhebt. Auch der Epochenbegriff bezieht sich auf  ‚mehr Licht‘, bewirkt durch das Sich-verziehen von Wolken, die die Sonne  verdeckt hatten. Andere Möglichkeiten des gewünschten Mehr an Licht  sind das Aufgehen der Sonne oder der Einsatz künstlicher Lichtquellen  wie z. B. einer Fackel. Den verschiedenen Bildern, in denen sich die  Aufklärung entworfen hat, wird die Vorlesung nachgehen, und zwar primär  anhand von Bildquellen, denen die Forschung viel weniger Aufmerksamkeit  gewidmet hat als schriftlichen Quellen. Als ersten Überblick vgl.  Carsten Zelle: Im Licht der Vernunft? Zu Bild und Begriff der  Aufklärung. In: Diagonal. Zs. der Universität Siegen 2002,1, S. 164–187.

Forschungskolloquium: Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Mo. 16–18 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Forschungskolloquium Literaturwissenschaft 17.-19. Jahrhundert (LA/MA)
Modul MA: Literatur und Ästhetik II (MA Kulturen der Aufklärung)

Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch  neuen Akteuren. Was neu und interessant ist, wollen wir sowohl mit Blick  auf aktuelle Tendenzen in der (Neueren deutschen Literatur-)  Wissenschaft als auch mittels einiger Vorträge von  Kolloquiumsteil­nehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs-  oder Abschlussarbeiten diskutieren. Vorschläge für gemeinsame Lektüren  sind willkommen. Dringend empfohlen ist die Teilnahme den Studenten, die  in nächster Zeit bei mir Examen machen möchten.

(V) Klassiker. Was ist das und was kann man damit machen?

Mi. 10-12, Hörsaal IV (Raum E.22), LuWu 2

Module:
Literaturgeschichte 17. - 19. Jh. (BA/LA)
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA)
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)
Literaturgeschichte (LA/MA)
Literaturgeschichte Vertiefungsmodul (LA/MA)
Kulturelle Diskurse (MA)
Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft (LA/MA)
Literatur und Ästhetik II (MA Kulturen der Aufklärung
Themen, Stoffe, Motive (LA/MA)
Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul (LA/MA)

Der Klassiker ist ursprünglich nicht mehr als einer der in der  Schul-Klasse gelesen Autoren, vorbildlich in seiner Kunst, aber  vielleicht ein bisschen zu vertraut. Eine Blütezeit erlebte er, als sich  Nationalstolz darauf gründen ließ, in der eigenen Literatur Klassiker  zu haben, die es mit den großen Autoren der anderen europäischen  Literaturen und der Antike aufnehmen können. Auf Denkmalsockel stellt  man die Klassiker bei uns aber schon seit längerem nicht mehr (siehe das  eher liegende Heine-Denkmal auf dem Halleschen Universitätsplatz).  Trotzdem ist die Kategorie des Klassikers nach wie vor wichtig für die  Anerkennung literarischer Autoren in der Gesellschaft. Es wird sogar  angewandt auf Phänomene, die mit Literatur und Kunst nichts zu tun haben  (Radrennen, Käse usw.). Wie es sich herausgebildet hat und wozu es  heute gebraucht wird, ist das Thema der Vorlesung.

(S) Orte der Literatur. Autoren aus/in Mitteldeutschland (mit Exkursion)

Fr. 10-12 Uhr Semimarraum 7 (Raum 1.32) [EA 26-27]

Module:
Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart] (BA/LA)
Literaturgeschichte 17. - 19. Jahrhundert (alte Ordnung) (BA/LA)
Literatur und Gattungstheorie (BA/LA)
Literaturtheorie (alte Ordnung) (BA/LA)
Literaturgeschichte (LA/MA)
Literaturgeschichte Vertiefungsmodul) (LA/MA)
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik (MA)
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik Vertiefungsmodul (MA)
Literatur und Ästhetik II (MA Kulturen der Aufklärung)

Das Kraftzentrum der deutschen Literatur liegt im 18. Jahrhundert im  Gebiet der heutigen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.  Hier leben und schreiben die meisten wichtigen Autoren, sei es in der  bürgerlichen Universitätsstadt Leipzig, in der Musenhofstadt Weimar oder  in kleineren Orten wie Gleims Halberstadt. Das Seminar geht den Gründen  für diese Kulmination literarischer Produktivität gerade in unserer  Gegend nach und führt damit zugleich in eine Epoche enormen kulturellen  Aufschwungs ein. In zwei ganztägigen Exkursionen (jeweils freitags,  voraussichtlich am 19. Mai und 30. Juni) wollen wir eine Auswahl von  derartigen ‚Orten der Literatur‘ bereisen. Die Anzahl der  Seminarsitzungen ist entsprechend reduziert. Teilnahmescheine können  durch Übernahme eines Kurzreferats erworben werden, das möglichst ‚vor  Ort‘ gehalten werden soll. Zur ersten Information vgl. Jens-Fietje Dwars  (Hrsg.): Dichter-Häuser in Sachsen-Anhalt. Bucha 1999, S. 104-217.

WiSe 2016/17

Forschungskolloquium: Neuere deutsche Literaturwissenschaft (mo 16-18) Mo. 16–18 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Forschungskolloquium Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA)
Forschungskolloquium Lit.wiss. 19.-21. Jh. (MA)
Literatur und Ästhetik II (MA KdA),
Literaturtheorie (BA)

Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch neuen Akteuren. Was neu und interessant ist, wollen wir sowohl mit Blick auf aktuelle Tendenzen in der (Neueren deutschen Literatur-) Wissenschaft als auch mittels einiger Vorträge von  Kolloquiums­teil­nehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs-  oder Abschlussarbeiten diskutieren. Vorschläge für gemeinsame Lektüren sind willkommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.

Ringvorlesung Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme zus. mit D. Cyranka u. a. (di 10-12) Di. 10–12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Literaturgeschichte 17. - 19. Jh. (BA/LA),
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft,  Geschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft,  Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem  Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008. Eine grandiose Lektüre ist die neue große Epochendarstellung von Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild. Berlin 2015.

Lektüreseminar im Einführungsmodul „Kulturen der Aufklärung“ (di 12-14)  Di. 12–14 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)

Module:
Kulturelle Diskurse (MA),
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul

Themen: ‚Kultur‘ – eine Erfindung der Aufklärung; Aufklärung als Lebensführung; Savoir vivre. Das Vorbild Frankreich; Gelehrsamkeit für  die Gesellschaft; Neue Impulse zur religiösen Lebensführung; Die Entstehung der Marktgesellschaft; Beispiel Buchmarkt; Geschichte als Fortschritt; Die Entdeckung der Gefühle und der ‚neue Mensch‘ der Empfindsamkeit; Was ist Aufklärung? Weiterhin umstritten: Aktuelle Debatten um Aufklärung und Religions- oder Gesellschaftskritik.

Vorlesung Lessing und die Literatur der Aufklärung (mi 12-14) Mi. 12–14 Uhr , HS IV, Lu-Wu2
Module:
Literaturgeschichte 17.–19. Jh. (BA/LA),
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA),
Literaturtheorie (BA),
Literaturgeschichte (MA),
Literaturgeschichte (MA Vertiefung),
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik (MA),
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik (MA Vertiefungsmodul),
Literatur und Ästhetik II (MA KdA),
Modul BA/LA: Themen, Stoffe, Motive,
Modul MA/LA: Themen, Stoffe, Motive,
Modul MA/LA: Themen, Stoffe, Motive (Vertiefungsmodul)

Mit Lessing gelangt die deutsche Literatur auf ein international konkurrenzfähiges Niveau. An Klarheit und Scharfsinn, auch an  Vielseitigkeit wird er von kaum einem anderen Autor der deutschen Literaturgeschichte übertroffen. Wie sehr er sich über die Literatur seiner Zeit erhebt und zugleich ein Produkt der Aufklärungsepoche ist, soll in der Vorlesung dargelegt werden. Auch auf Lessings nach wie vor bekannte Stücke wie Nathan der Weise werden dabei neue Blicke geworfen.

Als konzentrierte Einführung empfehle ich Friedrich Vollhardt: Gotthold Ephraim Lessing. München 2016 (Beck Wissen), 8,95€

SoSe 2016

S) Das Neue. Eine Leitkategorie der Moderne im Literaturdiskurs (mo 10-12) Emil-Abderhalden-Str. 26-27, Raum 5
Modul BA/LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul MA: Literaturgeschichte
Modul MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II

„Es geschieht nichts Neues unter Sonne“ – was wir heute noch als  Sprichwort kennen, war die längste Zeit die allgemeine Überzeugung. Erst seit dem 18. Jahrhundert hält man prinzipiell Neues überhaupt für möglich. Heute weckt das Neue oder als neu Ausgegebene quasi automatisch Interesse und Sympathie. Das gilt besonders für das kulturelle, künstlerische und literarische Feld, auf dem sich vornehmlich durch Innovation Ansehen gewinnen lässt. Im Seminar soll zum einen die Durchsetzung des im 18. Jahrhundert neuen Prinzips des Neuen vor allem im literarischen Feld verfolgt, aber auch historisch kontextualisiert werden, u.a. am Beispiel des jungen Goethe. Zum anderen werden wir Literatur lesen, die den modernen Kult des Neuen kritisch reflektiert (u.a. Stephan Wackwitz: Neue Menschen, 2005).
Zum Einlesen in den Themenbereich: Boris Groys: Über das Neue. Versuch einer Kultur­ökonomie. München, Wien: Hanser 1992.

(K) Forschungskolloquium: Neuere deutsche Literaturwissenschaft (mo 16-18) IZEA, Thomasius-Zimmer
Modul MA: Forschungskolloquium Literaturwissenschaft 17.-19. Jahrhundert
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II

Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch neuen Akteuren. Was neu und interessant ist, wollen wir sowohl mit Blick auf aktuelle Tendenzen in der (Neueren deutschen Literatur-) Wissenschaft als auch mittels einiger Vorträge von Kolloquiumsteil­nehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs- oder Abschlussarbeiten diskutieren. Vorschläge für gemeinsame Lektüren  sind willkommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.

(S) Lesen, Zitieren, Plagiieren (di 12-14) zus. mit Prof. E. Décultot
IZEA, Thomasius-Zimmer
Modul BA/LA: Literaturtheorie
Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul MA: Literaturgeschichte
Modul MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II

Hauptanliegen des Seminars ist es, die Transformationen der Lese- und Schreibpraktiken im Blick auf die Praktiken des Zitierens und  Plagiierens im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne in gesamteuropäischer Perspektivierung zu beleuchten. Dabei soll dem Exzerpieren als Bindeglied zwischen Lese- und Schreibpraxis besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zunächst soll der historische Traditionszusammenhang beleuchtet werden, in dem die Praktiken des Zitierens und Plagiierens sowie deren gesellschaftliche Wahrnehmung  eingebettet sind. Über diese diachronische Dimension hinaus sollen auch Vergleiche zwischen verschiedenen europäischen Regionen und Sprachräumen vorgenommen werden, die es ermöglichen, eine differenzierte  Kulturgeschichte der Text- und Wissenszirkulation zu erstellen. Schließlich soll danach gefragt werden, wie die Praktiken des Zitierens und Plagiierens sich zu einigen Kern­begriffen unseres modernen Literaturverständnisses (Autor, Original und Originalität, Nach­ahmung, Kopie, Erfindung) verhalten. Das 18. Jahrhundert als Übergangsepoche zwischen humanistischer Tradition und Moderne wird dabei besonders berücksichtigt. Zu der im Rahmen des Seminars besprochenen Primärliteratur gehören u.a. Texte von Jean Paul, Thomas Mann und Bertolt Brecht.
Die Teilnehmer am Seminar sollten bis zum Semesterbeginn folgende Texte gelesen haben:
Hellmut Rosenfeld: [Art.] Plagiat. In: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. 2. Aufl., Begr. von Paul Merker und Wolfgang Stammler. Hrsg. von Werner Kohlschmidt u.a.  Bd. 3. Berlin, New York: de Gruyter 1977, S. 114 – 126; Elisabeth  Décultot: Einleitung: Die Kunst des Exzerpierens. Geschichte, Probleme, Perspektiven. In: Dies. (Hg.): Lesen, Kopieren, Schreiben,  Berlin: Ripperger und Kremers, 2014, S. 7 – 47; Helmut Zedelmaier: Wissen sammeln. Die Geschichte des Exzerpierens. In: Ders.: Werkstätten des Wissens zwischen Renaissance und Aufklärung, Tübingen: Mohr Siebeck, 2015, S. 45–61.

