Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Frühere Lehrveranstaltungen

SoSe 2022

(S) Pygmalion: ein antiker Mythos und seine modernen Variationen Mo., 14 - 16 Uhr, Steintorcampus, EA, SR 7

• Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
Modul LA/MA: Literaturgeschichte

Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen
Modul MA: Kulturelle Diskurse
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II

Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie

Der der griechischen Mythologie entlehnte und insbesondere von Ovid in den Metamorphosen erzählte Pygmalion-Mythos  durchzieht die europäische  Literatur seit Beginn der Neuzeit. Er  bezieht sich auf die Geschichte des Bildhauers Pygmalion, der sich in  seine künstlerische Schöpfung Galatea verliebt, eine Statue, die dank  Aphrodite, der Göttin der Liebe, zum Leben erweckt wird. Damit liefert  die Figur des Pygmalion die Grundlage für die Auseinandersetzung mit der  Frage nach dem Verhältnis von ‚Kunst‘ und ‚Wirklichkeit‘, ja nach der  Möglichkeit überhaupt, zwischen ‚Kunst‘ und ‚Wirklichkeit‘ eine  Trennungslinie zu ziehen. Ziel des Seminars ist es, am Beispiel von  deutschen und europäischen literarischen Werken des 18.-20. Jahrhunderts  (u.