(V) DAS ANDERE ESSEN.
Eine Motiv- und Funktionsgeschichte literarischer Anthropophagie (mi 10-12)
Ludwig-Wucherer-Str. 2, Hörsaal IV
Modul BA/LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul BA/LA: Literaturgeschichte 19. Jh. bis zur Gegenwart (alte Ordn.)
Modul BA/LA: Literaturgeschichte 17. bis 19. Jahrhundert (alte Ordn.)
Modul BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul MA/LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul MA/LA: Themen, Stoffe, Motive (Vertiefungsmodul)
Modul MA/LA: Literaturgeschichte
Modul MA/LA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Modul MA: Kulturelle Diskurse

Kein anderes Verbot der abendländischen Kultur zieht so scharfe Grenzen wie das Kannibalismustabu: Wer Menschen isst, ist kein Mensch. Da kann es überraschen, wie häufig Anthropophagiemotive in der Literatur sind, gerade auch in kanonischen Texten wie der Odyssee, dem Robinson Crusoe, der Penthesilea, dem ZauberbergZur ersten Orientierung: Die Vorlesung gibt einen Überblick über die typischen Ausprägungen des  Anthropophagiemotivs und dessen Funktionen in der Literatur und der gesellschaftlichen Selbstverständigung: vom Spiel mit – erotisch-sexuellen oder politischen – Vereinigungssehnsüchten bis zur Problematisierung sprachlicher Verständigung (vermittelt über das gemeinsame Werkzeug des Mundes); von der Stigma­tisierung des Fremden bis zur Versinnbildlichung eines ganz Anderen, das oft das versteckte Eigene ist. Damit stehen zugleich verschiedene Kultur-, Subjekt- und Literaturkonzepte zur De­batte. Besonderes Interesse gilt der auffälligen Prominenz des Kannibalismusmotivs in der Gegenwartskultur (Hannibal Lecter, Patrick  Bateman u. a. Figuren).
Daniel Fulda: Kannibalismus. In:  Bettina von Jagow und Florian Steger (Hrsg.): Literatur und Medizin im europäischen Kontext. Ein Lexikon. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2005, Sp. 480-485; als Materialsammlung: Christian W. Thomsen: Menschenfresser in Mythen, Kunst und fernen Ländern. Erftstadt: area  2006; zur Vertiefung: D. F., Walter Pape (Hrsg.): Das Andere Essen. Kannibalismus als Motiv und Metapher in der Literatur. Freiburg/Br.: Rombach 2001.

WiSe 2015/16

(V) Im Schatten von Krieg und Völkermord. Literatur seit 1945 (mi 12-14)
Ludwig-Wucherer-Str. 2, HS IV (Raum E 22)

Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul B.A/LA: Literaturgeschichte 19. Jhd. bis zur Gegenwart
Modul B.A./LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul MA: Literaturgeschichte
Modul MA/LA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Das Ende des Zweiten Weltkriegs, das in diesem Jahr wieder viel öffentliche Aufmerksamkeit findet, hat in den letzten 70 Jahren stark sich wandelnde Beurteilungen erfahren. Die Literatur ist dabei von Anfang an und bis heute ein wichtiger Faktor. Ihre Auseinandersetzung mit dem Krieg und dem Völkermord, die 1945 endlich endeten, hat das gesellschaftliche Bewusstsein nicht selten geprägt und weiterentwickelt. Die Vorlesung widmet sich dieser öffentlichen Rolle der Literatur ebenso wie den ästhetischen Schwierigkeiten der literarischen Darstellung eines Geschehens, von dem viele sagen, dass es die menschliche Fassenskraft übersteige. Besprochen werden u.a. Werke von W. Borchert, H. Böll, B. Apitz, G. Grass, P. Weiss, R. Klüger, M. Beyer und St. Wackwitz.

(V) Ringvorlesung: Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme (di 10-12)
zusammen mit Dr. Cyranka u. a.
IZEA, Thomasiuszimmer

Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17.-19. Jahrhundert
Modul Master: Kulturelle Diskurse
Modul Master KdA: Einführungsmodul: „Kulturen der Aufklärung“
Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen elf Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte, Medizingeschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft, Musikwissenschaft sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.

(V) Ringvorlesung: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext, (do 08-10)
(Modul B.A./LA: Einführung in die germanistische Sprach- und Literaturwissenschaft im europäischen Kontext)
Prof. G. Antos, Prof. M. Ballod, Prof. D. Fulda, Prof. A. Jäger, Prof. W. Nell, Prof. H.-J. Solms
Melanchthonianum, HS XX MEL
B.A. DSL 60/90
LA Gymnasium/LA Sek.- und Förderschule
LA Grundschule Deutsch

(S) Lektüreseminar im Einführungsmodul „Kulturen der Aufklärung“ (di 12-14)
IZEA, Thomasiuszimmer
Modul Master: Kulturelle Diskurse

Modul Master KdA: Einführungsmodul
Themen: ‚Kultur‘ – eine Erfindung der Aufklärung; Aufklärung als Lebensführung; Savoir vivre. Das Vorbild Frankreich; Gelehrsamkeit für die Gesellschaft; Neue Impulse zur religiösen Lebensführung; Die Entstehung der Marktgesellschaft; Beispiel Buchmarkt; Geschichte als Fortschritt; Die Entdeckung der Gefühle und der ‚neue Mensch‘ der Empfindsamkeit; Was ist Aufklärung? Weiterhin umstritten: Aktuelle Debatten um Aufklärung und Religions- oder Gesellschaftskritik.

(S) Forschungskolloquium
Neuere deutsche Literaturwissenschaft „Das Plagiat als Gegenstand der Literaturwissenschaft" (di 16-18)   
IZEA, Thomasiuszimmer

Modul Master: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh.
Modul Master/LA: Lit.wiss. 19.-21. Jhd.
Modul Master: Literatur und Ästhetik II
Modul BA/LA: Literaturtheorie
Erste Sitzung: 13.10.15
Das Kolloquium dient zum einen der Vorstellung und Diskussion laufender Forschungs- und entstehender Abschlussarbeiten (Dissertation, BA- und MA-Arbeiten). Zum anderen wollen wir das Plagiat als literarisches Verfahren thematisieren. Während wir vor einigen Semestern, als mehrerewissenschaftliche Plagiate von Politikern in den Schlagzeilen standen, bereits die wissenschaftsethische Problematik besprochen haben, soll es diesmal um die produktive Rolle sowie ästhetische Aspekte von Plagiaten  im Bereich der (weit verstandenen) Literatur gehen.
Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.

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SoSe 2015

(VL) Poetik und Praxis dramatischer Gattungen

Mo. 10:15 - 11:45; Ort: Hörsaal E.22 (LuWu 2)
Erster Termin: Mi., 13.04.2015

Modul B.A./LA: Literatur und Gattungstheorie [FSQ integrativ]
Modul B.A./LA: Gattungen und Gattungstheorie (Dramentheorie) alte Ordn.
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte. [17. Jh. bis zur Gegenwart]
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 17. bis 19. Jahrhundert (alte Ordn.)
Modul B.A./LA: Literaturgeschichte 19. Jh. bis zur Gegenwart (alte Ordn.)
Modul B.A./LA:  Literaturtheorie
Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik (Vertiefungsmodul)
Modul MA: Literaturgeschichte
Modul MA/LA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)

Gattungsformen ermöglichen es literarischen Texten, bestimmte Erwartungen beim Publikum abzurufen oder auch sich davon abzusetzen. Für die Kontinuität der literaturgeschichtlichen Entwicklung sind sie  ebenso grundlegend wie für poetische Innovationen. Jeder  Literaturwissenschaftler muss daher typische Gattungsmerkmale sowie die Hauptstationen der Gattungsgeschichte kennen. Die Vorlesung führt in die Theorie und Geschichte der beiden wichtigsten dramatischen Gattungen –  Komödie und Tragödie – ein.
Zur vorbereitenden, begleitenden und nacharbeitenden Lektüre empfehle ich Franziska Schößler: Einführung in die Dramenanalyse. Unter Mitarb. von Christine Bähr und Nico Theisen. Stuttgart, Weimar: Metzler 2012. Für das Gattungsmodul kann in der Vorlesung ein Schein erworben werden (Klausur).

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WiSe 2014/15

Einführungsseminar Wiener Moderne

BA/LA Einführung in die germanistische Sprach- und  Literaturwissenschaft im europäischen Kontext. Einführung in die  Literaturwissenschaft

Mi 12–14 in ÜR B

Wien um 1900 gilt als ‚Labor der Moderne’. Die Literatur der Zeit stellt sich der Epochenproblematik, dass vertraute Konzepte bzw. Instrumente wie das Subjekt oder die Sprache erodieren. Daraus entstehen Texte, die zu den feinsinnigsten der deutschen Literatur zählen. Indem das Seminar in die Wiener Moderne einführt, übt es in den literaturwissenschaftlichen Umgang mit Texten ein, die stärker als  frühere (und viele spätere) die Basisannahmen der bürgerlichen Gesellschaft und unseres Alltagswissens herausfordern. Gemeinsam analysiert werden Dramen, Lyrik, Prosa und programmatische Texte von  Hofmannsthal, Schnitzler, Bahr u.a.
Zur Anschaffung und zum Einlesen empfohlen: Gotthart Wunberg (Hrsg.  unter Mitarb. von Johannes J. Braakenburg): Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910. Stuttgart: Reclam 1981 (Universal-Bibliothek. 7742), € 16; Dagmar Lorenz: Wiener  Moderne. 2., aktual. u. überarb. Aufl. Stuttgart, Weimar: Metzler 2007  (Slg. Metzler. 290), € 14,95.

Erste Sitzung: 29.10.

VL Der Erste Weltkrieg: „Urkatastrophe“ auch für die Literatur?
Mo 12–14 in XIV (Löwengebäude)

  • BA/LA: Literaturgesch. 19. Jh. – Geg.
  • BA/LA: Literaturgesch. 17. Jh.bis zur Gegenwart
  • BA/LA: Literaturtheorie
  • BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
  • MA (DSL, DLK): Literaturgeschichte + Vertiefungsmodul
  • MA (DSL, DLK): Themen, Stoffe, Motive
  • MA;Schlüsselthemen der Sprach- u. Literaturwiss.
  • MA: Lit.theorie, Poetologie u. Ästhetik + Vertiefungsmodul

Der Erste Weltkrieg gilt Historikern als „Urkatastrophe des 20.  Jahrhunderts“. Ob sich ihm eine so weitreichende Bedeutung auch in literarischer Hinsicht zumessen lässt, versucht die Vorlesung zu klären. Dabei wird es nicht hauptsächlich um begeisterte oder warnende, bellizistische oder pazifistische Stellungnahmen zu diesem neuartig opferreichen Krieg gehen, sondern um Wahrnehmungsveränderungen, die  womöglich eine Folge der Kriegserfahrung waren und nach neuartigen  Schreibverfahren verlangten, sowie um die Erschütterung der bürgerlichen  Daseinssicherheit, die nun zu einem beherrschenden Thema der Literatur  wurde. Besprochen werden Texte aller Gattungen; berücksichtigte Autoren  sind Trakl, Heym, Kästner, Thomas Mann, Jünger, Walter Flex, Remarque,  Arnold Zweig, Hofmannsthal u.a.
Erste Sitzung: 27.10.

Forschungskolloquium Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Mo 16–18 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA), Forsch.koll. Lit.wiss. 19.-21. Jh. (MA), Literatur und Ästhetik II (MA KdA)
Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch  neuen Akteuren. Was neu und interessant ist, wollen wir sowohl mit Blick  auf aktuelle Tendenzen in der (Neueren deutschen Literatur-)  Wissenschaft als auch mittels einiger Vorträge von  Kolloquiumsteilnehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs- oder  Abschlussarbeiten diskutieren. Vorschläge für gemeinsame Lektüren sind  willkommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen  möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.
Erste Sitzung: 27.10.

Ringvorlesung Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme
zus. mit D. Cyranka u. a.
Di. 10–12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module: Literaturgeschichte 17.-19. Jh. (BA/LA), Kulturelle Diskurse (MA)
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul
Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen  Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden.  Daher tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik,  Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft,  Geschichte, Medizingeschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft, Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird  dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem  und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die historischen  Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten  erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich  Iwan-Michelangelo D'Aprile, Win­fried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.
Beginn der Vorlesung: 14.10.

Lektüreseminar im Einführungsmodul „Kulturen der Aufklärung“
Di. 12–14 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module: Kulturelle Diskurse (MA)
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul
Beginn: 14. Oktober
Themen: ‚Kultur‘ – eine Erfindung der Aufklärung; Aufklärung als Lebensführung; Savoir vivre. Das Vorbild Frankreich; Gelehrsamkeit für  die Gesellschaft; Neue Impulse zur religiösen Lebensführung; Die Entstehung der Marktgesellschaft; Beispiel Buchmarkt; Geschichte als  Fortschritt; Die Entdeckung der Gefühle und der ‚neue Mensch‘ der Empfindsamkeit; Was ist Aufklärung?; Gab es die Aufklärung?; Weiterhin umstritten: Aktuelle Debatten um Aufklärung und Religions- oder Gesellschaftskritik.

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SoSe 2014

VL „Bretter, die die Welt bedeuten.“
Drama und Theater zwischen gesellschaftlichem Zweck und ästhetischer Freiheit    

Do 12-14 im Audimax – HS XXII

  • Literaturtheorie (BA/LA),
  • Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik (MA),
  • Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik- Vertiefungsmodul (MA/LA),
  • Literatur und Gattungstheorie -FSQ integrativ- (BA/LA),
  • Gattungen und Gattungstheorie - Dramentheorie- (BA/LA),
  • Literaturgeschichte 17. Jh. bis 19. Jahrhundert (BA/LA),
  • Literaturgeschichte (MA),
  • Literaturgeschichte-Vertiefungsmodul (MA, LA),
  • Literatur und Ästhetik II (MA ARW)

Welche Gattung bewegt ihre Rezipienten am stärksten und vermag sie am  besten auf ein Ziel hin zu lenken, das der Autor definiert? Drama und  Theater gelten gemeinhin als publikumsnähere Formen der Literatur und  ihrer Vermittlung als Epik und Lyrik. Immer wieder hat man ihnen daher  die Aufgabe zugewiesen, in die Gesellschaft hinein zu wirken, teils mit  moralischem, teils mit revolutionärem Impetus (Schiller, Wagner, Brecht,  Kroetz u.a.). Aufgekommen sind solche Versuche, die dramatische und  theatrale Kunst gesellschaftlich eingreifen zu lassen, freilich erst in  einer real späten Epoche der Theatergeschichte, als die öffentliche  Rolle des Theaters bereits eingeschränkt war zugunsten einer Bühne, die  als abgeschlossen gegen die Umwelt gedacht wird.
Die Vorlesung geht zurück in Epochen, in denen das Theater noch  öffentliche Angelegenheit war (antikes Athen, Barock), verfolgt dann die  Autonomisierung von Drama und Theater als Kunst (seit dem 18.  Jahrhundert), um schließlich verschiedene Versuche zu erörtern, die  „Bretter, die die Welt bedeuten“, wieder unmittelbarer mit dieser zu  verbinden. Zum Einlesen empfehle ich: Erika Fischer-Lichte: Kurze  Geschichte des deutschen Theaters. Tübingen, Basel: Francke 1993/99.

Seminar: Nicht-fiktionale Literatur    

Do 16-18 in ÜR A, Herweghstr. 96

• Literaturgeschichte 17. Jh. bis zur Gegenwart (BA/LA),
• Literaturgeschichte 19. bis zur Gegenwart (BA/LA),
• Literaturgeschichte (MA),
• Literaturgeschichte-Vertiefungsmodul (LA/MA),
Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik (MA),
Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik- Vertiefungsmodul (MA/LA),
• Literaturtheorie (BA/LA)

Zeichnen sich literarische Texte durchweg durch ihre Fiktionalität  aus? Ein solches Missverständnis ist verbreitet, übersieht jedoch, dass  es eine Reihe von Gattungen gibt, deren Texte nicht-fiktional und  gleichwohl literarisch sein können: die Autobiographie, ästhetische  Programme und Manifeste, Gelegenheitsgedichte, Reiseliteratur, Essays  u.a.m. Sind die Verfasser solche Autoren, die vor allem durch fiktionale  Texte bekannt sind, werden gerne auch Briefe, Tagebücher und Reden zu  ihrem literarischen Werk gerechnet; ebenso kann Geschichtsschreibung  Literatur sein. Wie man sieht, bildet nicht-fiktionale Literatur  keineswegs nur einen Randbereich. Für alle o.g. Gattungen werden im  Seminar Beispiele besprochen. Eine Leitfrage wird sein, welche Kriterien  Texte erfüllen müssen, um als literarisch zu gelten, obwohl sie nicht  fiktional sind.

Vorweg zu lesen sind: Schiller „Über das Erhabene“, Goethe „Dichtung  und Wahrheit“ (bis zum Ende des 2. Buchs), Büchner „Der Hessische  Landbote“, Nietzsche „Die Geburt der Tragödie“ (1. bis 15. Kap.), Thomas  Mann „Von deutscher Republik“, Stephan Wackwitz „Osterweiterung“ (1.  und 2. Essay), Ruth Klüger „weiter leben“ (bis einschließlich des  Kapitels „Auschwitz“). Im Seminar kommen noch kürzere Texte hinzu. Die  Kenntnis der genannten Texte wird in der ersten Sitzung (10.04.) in  einem kleinen Test überprüft – Teilnahme obligatorisch.

Forschungskolloquium Neuere deutsche Literaturwissenschaft    

Di 10-12 im IZEA, Thomasius-Zimmer

• Forschungskolloquium Literaturwissenschaft 17.-19. Jh. (MA),
• Literaturt und Ästhetik II (MA ARW),

Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch  neuen Akteuren. Was neu und interessant ist, wollen wir sowohl mit Blick  auf aktuelle Tendenzen in der (Neueren deutschen Literatur-)  Wissenschaft als auch mittels einiger Vorträge von  Kolloquiums­teil­nehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs-  oder Abschlussarbeiten diskutieren. Vorschläge für gemeinsame Lektüren  sind willkommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen  möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.

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WiSe 2013/14

VL Funktionen der Literatur im kommunikativen/kulturellen Gedächtnis  Mi 12-14 in Mel XX

  • Literaturtheorie (BA/LA)
  • Lit.theorie, Poetologie, Ästhetik (MA),
  • • Lit.theorie, Poetologie, Ästhetik- Vertiefungsmodul (MA/LA),
  • Themen, Stoffe, Motive (BA/LA/MA),
  • Themen, Stoffe, Motive - Vertiefungsmodul (LA Gym),
  • Lit.geschichte (MA),
  • Lit.geschichte-Vertiefungsmodul (MA, LA)

Erinnerung ist nicht allein eine individuelle Kompetenz, sondern auch  eine gesellschaftliche Leistung. Jan Assmann (Das kulturelle  Gedächtnis, 1992) bestimmt sogar ‚Kultur‘ insgesamt als  institutionalisiertes Gedächtnis eines Kollektivs mit wissenssichernder  und normgebender Funktion. Die Literatur bildet ein Medium des  ‚kulturellen Gedächtnisses‘ und ebenso des ‚kommunikativen  Gedächtnisses‘ (in dem sich eine Kommunikationsgemeinschaft über  Selbsterlebtes verständigt). Diese Konzepte, die entscheidend zur  Erweiterung der Literaturwissenschaft zur Kulturwissenschaft beitragen  haben, werden in der Vorlesung mit dem Ziel vorgestellt, den  spezifischen Beitrag des Literarischen schärfer als üblich zu  profilieren. Leitfragen sind: Was folgt daraus, wenn es literarische  Texte sind, die als Speicher kulturellen Wissens fungieren oder  Gedächtnisprozesse inszenieren und gegebenenfalls problematisieren, und  wie verhalten sich bestimmte literarische Formen zu bestimmten  Gedächtnisleistungen? Neben dem meist privilegierten Erinnern rückt die  Vorlesung auch das Vergessen als eine Leistung des Gedächtnisses in den  Blick. An Beispieltexten werden die griechischen Anfänge der  abendländischen Literatur und vor allem deutschsprachige Texte vom  Spätmittelalter bis zur Gegenwart behandelt.Zur ersten Einführung  empfehle ich: Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen  des kulturellen Gedächtnisses. München: Beck 1999 (und weit. Aufl.), S.  12–23, als Überblick Astrid Erll, Ansgar Nünning (Hrsg.): Gedächtnis-konzepte  der Literaturwissenschaft. Theoretische Grundlegung und  Anwendungsperspektiven. Unter Mitarb. von Hanne Birk u. Birgit Neumann.  Berlin, New York: de Gruyter 2005.

VL Klassik und Nation. Entstehung und Bestand eines Sinnstiftungskomplexes  Do 12-14 in Mel XX

• Lit.gesch. 17.-19. Jh. (BA/LA),
• Lit.gesch. 19.-21. Jh. (BA/LA),
• Lit.gesch. (MA),
• Lit.geschichte-Vertiefungsmodul (LA/MA),
• Kulturelle Diskurse (MA),
• Schlüsselthemen (MA/LA Gym),
• Literatur und Ästhetik II (MA ARW)

Zum Konzept ‚Literatur‘ gehört regelmäßig der Bezug auf eine  ‚Klassik‘, in der die besten und daher vorbildlichen Autoren und Texte  geballt auftreten. Die neuzeitlichen Literaturen Europas erkennen solche  Klassiken zunächst im antiken Rom und Griechenland, bemühen sich aber  auch energisch darum, eine eigene Klassik zu schaffen. Dabei sehen sie  sich im Wettbewerb sowohl mit den ‚Alten‘ als auch mit den anderen  Nationen. ‚Klassik‘ ist also ein Konzept des nationalen  Selbstwertgefühls. In jüngerer Zeit ist es deswegen bezweifelt worden;  trotzdem hat es seine Funktion für das öffentliche Reden über Literatur  keineswegs eingebüßt. Die Vorlesung verfolgt die Entstehung der (von den  Weimarer Autoren um 1800 gebildeten) ‚deutschen Klassik‘ im Wettbewerb  vor allem mit den französischen Klassikern, zeichnet deren  kulturpolitische Funktion bis heute nach und mündet in die Frage: Wozu  noch Klassiker?Nützlich zum Einlesen: Hans-Joachim Simm (Hrsg.): Literarische Klassik. Ffm 1988 (suhrkamp taschenbuch materialien. 2084).

Seminar: Resonanzen. Literatur als Medium subjektiver Welterfahrung  Do 16-18 Herweghstr. 96, ÜR A

• Literaturtheorie (BA/LA),
• Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik (MA),
• Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik- Vertiefungsmodul (MA/LA),
• Themen, Stoffe, Motive (BA/LA/MA),
• Themen, Stoffe, Motive - Vertiefungsmodul (LA Gym),
• Literaturgeschichte (MA), Literaturgeschichte-Vertiefungsmodul (LA/MA),
• Schlüsselthemen (MA/LA Gym)

Das Gefühl der Getragenheit, des Aufgehobenseins in einer  antwortenden (Um-)Welt gehört ebenso zu den menschlichen  Grunderfahrungen wie das Gefühl des Fremd- und Ausgesetzt–seins in einer  indifferenten oder feindlichen Welt. In der Literatur finden sich diese  Grundmodi immer wieder thematisiert, gestaltet und moderiert. Dabei  bringt Literatur Geworfen- oder Getragensein nicht allein durch die  narrative Entfaltung modellhafter Geschichten oder lyrische Evokation  zum Ausdruck. Vielmehr erzeugt sie Resonanzerfahrungen vor allem auch  ästhetisch, d.h. durch ihre spezifischen Formen. Das Seminar geht  dem besonderen Gestaltungspotential der Literatur für solche Erfahrungen  nach, um zugespitzt zu fragen, ob Literatur wesentlich die Funktion  hat, Resonanzerfahrungen zu vermitteln. Behandelt werden literarische  Texte vom Barock bis zur Gegenwart, nicht zuletzt Gedichte. Vorbereitend  zu lesen ist: Die Leiden des jungen Werthers von Goethe sowie Hartmut  Rosa: Geworfen oder getragen? Subjektive Weltbeziehungen und moralische  Landkarten. In: ders.: Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung.  Umrisse einer neuen Gesellschaftskritik. Berlin 2012 (stw. 1977), S.  374–413. Bitte studieren Sie beide Texte bereits vor Seminarbeginn. Die  Textkenntnis wird in der ersten Sitzung (10.10.) in einem kleinen Test überprüft – Teilnahme obligatorisch.

Ringvorlesung Aufklärung – Religion – Wissen. Historische Grundlagen aktueller Probleme zus. mit D. Cyranka u. a  Di. 10-12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)

• Literaturgeschichte 17.-19. Jh. (BA/LA),
• Kulturelle Diskurse (MA),
• Master Aufklärung – Religion – Wissen: Einführungsmodul (MA)

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne.  Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen  hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher  tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik,  Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte,  Medizingeschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft,  Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem  Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet,  und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als  Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung  aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.Beginn der Vorlesung: 8.10.13

Lektürekurs  Di. 12-14 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)

  • Einführungsmodul Aufklärung – Religion – Wissen (MA)
  • Kulturelle Diskurse      (MA)
  • Themen, Stoffe und      Motive (MA, LA)

Das Seminar vertieft die Ringvorlesung durch die gemeinsame Lektüre  ‚klassischer‘ Texte des 18. Jahrhunderts, der Aufklärungsrezeption sowie  der Aufklärungsforschung. Die Teilnahme ist aber auch unabhängig von  der Vorlesung möglich.

Forschungskolloquium Neuere deutsche Literaturwissenschaft  Di 16-18 im IZEA, Thomasius-Zi.

• Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA),
• Forsch.koll. Lit.wiss. 19.-21. Jh. (MA),
• Literatur und Ästhetik II (MA ARW)

Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch  neuen Akteuren. Was neu und interessant ist, wollen wir sowohl mit Blick  auf aktuelle Tendenzen in der (Neueren deutschen Literatur-)  Wissenschaft als auch mittels einiger Vorträge von  Kolloquiumsteilnehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs- oder  Abschlussarbeiten diskutieren. Vorschläge für gemeinsame Lektüren sind  willkommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen  möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen. Erste Sitzung: 15.10.13

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SoSe 2013

VL Poetik und Praxis dramatischer Gattungen
Mi 12-14 in Mel XX
Module:

  • Gattungen und Gattungstheorie - Dramentheorie (BA/LA),
  • Literaturtheorie (BA/LA),
  • Literaturgeschichte (MA),
  • Literaturgeschichte-Vertiefung (MA/LA,
  • Literaturtheorie Poetologie, Ästhetik (MA),
  • Literaturtheorie Poetologie, Ästhetik-Vertiefung (MA/LA)

Gattungsformen ermöglichen es literarischen Texten, bestimmte Erwartungen beim Publikum abzurufen oder auch sich davon abzusetzen. Für die Kontinuität der literaturgeschichtlichen Entwicklung sind sie ebenso grundlegend wie für poetische Innovationen. Jeder Literaturwissenschaftler muss daher typische Gattungsmerkmale sowie die Hauptstationen der Gattungsgeschichte kennen. Die Vorlesung führt in die Theorie und Geschichte der beiden wichtigsten dramatischen Gattungen – Komödie und Tragödie – ein.Zur vorbereitenden, begleitenden und nacharbeitenden Lektüre empfehle ich Franziska Schößler: Einführung in die Dramenanalyse. Unter Mitarb. von Christine Bähr und Nico Theisen. Stuttgart, Weimar: Metzler 2012. Für das Gattungsmodul kann in der Vorlesung ein Schein erworben werden (Klausur).Wegen meiner Gastprofessur in Paris beginnt die Vorlesung erst am 24.04.

VL Literatur in Schwellenzeiten. Die Jahrhundertwenden von 1700, 1800, 1900 und 2000
Do 10-12 in Mel XX   
Module:

  • Literaturgeschichte 17.-19. Jh. (BA/LA),
  • Literaturgeschichte 19. Jh. bis zur Gegenwart (BA/LA),
  • Literaturgeschichte (MA),
  • Literaturgeschichte-Vertiefungsmodul (MA/LA),
  • Literaturtheorie (BA/LA),
  • Kulturelle Diskurse (MA),
  • Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft (MA/LA)

Zu den Kennzeichen der im 18. Jahrhundert einsetzenden westlichen Moderne gehört das Denken im Modus der ‚Geschichte’. Alles als prozessförmig zu verstehen und seinen Sinn von der jeweiligen Stellung im Prozess der Geschichte her zu bestimmen gehört seitdem zu den Selbstverständlichkeiten des gesellschaftlichen wie des individuellen Selbstverständnisses. Die Literatur hat daran auf zwei grundlegende Weisen Anteil: zum einen indem ihre Geschichten Muster zur Verfügung stellen, in denen ‚reale’ Geschichtsverläufe konfiguriert und interpretiert werden, zum anderen indem sie als Experimentierfeld für die Auffassung und Deutung von Geschichte fungiert – beispielsweise kann Geschichte im Drama als tragisch oder als versöhnt gedeutet werden; erzähltechnisch kann sie alternativ als ‚realistische’ Abbildung oder als imaginative Konstruktion ausgegeben werden. Geschichte ist, wie man zuspitzend sagen kann, einerseits genuin durch literarische Techniken bedingt und wird andererseits laufend in literarischen Verfahren reflektiert.Die Vorlesung geht diesem doppelten Verwiesensein der Geschichte auf die Literatur in vier Stationen nach, beginnend bei der Entstehung des modernen Geschichtsdenkens an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert. Ihre Zielperspektive wird von der Frage markiert, wie viel kulturelle Kraft die moderne, als kontinuierlicher Prozess gedachte Geschichte in der Gegenwart noch hat bzw. in der Literatur zeigt.Wegen meiner Gastprofessur in Paris beginnt die Vorlesung erst am 25.04.

Seminar: Richard Wagner: Dichtung und Drama.Eine literaturwissenschaftliche Annäherung zum 200. Geburtstag
Do 16-18 im ÜR A
Module:

  • Literaturgeschichte 19. Jh. bis zur Gegenwart (BA/LA),
  • Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik (MA),
  • Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik-Vertiefungsmodul(MA/LA),
  • Literaturtheorie (BA/LA),
  • Literaturgeschichte (MA),
  • Literaturgeschichte-Vertiefung (MA/LA)

Umfassend ist der Anspruch, den Richard Wagner mit seinem Werk erhob, auch in der Hinsicht, dass seine Musikdramen eine Art Summe der Weltliteratur zu ziehen versuchen. Stofflich und motivisch schöpfen sie aus der antiken Tragödie, der germanischen Heldensage, der mittelalterlichen Ritterepik sowie der frühneuzeitlichen Meisterdichtung; ästhetisch basieren sie auf Wagners intensiver Auseinandersetzung mit der Kunsttheorie der Weimarer Klassik. Erstaunlicherweise hat ihre internationale Wirkung diesen hybriden Anspruch sogar eingelöst: Rezeptionsgeschichtlich sind Wagners Musikdramen als bedeutendster deutscher Beitrag zur Weltliteratur nach Goethe einzuschätzen. Gleichwohl hat sich die Literaturwissenschaft wenig mit ihnen beschäftigt – in Reaktion wohl auch auf die politische Instrumentalisierung Wagners im Nationalsozialismus. Wagners 200. Geburtstag bietet nun die Gelegenheit, sein Werk stärker als üblich als Teil der Literaturgeschichte zu begreifen.Ich empfehle, mindestens eine der vielen aktuellen Wagner-Inszenierungen zu besuchen. In der Oper Halle wird Der Ring des Nibelungen am 3., 5., 7. und 9. März zyklisch aufgeführt, während der Vorlesungszeit aber leider nicht mehr.Bitte studieren Sie die Texte der Meistersinger von Nürnberg, des Rings des Nibelungen sowie des Parsifal bereits vor Seminarbeginn. Zur Anschaffung empfehle ich die kommentierten Textausgaben des Atlantis-Musikbuch-Verlages. Die Textkenntnis wird in der Sitzung in einem kleinen Test überprüft – Teilnahme obligatorisch.

Forschungskolloquium: Historisierung und Subjektkonfiguration II
Di 10-12 im IZEA, Thomasius-Zi.
Module:

  • Forschungskolloquium Literaturwissenschaft 17.-19. Jh. (MA),
  • Literatur und Ästhetik II (MA ARW)

Wie üblich dient das Forschungskolloquium dazu, im Entstehen befindliche Abschlussarbeiten und Dissertationen der Teilnehmer (und vereinzelt auch von auswärtigen Gästen) vorzustellen. Darüber hinaus wird das Thema aus dem Doktorandenkolloquium des Wintersemesters weiter diskutiert. ‚Historisierung‘ sei dabei als Versuch verstanden, durch die Einsicht in das Gewordensein aller Verhältnisse und Geltungsansprüche Distanz und somit Offenheit für Neues zu gewinnen und dies mit der Formulierung von Zielen für das eigene Handeln in einem Horizont sinnvoller geschichtlich-sozialer Entwicklung zu verbinden. Zur ‚Subjektkonfiguration‘ trägt dies bei, wenn das Wesen und die Individualität jedes Einzelnen als vom Lebens- und Geschichtsprozess bedingt gedacht werden. In das Kolloquium einbezogen werden zwei Workshops mit Prof. Dr. Karen Feldman (Berkeley) und Prof. Dr. Peter Fritzsche (Chicago), die im Sommersemester Kollegiaten des Landesforschungsschwerpunktes „Aufklärung – Religion – Wissen“ sein werden.Wegen meiner Gastprofessur in Paris findet die erste Sitzung am 23.04. statt.

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WiSe 2012/13

  • VL Goethe
    Do 12-14 in Mel XX
    Beginn: 11.10.2012

Module:
Literaturgeschichte  17. bis 19. Jh. (BA/MA/LA),
Literaturtheorie (BA/LA),
Literaturgeschichte  (MA),Literatur und Ästhetik II (MA ARW),
Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik (MA)
Themen, Stoffe und Motive (BA/MA/LA)

Goethe ist der – heute kaum noch bestrittene – Spitzenautor der  deutschen Literatur. Diesen Rang verdankt er nicht nur seiner  einzigartig ausdauernden, sich über mehr als 60 Jahre erstreckenden  Schaffenskraft, sondern mehr noch seiner Fähigkeit, immer wieder neue  Maßstäbe zu setzen und sowohl sich als auch die Leistungen und  Erwartungen der Zeitgenossen zu überbieten. Goethe hat den Deutschen  mehrfach eine ‚neue Sprache‘ gegeben, sei mit der Gefühlsemphase seiner  Sturm-und-Drang-Werke, sei es mit der souveränen  Reflexion der „Iphigenie“, sei es mit der modernen Archaik des „Faust“,  sei es… – hier wäre noch einiges anfügen, was dann in der Vorlesung  geschehen soll. Die Vorlesung kann Goethes unerschöpfliches Werk  selbstverständlich nur in Ausschnitten vorstellen, doch werden alle  Gattungen und Schaffensperioden zur Sprache kommen.

Als gut lesbare und zuverlässige Einführung empfehle ich Karl Otto  Conrady: Goethe. Leben und Werk. 1982 u.ö. (derzeit nicht im Buchhandel,  aber antiquarisch leicht und preiswert zu erwerben).

  • Einführungsseminar Wiener Moderne
    Do 16-18 in der Herweghstr., ÜR A
    Beginn: 11.10.2012

Modul:
Einführung in die germanistische Literaturwissenschaft (BA/LA)

Wien um 1900 gilt als ‚Labor der Moderne’. Die Literatur der Zeit  stellt sich der Epochenproblematik, dass vertraute Konzepte bzw.  Instrumente wie das Subjekt oder die Sprache erodieren. Daraus entstehen  Texte, die zu den feinsinnigsten der deutschen Literatur zählen. Indem  das Seminar in die Wiener Moderne einführt, übt es in den  literaturwissenschaftlichen Umgang mit Texten ein, die stärker als  frühere (und viele spätere) die Basisannahmen der bürgerlichen  Gesellschaft und unseres Alltagswissens herausfordern. Gemeinsam  analysiert werden Dramen, Lyrik, Prosa und programmatische Texte von  Hofmannsthal, Schnitzler, Bahr u.a.

Zur Anschaffung und zum Einlesen empfohlen: Gotthart Wunberg (Hrsg.  unter Mitarb. von Johannes J. Braakenburg): Die Wiener Moderne.  Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910. Stuttgart: Reclam  1981 (Universal-Bibliothek. 7742), € 16; Dagmar Lorenz: Wiener  Moderne. 2., aktual. u. überarb. Aufl. Stuttgart, Weimar: Metzler 2007  (Slg. Metzler. 290), € 14,95.

  • S Klassik-Kolleg 2012: Illusion und Tragik. Schillers inszenierte Geschichte
    Blockseminar 22.–26.10. in Weimar zusammen mit StudentInnen der Universität Paris IV-Sorbonne (Prof. Dr. Gérard Laudin) und der Universität Jena (Jun.-Prof. Dr. Nina Birkner)
    obligator. Vorbesprechung am 15.10., 10–12 Uhr in der Herweghstr.,ÜR B

Module:
Lit.gesch. 17. bis 19. Jh. (BA/MA),
Lit.gesch. (MA),
Lit.theorie, Poetologie, Ästhetik (MA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Schlüsselthemen (MA/LA Gymn),
Themen, Stoffe, Motive (BA/MA),
Literaturtheorie (Vertiefungsmodul MA/LA Gym),
Literatur und Ästhetik II (MA ARW),
Wissen (MA ARW)

Unter den Weimarer Klassikern gilt Schiller seit jeher als „Dichter  der Geschichte“. In der Tat erproben seine Dramen immer neue Modelle des  geschichtlichen Prozesses. Seine dazwischen entstandene Historiographie  führt zudem auf eine seinerzeit neuartige Weise vor, wie sich  Geschichte erzählen und dadurch erklären lässt. Gleichwohl werden  Schillers historiographische und dramatische Gestaltungen von Geschichte  selten im Zusammenhang behandelt. Hier setzt das Klassik-Kolleg 2012 an, indem es einen Bogen spannt vom ersten Versdrama Don Karlos (1787) bis zum letzten Dramenfragment Demetrius und auch die Rezeption von Schillers Geschichtsinszenierungen in  Kleists wenig später entstehender Dramatik sowie auf der Bühne des 19.  Jahrhunderts berücksichtigt. Im Zentrum steht Schillers größtes und  geschichtsbildlich ergiebigstes Drama, die Wallenstein-Trilogie (1798/99). Sie soll ebenso in ihren Bezügen zu Schillers stofflich entsprechender Historiographie, der Geschichte des dreyßigjährigen Kriegs (1791-93), analysiert werden wie Don Karlos im Zusammenhang mit der Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande (1788).

Wesentlich neu an Schillers dramatischer wie historiographischer  Gestaltung von Geschichte ist seine Einsicht, dass diese nicht objektiv  gegeben ist, sondern durch ästhetische Formung konstituiert wird. Bei  Schiller ist Geschichte etwas, das erst durch – zugleich retrospektive und vergegenwärtigende – Inszenierung entsteht. Dieser Gemachtheit  (Poietizität) der dargestellten Geschichte korrespondiert auf der Ebene  der in der Geschichte handelnden Akteure das Bestreben, den Verlauf des  Geschehens zum eigenen Vorteil zu lenken (und insofern ‚Geschichte zu  machen‘). In Schillers Texten erweist sich dieses Bestreben jedoch  regelmäßig als illusionär, denn die Interessen der verschiedenen Akteure  verflechten sich in einer so komplexen Weise, dass sie unbeherrschbar  werden. Gleichsam ‚über‘ den Akteursinteressen entsteht so eine  Eigendynamik des geschichtlichen Prozesses, der die Figuren, die  selbständig zu handeln versuchen, tragisch zum Opfer fallen. Ob dem  übergeordneten Geschichtsprozess zugleich ein ‚höherer Sinn‘ innewohnt,  ist in der Schiller-Interpretation seit jeher umstritten und wird im Kolleg zu diskutieren sein.

Das Kolleg wird organisatorisch und finanziell durch die Klassik  Stiftung Weimar unterstützt. Nach den Seminarsitzungen besuchen wir  gemeinsam die Weimarer Dichterhäuser, die Anna-Amalia-Bibliothek  sowie voraussichtlich eine Theatervorstellung. Als Eigenbeteiligung  sind € 40 für die Pausen- und Mittagsverpflegung sowie das  Abschlussabendessen zu zahlen. Aus Halle können sieben StudentInnen  teilnehmen. Verbindliche Anmeldung (mit Zahlung der Eigenbeteiligung bei  Frau Reinhardt) bis spätestens zum 30. September – wer zuerst kommt,  ist dabei! Das Seminarprogramm, eine Literaturliste und Material sind  über Stud.IP abrufbar.

  • Doktorandenkolloquium „Historisierung und Subjektivität“
    zus. mit Prof. Dr. Jörg Dierken (Theol. Fak.)
    Mo 16-18 (14-täglich) im IZEA, Thomasius-Zi.
    Beginn: 15.10.2012

Modul:
Forschungskolloquium Literaturwissenschaft  17.-19. Jh. (MA)

‚Historisierung’ und ‚Subjektivität‘ sollen als zwei  charakteristische Dimensionen von Aufklärungspraktiken diskutiert  werden. ‚Historisierung‘ meint dabei, durch die Einsicht in das  Gewordensein von normativen Erwartungen und Geltungsansprüchen Distanz  und Offenheit für Neues zu gewinnen und dies mit der Formulierung von  Zielen für das eigene Handeln in einem Horizont sinnvoller  geschichtlich-sozialer Entwicklung zu verbinden. ‚Subjektivität‘  steht dafür, die Erfahrung, Teilhabe und Selbstbestimmung der Einzelnen  als unhintergehbar anzuerkennen, ohne damit weitere Bildung,  Verfeinerung und Selbsteinsicht abzuweisen. Das Kolloquium steht allen  offen, die an einer auf dem skizzierten Feld angesiedelten  Qualifikationsschrift arbeiten. Persönliche Anmeldung erbeten!

  • Ringvorlesung Aufklärung – Religion – Wissen.
    Historische Grundlagen aktueller Probleme zus. mit D. Cyranka u. a. Di. 10-12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
    Beginn: 09.10.2012

Module:

Literaturgeschichte 17.-19. Jh. (BA/LA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Master Aufklärung – Religion – Wissen: Einführungsmodul

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen  Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen  Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden.  Daher tragen elf Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik,  Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft,  Geschichte, Medizingeschichte, Philosophie, Theologie,  Religionswissenschaft, Musikwissenschaft sowie Medien- und  Kommunikationswissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders  unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem  betrachtet, und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als  Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als  Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Win­fried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.

  • Forschungskolloquium
    Di 16-18 im IZEA, Thomasius-Zi.
    Beginn: 16.10.2012

Modul:
Forschungskolloquium Literaturwissenschaft  17.-19. Jh. (MA),
Literatur und Ästhetik II (MA ARW)

Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch  neuen Akteuren. Was neu und interessant ist, wollen wir sowohl mit Blick  auf aktuelle Tendenzen in der (Neueren deutschen Literatur-)  Wissenschaft als auch mittels einiger Vorträge von  Kolloquiumsteilnehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs- oder  Abschlussarbeiten diskutieren. Vorschläge für gemeinsame Lektüren sind  willkommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen  möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen

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SoSe 2012

  • Vorlesung: Was leistet Literatur?
    Do 10 -12 in Mel XX
    Beginn: 12.04.2012

Module
Literaturgeschichte 17. - 19. Jhd. (BA/LA)
Lit.geschichte, (MA)
Lit.geschichte - Vertiefungsmodul (MA/LA Gym)
Literaturtheorie (BA/LA)
Literaturtheorie, Poetologie u. Ästhetik (MA)
Literaturtheorie, Poetologie u. Ästhetik - Vertiefung (MA/(LA Gym)
Schlüsselthemen der Sprach- u. Lit. wiss. (MA/LA Gym)
Pflichtmodul Literatur und Ästhetik II (MA ARW)

Literatur  soll nützen und erfreuen, heißt es bereits bei Horaz. Lange Zeit hat  man diese Maxime als Belehrung und Unterhaltung ausbuchstabiert. In der  Formierungsphase der Moderne (dem 18. Jahrhundert) werden der Literatur  hingegen komplexere Aufgaben zugewiesen: Seitdem soll sie Selbstbildung  ermöglichen und Weltbilder problematisieren, damit das moderne Subjekt  ebenso wie die moderne Gesellschaft mit ihrem konstitutiven Sinndefizit  zurechtkommen. Diese Leistung wird der Literatur zugemutet, obwohl ihr  zur selben Zeit erstmals Autonomie zugeschrieben wird. Ihre  künstlerische Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Anforderungen gilt  sogar als Voraussetzung dafür, dass sie eine solche Leistung für die  Gesellschaft erbringen kann.

Die Vorlesung wird diesen Wandel  anhand einer Reihe von Textanalysen mit Berücksichtigung der jeweiligen  Entstehungs- und Wirkungsumstände verfolgen; die ausgewählten Texte  stammen von Gottsched, Lessing, Klopstock, Goethe, Schiller u. a, so  dass die Vorlesung zugleich als Einführung in die deutsche Literatur vom  späten 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert dient. Zur vorbereitenden  bzw. begleitenden Lektüre empfehle ich Karl Eibl: Die Entstehung der  Poesie. Ffm, Lpz 1995.

  • Seminar: S Geld oder Leben. Literarische Verhandlungen einer immer aktuellen Frage
    Do 16-18 im Institut, Herweghstr. 96, ÜR B
    Beginn 12.04.2012

Module
Kulturelle Diskurse (MA)
Schlüsselthemen (MA/LA Gym)
Themen, Stoffe, Motive (BA/LA/MA)

In  der Literatur steht das Geld meist für niedere Interessen, denen  moralische Werte oder ästhetische Valeurs entgegengesetzt werden, sowie  für die Verführung zu einem falschen Leben: „Nach Golde drängt, / Am  Golde hängt / Doch alles. Ach wir Armen!“ seufzt Gretchen im Faust.  Gleichwohl spielen ökonomische Fragen auch in der Literatur – und  besonders in den ‚niederen’ Gattungen Komödie und Roman – eine Rolle  bzw. entwerfen literarische Texte ihre eigenen ökonomischen Modelle (sei  es der Belohnung erwiesener Tugend, der unaufhaltsamen Dekadenz oder  einer märchenhaften Beschenkung). Und noch in einer zweiten Hinsicht ist  Geld kein literarisches Motiv oder Thema wie jedes andere. Denn mit dem  Geld ist die Frage der Geltung verknüpft, die sich auch der Literatur  stellt: Beide Medien geben – durchaus unsichere – Wertversprechen. Eine  zweite, historisch und systematisch zu verfolgende Leitfrage des  Seminars lautet daher: Wie verhalten sich die Wertversprechen einerseits  des Geldes, andererseits der Literatur zueinander? Im Seminar gelesen  werden Texte verschiedener Gattungen vom 17. Jahrhundert bis zur  Gegenwart.

Zur allerersten Einführung empfehle ich Jochen Hörisch:  Die Lesbarkeit von Welt und Geld. In: ders.: Kopf oder Zahl. Die Poesie  des Geldes. Ffm 1996 u.ö. (es. 1998), S. 53-71.

  • Seminar: Orte der Literatur. Autoren aus/in Mitteldeutschland
    20.4. und 27.4., jeweils 10-12; Herweghstr. 96, ÜR C
    Exkursionen: 1.6., 8.6. und 13.7., jeweils 8-18

Module
Literaturgeschichte 17. bis 19. Jh. (BA/MA)
Literaturgeschichte (MA)
Literaturgeschichte –  Vertiefungsmodul (MA/LA Gym)
Lit.theorie, Poetologie und Ästhetik (MA)
Lit.theorie, Poetologie und Ästhetik u. Vertiefungsmodul (MA), (LA Gym)
Pflichtmodul Literatur und Ästhetik. II (MA ARW)

Das Kraftzentrum der deutschen Literatur liegt im 18. Jahrhundert im Gebiet der heutigen Bundesländer Sachsen-Anhalt,  Sachsen und Thüringen. Hier leben und schreiben die meisten wichtigen  Autoren, sei es in der bürgerlichen Universitätsstadt Leipzig, in der  Musenhofstadt Weimar oder in kleineren Orten wie Gleims Halberstadt. Das  Hauptseminar geht den Gründen für diese Kulmination literarischer  Produktivität gerade in unserer Gegend nach und führt damit zugleich in  eine Epoche enormen kulturellen Aufschwungs ein. In drei Exkursionen  wollen wir eine Auswahl von derartigen ‚Orten der Literatur’ bereisen,  auch mit Blick darauf, wie sich solche Exkursionen in den  Schulunterricht einbauen ließen. Teilnahmescheine können durch Übernahme  eines Kurzreferats erworben werden, das möglichst ‚vor Ort’ gehalten  werden soll. Zur ersten Information vgl. Jens-Fietje Dwars (Hrsg.): Dichter-Häuser in Sachsen-Anhalt. Bucha 1999, S. 104-217.

  • Kolloqium: Forschungskolloquium Performativität
    Di 16 - 18 im IZEA, Thomasius-Zi.
    Beginn: 17.04.12

Module
Forschungskolloquium m. Schwerpunkt Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA)
Pflichtmodul Literatur und Ästhetik II (MA ARW)

Seit  einigen Jahren ist Performativität zu einem Schlüsselbegriff der  Literatur- und Kulturwissenschaften avanciert. Sein Reiz liegt darin,  dass er nicht vermeintlich feststehende Strukturen in den Blickpunkt  rückt, sondern die immer wieder neue Erzeugung von Bedeutung in  konkreten Aussage- und Darstellungsakten. In gemeinsamer Lektüre wollen  wir uns mit dem Performativitätsbegriff vertraut machen und seinen  möglichen Nutzen diskutiert (zur ersten Information vgl. den Artikel in  Nünnings Lexikon der Literatur- und Kulturtheorie, neuere  Auflagen). Wie üblich wird daneben über laufende Forschungs- oder  Abschlussarbeiten von Kolloquiumsteilnehmern (und Gästen) berichtet.  Vorschläge fürs Programm werden in der ersten Sitzung gemacht und  angenommen. Dringend empfohlen wird der Besuch des Kolloquiums allen,  die im Sommer- oder folgenden Wintersemester bei mir Examen ablegen  möchten.

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WiSe 2011/12

Vorlesung: Der historische Roman. Von der Goethezeit bis zur Gegenwart

Do. 12-14 Uhr, Hörsaal XX (Mel)
Beginn 13.10.11
Module:
Gattungen und Gattungstheorie (BA/LA),
Themen, Stoffe und Motive (BA/LA, MA),
Literaturtheorie (BA/LA, MA),
Literaturgeschichte 19.-21. Jh. (BA/LA),
Literaturgeschichte (MA)

Der historische Roman ist beim breiteren Publikum wohl die beliebteste literarische Gattung überhaupt: Bei einer ZDF-Umfrage  nach den „50 beliebtesten Büchern der Deutschen“ von 2004 waren es zur  Hälfte historische Romane, die auf den ersten zwölf Plätzen landeten.  Lange Zeit weniger angesehen war die Gattung in der  Literaturwissenschaft, weil man ihr vorwarf, Fiktion und historische  Darstellung unentwirrbar zu mischen. In der Tat wirft die Gattung  interessante literaturtheoretische Fragen auf, insbesondere nach der  Fähigkeit der Fiktion, Realität ‚darzustellen‘. Die Vorlesung wird dem  ebenso nachspüren wie den vielfältigen stofflichen Reizen des  historischen Romans, seien es Liebeshandlungen, Exotismen, nationale  Emotionen oder die ‚Schlüsselloch‘-Perspektive auf die Heroen der  Geschichte. Zugleich wird sie einen Überblick geben über die Geschichte  des historischen Romans von seiner Entstehung um 1800 bis zur Gegenwart.
Einen sehr guten Überblick über Geschichte und Ästhetik der Gattung  bietet Hans Vilmar Geppert: Der historische Roman. Geschichte umerzählt –  von Walter Scott bis zur Gegenwart. Tübingen: Francke 2009 (€ 24,90).

Seminar: Geschichtsphilosophie – Poetik – Theologie
zus. mit Prof. Dr. Jörg Dierken u. PD Dr. Christian Senkel

Di. 16-18 Uhr im IZEA, Thomasius-Zimmer
Beginn 18.10.11
Module:
Literaturtheorie (BA/LA, MA),
Themen, Stoffe und Motive (BA/LA, MA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Literatur und Ästhetik II (MA)

Der Geschichtsphilosophie liegt ein genuines Motiv der Moderne  zugrunde: der Anspruch des Menschen, sich nicht mit der Zufälligkeit  oder gar Sinnlosigkeit der Welt abzufinden, sondern diese nach  Vernunftgesichtspunkten zu gestalten. Im Fall der Geschichtsphilosophie  heißt dies, das mehr oder weniger chaotische Nacheinander des  Weltgeschehens gedanklich in eine sinnvolle Folge zu überführen.  Entstanden ist diese Form der intellektuellen Bewältigung der Welt im  Zeitalter der Aufklärung, doch wird die Geschichtsphilosophie schon bald  flankiert von Kritiken, die ihr Gewaltsamkeit vorwerfen und die  Denkmuster bzw. Tricks der Geschichtsphilosophie ihrerseits analysieren.  Beides, das Anliegen der Geschichtsphilosophie wie deren kritische  Analyse, soll im Seminar besprochen werden, gestützt auf Texte bis ins  21. Jahrhundert. Besondere Beachtung gilt dabei den Bezügen der  Geschichtsphilosophie zur Poetik – denn Geschichtsphilosophie operiert  vorzüglich mit ‚großen Erzählungen‘ und die explizit moderne Poetik um  1800 ist genuin eine geschichtsphilosophische Poetik – sowie zur  Theologie, denn die entstehende Geschichtsphilosophie nahm Motive der  heilsgeschichtlichen Sinngebung auf und trat zugleich in eine teilweise  symbiotische Konkurrenz zur religiösen Weltdeutung.

Kolloquium: Aktuelle Forschungen zum ‚langen 18. Jahrhundert‘

Do 16-18 Uhr im Institut Herweghstr. 96, (ÜR B)
Beginn 13.10.11
Module:
Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA),
Wissen und Wissenstransfer seit dem 18.Jahrhundert (MA)
Einführungsmodul (MA ARW)

Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch  neuen Akteuren. Was neu und interessant ist im Bereich einer weit  verstandenen Aufklärungs-, Klassik- und Romantikforschung wollen wir  sowohl aufgrund gemeinsamer Lektüre von Neuerscheinungen als auch  mittels einiger Vorträge von Kolloquiumsteilnehmern (und Gästen) über  ihre laufenden Forschungs- oder Abschlussarbeiten diskutieren.  Vorschläge fürs Programm werden in der ersten Sitzung gemacht und  angenommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen  möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.

Ringvorlesung: Aufklärung – Religion – Wissen. Historische Grundlagen aktueller Probleme
zus. mit PD Dr. Daniel Cyranka u. a.

Di 10- 12 Uhr, IZEA, Thomasius-Zimmer
Beginn 18.10.2011

Module:Literaturgeschichte 17.-19. Jh. (BA/LA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Einführungsmodul (MA ARW)

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen  Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen  Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden.  Daher tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik,  Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft,  Geschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft,  Musikwissenschaft sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft). Das 18.  Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der  Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so,  dass die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell  diskutierter Antworten erscheinen.
Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.

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SoSe 2011

Vorlesung Thomas Mann. Werk – Autor – Epoche (zugleich eine Einführung in die Literaturtheorie)

Do. 12-14, Hs XX im Melanchthonianum
Module
BA etc.: Literaturtheorie; Literaturgeschichte 19. Jh. bis Gegenwart
MA etc.: Literaturtheorie; Kulturelle Diskurse; Literaturgeschichte

Thomas Mann – der heute als Klassiker der Moderne schlechthin gilt – schrieb mit Absicht sowohl für das breite Lesepublikum als auch für die wenigen Kenner. Dementsprechend verbergen sich unter in der üppigen Oberfläche der von ihm erzählten Geschichten ein höchst kunstvolles Spiele mit Leitmotiven und ein beständiger Zweifel an der vernünftigen Einrichtung der Welt. Den Sinn für und das Vergnügen an diesem stets doppelbödigen Erzählen zu wecken ist das Kernanliegen der Vorlesung, die einen Überblick über das Gesamtwerk ebenso wie über das politische Engagement Thomas Manns zunächst im Kaiserreich, dann in der Weimarer Republik und schließlich im Exil geben wird. Besonderes Interesse gilt den vielfältigen Bezügen zwischen Leben und Literatur – Thomas Mann gestaltete in seinen Werken häufig das, was er im Leben nicht einmal auszusprechen wagte –, nicht zuletzt in literaturtheoretischer Hinsicht. Wem Manns Werke wenig vertraut sind, nehme sich zunächst die Buddenbrooks vor; Fortgeschrittene sollten den Zauberberg oder/und den Doktor Faustus möglichst schon vor Semesterbeginn lesen. Als sehr vergnügliche wissenschaftliche Einführung empfehle ich, auch zur Anschaffung, Hermann Kurzke: Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk. Fischer Tb. 4. Aufl. 2005.

Seminar/Kolloquium Wann beginnt, was ist und wo endet die Moderne? Literaturwissenschaftliche Antworten auf eine allgemeinkulturelle Frage

Di. 16-18, Thomasius-Zimmer (IZEA)
BA etc.: Literaturtheorie; Themen, Stoffe, Motive.
MA etc.: Literaturtheorie; Kulturelle Diskurse; Themen, Stoffe, Motive; Forschungskoll. 17.-19. Jh.

‚Die Moderne’ ist in der Literatur- ebenso wie in vielen anderen Geistes- und Sozialwissenschaften einer der geläufigsten Begriffe, der aber stark variierend gebraucht wird. Manche sehen den Beginn der Moderne bereits im Hohen Mittelalter, andere in der Aufklärung, wieder andere in der Romantik, im Naturalismus oder in dessen Gegenströmungen. Das Seminar prüft die verbreitetesten Moderne-Begriffe, fragt nach ihren Voraussetzungen und nach ihrem Nutzen. Denn Moderne ist nie nur eine Beschreibungskategorie, sondern reklamiert immer zugleich Aktualität und damit besondere Relevanz – es sei denn, man setzte voraus, wir hätten die Moderne bereits hinter uns gelassen. Das Seminar diskutiert diese Fragen anhand modernetheoretischer Grundlagentexte und mit besonderem Blick auf literarische Texte (Vorschläge sind willkommen!). Es dient auch der Diskussion von Abschluss- oder Forschungsarbeiten der Teilnehmer. Der Seminarplan wird in der ersten Sitzung am 5. April festgelegt.

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WiSe 2010/11

S Die Aufklärung und ihre Dialektik

2 SWS, zusammen mit Prof. Jörg Dierken; Master DSL 120/Master DLK  45/75 wobl. Master AVL 45/75/ Master Aufklärung- Religion- Wissen  MA/LAG/LAS alte Ordnung wobl.;Modul Master: Themen, Stoffe und Motive;  Modul Master: Kulturelle Diskurse; Master Aufklärung-Religion-Wissen:  Einführungsmodul, Modul "Literatur und Ästhetik II: Germanistik"
Di, wöchentlich 12:15-13:45 Ort: IZEA, Franckeplatz 1, Haus 54 (Thomasius-Zimmer); Beginn: Di, 12.10.2010
‚Aufklärung‘  ist nicht nur eine Bezeichnung für eine Epoche der europäischen  Kulturgeschichte, sondern auch ein programmatischer Leitbegriff für ein  bestimmtes Welt- und Selbstverhältnis des Menschen – mitsamt einer  religiösen Symbolisierung in einem aufgeklärten Gottesglauben. Hierfür  stehen Ideale wie Freiheit und Fortschritt, Vernunftorientierung und  (historische) Kritik, Rationalisierung und Entzauberung. Gleichwohl  zeigt die durch die Aufklärung eröffnete Moderne eine Fülle  gegenläufiger Züge. Exemplarisch lassen sich beschleunigte  Anpassungszwänge an die Funktionsimperative der kapitalistischen  Wirtschaft, die Kommunikationsformen der Massenkultur oder die  Mechanismen bürokratischer Herrschaft nennen. Mit Blick auf die Ökonomie  hat M. Weber das berühmte Bild vom ‚stahlharten Gehäuse‘ geprägt. Die  auf M. Horkheimer und Th. W. Adorno zurückgehende Formel von einer  ‚Dialektik‘ der Aufklärung zielt auf eine gleichsam verborgene Rückseite  der Prinzipien der Aufklärung und fr agt, ob und inwieweit diese zu den  destruktiven Zügen der entwickelten Moderne beigetragen hat. Ähnliche  Motive wurden auch in der Theologie des 20. Jahrhunderts verfolgt. Zu  diesen Motiven gehören Fragen nach den Folgen und Kosten des  Fortschritts, nach einer Macht- und Herrschaftsdimension der zum bloßen  ‚Verstand‘ mutierten Vernunft und nach einer Wiederverzauberung der  entzauberten Welt in neuen, irrationalen Mythen. Wer aus guten Gründen  heute die Kulturideale der Aufklärung fortschreiben will, kommt um eine –  aufklärende – Auseinandersetzung mit den Fragen nach einer ‚Dialektik‘  der Aufklärung nicht herum.
Zu Beginn des Seminars wird ein Reader mit der Semesterliteratur bereitgestellt.

V Ringvorlesung Aufklärung – Religion – Wissen. Historische Grundlagen aktueller Probleme

2 SWS; Master DSL 120 Master DLK 45/75 Master AVL 45/75 MA/LAG/LAS  alte Ordnung wobl.; Modul Master: Kulturelle Diskurse,Modul Master:  Themen, Stoffe, Motive
Di, wöchentlich 10:15-11:45 Ort: IZEA, Franckeplatz 1, Haus 54 (Thomasius-Zimmer); Beginn: Di, 05.10.2010
Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne.  Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen  hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher  tragen elf Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik,  Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte,  Philosophie, Theologie, Judaistik, Pädagogik, Musikwissenschaft sowie  Medien- und Kommunikationswissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei  besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und  Rationalem betrachtet, und zwar so, daß die historischen Problemlagen  zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen.  Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich  Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert.  Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.

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SoSe 2010

S Kulturtheorie: Lektüre kulturwissenschaftlicher Grundlagentexte

2 SWS,zusammen mit Frau Prof. Dr. Dorothee Röseberg,Module: Kulturelle Diskurse; Forschungskolloquium Literatur 17. bis 19. Jahrhundert,Master DSL 120 wobl., Master AVL 45/75, Master DLK 45/75, IKEAS alt, Master IKEAS neu, MA/LAG/LAS alte Ordnung MEL Hörsaal, Dienstag, wöchentlich 16:15-17:45 Uhr, Beginn 06.04.2010

Wie ist Orientierung in der Welt möglich? Diese ebenso grundlegende wie allgemeine Frage soll im Kolloquium kulturtheoretisch konkretisiert werden: Wie bilden sich in der unendlichen Vielfalt der Kultur Standards und Muster aus, auf die der denkende und handelnde Mensch zurückgreifen kann? Welchen Beitrag leisten die Standards und Muster zur Kontinuierung von Kultur? Welche Bedeutung haben dabei gedankliche Konzepte, praktische Handlungen und gesellschaftliche Strukturen? Das Kolloquium findet in Zusammenarbeit mit der romanistischen Kulturwissenschaft (Prof. Dr. Dorothee Röseberg) statt. Es wird daher auch um Möglichkeiten und Chancen des interkulturellen Vergleichs sowie um die mögliche Gebundenheit von kulturellen Mustern an bestimmte nationale Kulturen gehen, außerdem um unterschiedliche Prägungen der Kulturtheorie in Frankreich und Deutschland. Ein Ordner mit den zu gemeinsam zu besprechenden Texten wird Mitte März zur Verfügung gestellt.

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WiSe 2009/10

VL Ringvorlesung Aufklärung – Religion – Wissen. Historische Grundlagen aktueller Probleme

2 SWS, zus. mit U. Barth u.a. Module: Kulturelle Diskurse (Master SL 120, Master DLK 45/75, Master AVL 45/75), Themen, Stoffe, Motive (Master AVL 45/75) IZEA, Franckeplatz 1, Haus 54 (Thomasius-Zimmer), di 10-14 (14-täglich), Beginn: 6. Oktober Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen elf Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Theologie, Judaistik, Pädagogik, Musikwissenschaft sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, daß die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.

S Lektüreseminar zur Ringvorlesung

2 SWS, zus. mit Dr. I. Uhlig Module: Kulturelle Diskurse (Master SL 120, Master DLK 45/75, Master AVL 45/75), Themen, Stoffe, Motive (Master AVL 45/75) IZEA, Franckeplatz 1, Haus 54 (Thomasius-Zimmer), di 10-14 (14-täglich, alternierend mit der RingVL), Beginn: 13. Oktober Das Seminar vertieft die Ringvorlesung durch die gemeinsame Lektüre ‚klassischer‘ Texte des 18. Jahrhunderts, der Aufklärungsrezeption sowie der Aufklärungsforschung. Die Teilnahme ist aber auch unabhängig von der Vorlesung möglich.

S / Hs Schillers klassische Dramen auf der zeitgenössischen Bühne

2 SWS, zus. mit I. Uhlig Module: Literaturgeschichte (Master SL 120), Literaturtheorie, Poetologie (Master SL 120), Themen, Stoffe, Motive (Master AVL 45/75) Do 12-14, Mel XIX, Beginn: 15. Oktober Was wir heute noch mit einem Klassiker wie Schiller anfangen können, sagt mindestens so viel über unsere Zeit und Kultur wie über das anhaltende Faszinations- und Bedeutungspotential des Autors. 250 Jahre nach Schillers Geburtstag geht das Seminar beidem nach, und zwar durch Besuch oder medienvermitteltes Anschauen von zeitgenössischen Inszenierungen (in Halle: „Die Jungfrau von Orleans“ am Neuen Theater) sowie durch Analyse der darin enthaltenen aktuellen Gesichtspunkte vor dem Hintergrund der dramatischen Texte. Da das Programm z. T. von den Spielplänen der Theater abhängig ist, wird es erst im Oktober festgelegt. Die gründliche Kenntnis folgender Dramen wird zu Beginn des Semesters vorausgesetzt und in einem kurzen Test überprüft: Wallenstein, Maria Stuart, Die Jungfrau von Orleans, Wilhelm Tell, Die Braut von Messina. Ein Teilnahmeschein kann durch erfolgreiche Teilnahme am Eingangstest erworben werden.

S / Hs Die ‚Wende‘ von 1989 und die Literatur

2 SWS Modul: Literaturgesch. 19. Jh.–Ggw. (BA 60/90 DSL, LAG, LA Sek.), Lit.gesch. (Master DSL 120) Do 16-18, Herweghstr. ÜR B, Beginn: 8. Oktober Die ‚Wende‘ vor zwanzig Jahren hat das literarische Leben in Deutschland grundlegend verändert, wobei die Veränderung im Osten offensichtlicher war und ist als im Westen (wie in anderen Bereichen der Gesellschaft auch): Während im östlichen Teilstaat mit dem Staat und seinem umfassenden Regelungsanspruch (bis hin zur Zensur) auch das bisher wichtigste Thema der Literatur fortfiel, war es für die westliche Literatur eine überraschende Erfahrung, dass der Nationalstaat als politischer Rahmen wiederkehrte. Das Seminar geht sowohl diesen grundlegenden Auswirkungen der Wende als auch direkten literarischen Auseinandersetzungen mit Bürgerbewegung, Mauerfall und Wiedervereinigung nach und stellt auch die Frage, ob es eine ‚DDR-Literatur nach dem Ende der DDR‘ gibt. Eine Leseliste ist ab Beginn der Semesterferien im Seminarordner und auf meiner Homepage verfügbar. Die gründliche Kenntnis aller literarischen Texte wird zu Beginn des Semesters vorausgesetzt und in einem kurzen Test überprüft. Empfohlen wird die Vereinbarung von Hausarbeitsthemen bereits in den Semesterferien. Ein Teilnahmeschein kann durch erfolgreiche Teilnahme am Eingangstest erworben werden.

Koll Aufklärungsforschung aktuell

2 SWS Module: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA DSL 120, MA DLK 45/75) Di 16-18 im IZEA, Thomasius-Zimmer, Beginn: 13. Oktober Wissenschaft lebt von neuen Entdeckungen, neuen Sichtweisen, auch neuen Akteuren. Was neu und interessant ist im Bereich einer weit verstandenen Aufklärungsforschung wollen wir sowohl aufgrund gemeinsamer Lektüre von Neuerscheinungen als auch mittels einiger Vorträge von Kolloquiumsteilnehmern (und Gästen) über ihre laufenden Forschungs- oder Abschlußarbeiten diskutieren. Vorschläge fürs Programm werden in der ersten Sitzung gemacht und angenommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.

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SoSe 2009

VL Schiller. Dem „Dichter der Freiheit“ zum 250. Geburtstag Module: Literaturgeschichte 17.-19. Jh. (BA DSL 60/90, LA Gymn., LA Sek.), Kulturelle Diskurse (MA DSL 120, MA DLK 45/75) Do 12-14, HS XIV a/b [Löw] Schiller, unser zweiter Klassiker neben bzw. hinter Goethe, ist ‚wieder da’, auf dem Theater ebenso wie im Fernsehen, in der Öffentlichkeit ebenso wie in der Literaturwissenschaft. Gerne wird er dabei als „Dichter der Freiheit“ apostrophiert, wie schon im 19. Jahrhundert. Was dies in der Konkretion der Texte heißt und was es für uns bedeuten kann, verfolgt die Vorlesung von den Sturm-und-Drang-Dramen des jungen Schiller über die historischen und philosophischen Schriften bis zum klassischen Theater der Jena-Weimarer Zeit. Dabei wird auch die Frage diskutiert, welches Bedürfnis an ‚Klassikern’ unsere Gegenwart hat, und ob Schiller geeignet ist, es zu stillen. Als erster, knapper Überblick sei empfohlen: Peter-André Alt: Friedrich Schiller. München: Beck 2004 (Wissen in der Beck’schen Reihe. 2357); für die Einarbeitung: Michael Hofmann: Friedrich Schiller. Epoche – Werk – Wirkung. München: Beck 2003 (Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte).

S / Hs Migrationsliteratur Module: Themen, Stoffe, Motive (BA DSL 60/90, LA Gymn., LA Sek., MA DLK 45/75), Kulturelle Diskurse (MA DSL 120, MA DLK 45/75) Do 16-18, Herweghstr. 96, ÜR A Von Migration ist in Deutschland meist mit Bezug auf nicht durchweg geschätzte Einwanderer aus wirtschaftlich schwächeren Weltgegenden die Rede, die ‚Integrationsprobleme’ schaffen. Sowohl aktuell als auch in der jüngsten Geschichte umfaßt Migration jedoch sehr viel mehr. Die Fremdheitserfahrung, die dabei in unterschiedlichen Ausprägungen auftritt, stellt einen wichtigen Antrieb der Gegenwartsliteratur dar. Die kulturwissenschaftliche Theoriediskussion (H. K. Bhabha) hat darüber hinaus den Begriff der Hybridität entwickelt, der Fremdes und Eigenes nicht vereindeutigend gegenüberstellt, sondern die Gemischtheit jeder Kultur betont. Das Hauptseminar geht dem anhand von Texten nach, die sowohl von ‚autochthonen’ Autoren (Treichel) wie auch von Eingewanderten (Asserate, Biller, Kaminer, Özdamar, Tawada, Zaimoglu) stammen und überdies von aus Deutschland Ausgewanderten (Klüger, Sebald). Eine Leseliste ist ab Beginn der Semesterferien im Seminarordner und auf meiner Homepage verfügbar. Die gründliche Kenntnis aller literarischen Texte wird zu Beginn des Semesters vorausgesetzt und in einem kurzen Test überprüft. Empfohlen wird die Vereinbarung von Hausarbeitsthemen bereits in den Semesterferien. Ein Teilnahmeschein kann durch erfolgreiche Teilnahme am Eingangstest erworben werden.

Koll Aufklärungsforschung aktuell Module: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA DSL 120, MA DLK 45/75), Komparatist. angel. Forsch.schwerp. (MA AVL 45/75) Di 16-18 im IZEA, Thomasius-Zimmer Das Kolloquium dient sowohl der Vorstellung und Diskussion laufender Forschungsarbeiten (beginnend mit Magister- und Examensarbeiten) als auch der gemeinsamen Lektüre neuer Ansätze aus dem Bereich der Aufklärungsforschung. Dazu sind auch Vorschläge willkommen. Studenten, die in nächster Zeit bei mir Examen machen möchten, ist die Teilnahme dringend empfohlen.

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WiSe 2008/09

VL Ringvorlesung Aufklärung - Religion - Wissen. Historische Grundlagen aktueller Probleme

im IZEA (Thomasius-Zimmer), Di 10-14 vierzehntäglich, Beginn: 21. 10., weitere Sitzungen am 4. 11., 18. 11., 2. 12., 16. 12., 13. 1., 27. 1., 3. 2. (Klausur) Module: BA Literaturgeschichte 17.-19. Jh., MA Kulturelle Diskurse

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen elf Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Theologie, Judaistik, Pädagogik, Musikwissenschaft sowie Medien- und Kommunikationswissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, daß die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D`Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008.

Kolloquium 'Deutungsmuster und Kulturmuster' (zusammen mit Prof. Ulrich Barth u. Prof. Heinz Thoma)

im IZEA (Thomasius-Zimmer), Mo 18-21 vierzehntäglich, Termine: 20.10., 3.11., 17.11., 1.12., 15.12., 12.1., 26.1. Modul: Forsch.koll. 17.-19. Jh., MA Kulturelle Diskurse

Als „Deutungsmuster“ bezeichnet man immer wieder aufgegriffene Konzepte, die Wahrnehmungen leiten, Erfahrenes interpretieren und Verhalten motivieren (G. Bollenbeck); in „Kulturmustern“ verbinden sich damit zudem bestimmte standardisierte Praktiken. Literatur kann zur Herausbildung und Verbreitung solcher Muster betragen (wie z. B. des Deutungsmusters Bildung), und der Umgang mit Literatur unterliegt seinerseits bestimmten Kulturmustern (z. B. dem Kulturmuster der ‚emphatischen Lektüre‘). Die Untersuchung von Deutungs- und Kulturmustern klärt über weitgehend selbstverständlich gewordene und daher kaum reflektierte Regeln und Regelmäßigkeiten einer Kultur auf. Im Kolloquium werden verschiedene Theorieangebote zur Profilierung der Begriffe Deutungs- und Kulturmuster ebenso diskutiert wie ihre Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Geisteswissenschaften.

HS Liebeslyrik

Di 16-18 im IZEA (Thomasius-Zimmer), Modul: BA Themen, Stoffe, Motive

Liebe ist wohl das beliebteste Motiv der Lyrik, und das nicht erst, seitdem man dieser Gattung vorzüglich den individuellen Ausdruck von Gefühlen zuschreibt. Als kunstvollste Formung von Sprache scheint Lyrik solchem Gefühlsausdruck zugleich aber zu widerstreiten. Diese Spannung zwischen Form und Inhalt macht Liebeslyrik so faszinierend. Das Seminar geht dem anhand einer vom Barock bis zur Gegenwart reichenden Textreihe nach. Teilnahmebedingung ist die Übernahme einer Gedichtinterpretation, die in etwa zehn Minuten im Seminar vorzutragen ist. Um die nötigen Grundbegriffe der Lyrikanalyse zu rekapitulieren, empfehle ich dringend die Anschaffung und das Durcharbeiten von Dieter Burdorf: Einführung in die Gedichtanalyse. 2., überarb. u. akt. Aufl.  Stuttgart, Weimar: Metzler 1997 (Sammlung Metzler. 284).

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SoSe 2008

VL DAS ANDERE ESSEN. Eine Motiv- und Funktionsgeschichte literarischer Anthropophagie
Löwengebäude, HS XIV a/b
Do 12-14

Kein anderes Verbot der abendländischen Kultur zieht so scharfe Grenzen wie das Kannibalismustabu: Wer Menschen isst, ist kein Mensch. Demgegenüber sind Anthropophagiemotive in der Literatur über­raschend häufig, gerade auch in kanonischen Texten: z. B. der Odyssee, den Metamorphosen, dem Ro­bin­­son Crusoe, der Penthesilea, dem Zauberberg. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die typischen Aus­prägungen des Anthropophagiemotivs und dessen Funktionen in der Literatur und der ge­sell­schaft­lichen Selbstverständigung: vom Spiel mit – erotisch-sexuellen oder politischen – Ver­einigungs­sehn­süchten bis zur Problematisierung sprachlicher Verständigung (vermittelt über das ge­meinsame Werk­zeug des Mundes); von der Stigmatisierung des Fremden bis zur Versinnbildlichung eines ganz Anderen, das oft das versteckte Eigene ist. Damit stehen zugleich verschiedene Kultur-, Sub­jekt- und Literatur­kon­zepte zur Debatte. Besonderes Interesse gilt der auffälligen Prominenz des Kanni­ba­lis­musmotivs in der Gegenwartskultur (Hannibal Lecter, Patrick Bateman u. a. Figuren).
Zur ersten Orientierung: Daniel Fulda: Kannibalismus. In: Bettina von Jagow und Florian Steger (Hrsg.): Literatur und Medizin im europäischen Kontext. Ein Lexikon. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2005, Sp. 480-485; als Materialsammlung: Christian W. Thomsen: Menschenfresser in Mythen, Kunst und fernen Ländern. Erftstadt: area 2006; zur Vertiefung: D. F., Walter Pape (Hrsg.): Das Andere Essen. Kannibalismus als Motiv und Metapher in der Literatur. Freiburg/Br.: Rombach 2001.

HS Theorien der Kultur und Kulturkritik

Blockseminar in Weimar
Zusammen mit Prof. R. Koerrenz (Uni Jena)

Was ist Kultur? Theater, klassische Musik, der Faust? Oder zählen auch die Manieren bei Tisch dazu? Und überhaupt alle „symbolischen (materialen wie mentalen) Voraussetzungen menschlichen Sozial­ver­haltens“ (RLW), also lebenssteuernde Handlungsmuster und normative Orientierungen bis in den Alltag hinein? Dem weiten Kulturbegriff letzterer Prägung sind die heutigen Fächer der Philosophischen Fakul­tät verpflichtet, wenn sie sich als Kulturwissenschaften definieren, die ihre Gegenstände – wie z. B. die Litera­tur – als bedingt durch Kultur und Bausteine von Kultur untersuchen. Theorien, die Kultur als Orientierungs- und Reflexionsrahmen sämtlichen menschlichen Handelns begreifen, haben sich freilich seit der Aufklärung entwickelt. Im Seminar werden die klassischen Texte der Kulturtheorie (Rousseau, Schiller, Nietzsche) ebenso wie verschiedene aktuelle Positionen (Systemtheorie, Anthropologie u. a.) diskutiert. Besonderes Augenmerk gilt dem Zusammenhang von Kulturtheorie und Kulturkritik. Denn auch Kulturtheorien, die mehr als die sog. Hochkultur im Blick haben, führen meist implizite Normen mit oder sind sogar explizit als Kritik an der gegebenen Kultur angelegt.
Das Seminar findet als Blockseminar und zudem als interdisziplinäre und interuniversitäre Veranstaltung statt, d. h. zusammen mit Prof. Ralf Koerrenz und Pädagogikstudenten aus Jena. Die Termine der zwei­tägigen Seminarsequenz (Freitag und Samstag) in der Europäischen Jugendbildungsstätte Weimar (mit Übernachtung) sowie einer freitäglichen Seminarsequenz in Halle sind voraussichtlich der 30./31. Mai und der 13. Juni. Ausführliche Informationen gibt es am Do., 31.1.08 um 16 Uhr in Übungsraum A. Eine obligatorische Vorbesprechung zu inhaltlichen wie organisatorischen Fragen findet am 11. April (12-14 Uhr) in Übungsraum B statt; hier besteht die letzte Möglichkeit, sich verbindlich anzumelden (mit An­zahlung von 20€; die (bezuschussten) Gesamtkosten für Bahnfahrt, Übernachtung und Frühstück be­tragen 40€). Die Teilnehmerzahl ist auf je 15 Studierende aus Halle und Jena beschränkt. Zur Vorbe­reitung wird am 31. 1. ein Lektüreplan ausgegeben; nur wer alle zu besprechenden Texte gelesen und durch­­gearbeitet hat, kann an den Seminarsequenzen in Weimar teilnehmen und erhält einen Teil­nahme­schein. Leistungsscheine können durch Anfertigung einer Hausarbeit erworben werden (Themenab­sprache: bis spätestens Pfingsten).

Kolloquium `Funktionen der Literatur außerhalb des Literatursystems`

IZEA, Franckeplatz 1, Haus 54
Di 16-18

Was Literatur sein will bzw. soll, muss sich von anderen Sprachverwendungsweisen unterscheiden. Aufmerksamkeit speziell für diese Sprachverwendungsweise (bei Autoren, Lesern, Kritikern usw.) kon­sti­tuiert das Literatursystem. Literatur kann jedoch auch unter anderen Gesichtspunkten kommuniziert wer­den: unter Gesichtspunkten ihres moralischen, politischen oder wissenschaftlichen Gehalts, ihrer na­tio­­nalen Repräsentanz, ihrer sozialen Inklusionswirkung usw. Eine offene Frage ist, wie beide Kom­mu­ni­kationstypen zueinander stehen (eine Frage, die in den Selbstzweifeln manches Germanisten wie­der­kehrt: hat die akademische Literaturbetrachtung überhaupt noch etwas mit den Leseweisen von Laien zu tun?). Zur Diskussion dieser Frage beschäftigt sich das Kolloquium damit, was literarische Kommuni­ka­tion ausmacht und welche nicht-literarischen Funktionen Literatur haben kann. Die zu diskutierenden Beispiele (Wissensvermittlung und Identitätsbildung durch Literatur, engagierte Literatur, Literatur­skandale) stammen aus dem 17. bis 21. Jahrhundert.Der Erwerb von Hauptseminar-Leistungsscheinen ist möglich (Anmeldung spätestens in der ersten Sitzung). Examenskandidaten ist die Teilnahme dringend empfohlen.

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WiSe 2007/08

VL Tragödie. Von Ödipus bis zum Leben der anderen
Do 12-14

Die Tragödie gilt seit der Antike als vornehmste Gattung der Poesie. Große Figuren erleiden in ihr große Schicksale, auf daß der Zuschauer in große Gefühlsstürme gerate. Was Größe ist, woher so etwas wie Schicksal stammt und wie der Mensch sich dazu verhalten kann - auf diese Fragen sind im Verlauf der Tragödiengeschichte nicht nur sehr unterschiedliche, son­dern auch für das jeweilige Menschen-, Welt- und Gesellschaftsbild höchst aufschluß­reiche Antworten gegeben worden.Die Vorlesung setzt bei den Tragödien des antiken Athen an, deren prägender Einfluß die gesamte Gattungsgeschichte durchzieht. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die klassischen deutschen Tragödien von Lessing bis Kleist. Der umstrittenen Frage, ob es auch in der Moderne noch Tragödien geben kann, wird mit Blick auf die von Nietzsche beeinflußte Dramatik um 1900 sowie politisch-historische Filme der Gegenwart nachgegangen.

HS Universität und Literatur
Mi 10-12 im IZEA (Wolff-Zimmer)

Eine der wichtigsten Institutionen, in denen sich das Schreiben und Lesen von Literatur vollzieht, ist die Universität, sei es daß Studenten sich zu Dichterkreisen zusammenschließen oder daß Professoren Literaturpolitik zu machen versuchen. Entsprechend häufig sind die Universität und ihre besonderen Sitten zum Gegenstand der Literatur geworden, von den Aufklärungssatiren auf den Pedanten bis zum zeitgenössischen Campusroman. Zudem geben die typischen Handlungsformen der Universität, vom Seminargespräch bis zum Studentenulk, immer wieder Modelle für die Situationen ab, die literarische Texte inszenieren. Das Seminar thematisiert ein breites Spektrum von Verhältnissen, in denen Literatur und Universität zueinander stehen, und unternimmt eine Systematisierung im Sinne einer institutionenbezogenen Literatursoziologie.

HS Fiktionen des Faktischen. Literarische Formen der Geschichtsdarstellung
Do 16-18

‚Geschichte` wird gemacht - nicht von ‚großen Männern`, sondern von jenen, die sie schreiben. Damit aber ist sie unhintergehbar an Texte gebunden. Aus dieser Einsicht haben sich in den letzten Jahren grundle­gend neue Fragestel­lungen entwickelt: Wel­che Textver­fahren konstitu­ieren Geschichte, welche - wo­möglich literarischen - Muster prägen je unter­schiedliche Geschichtsbilder? Das Seminar wird den Formmöglichkeiten der Geschichtsdarstellung anhand eines vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart reichenden Spektrums von literarischen und historio­graphischen Texten nachgehen, darunter Schillers Wallenstein, die Geschichte Alexanders des Großen von Johann Gustav Droysen (Ausg. 1833: 1., 2., 8. Kap. und Schluß; Ausg. 1877: 1. Buch und 4. Buch), Raabes Odfeld, Marcel Beyers Flughunde und Stephan Wackwitz` Ein unsichtbares Land. Die gründliche Kenntnis der genannten Texte wird zu Beginn des Semesters vorausgesetzt und überprüft; damit sind zugleich die Voraussetzungen für einen Teilnahmeschein erbracht.

Kolloquium ‚Wissensforschung` - Was hat die Literaturwissenschaft dazu beizutragen?
Mi 16-18 im IZEA (Thomasius-Zimmer)

Fächerübergreifend hat sich in den letzten Jahren ein neuer Forschungszusammenhang ‚Wissens­forschung` herausgebildet. Eine seiner Prämissen ist, daß auch das ‚strenge`, epistemische Wissen (mit Gewißheit als subjektivem Merkmal und Wahrheit als objektivem Merkmal) von seiner Repräsentation und deren sprachlichen oder bildlichen Formen abhängt. Wissen ist demnach nie auf sachliche Gehalte reduzierbar, sondern wird von seinen medialen Bedingungen geprägt und unterliegt der semiotischen Eigendynamik der jeweils gebrauchten rhetorischen, metaphorischen und literarischen ‚Mittel`. Ihrer besonderen Kompetenz für (Sprach-) Formanalysen entspre­chend, sind die Literaturwissenschaften zu einem wichtigen Träger solcher Wissens­forschung avanciert. Sie rekonstruieren die `Poetiken des Wissens`, d. h. solche Regeln und Regel­mäßig­keiten der Produktion, Repräsentation, Distribution und Rezeption von Wissen, die aus der literarischen Sphäre stammen oder dort Analogien haben, von denen her sie zu erklären sind. Das Kolloquium führt in diesen Forschungs­zusammen­hang ein und diskutiert aktuelle Forschungsbeiträge.

(zusammen mit Ulrich Barth u. Heinz Thoma) Doktorandenkolloquium für die Stipendiaten des Exzellenznetzwerks „Aufklärung - Religion - Wissen"
Mo 14-18 (14tägl.) im IZEA (Thomasius-Zimmer)

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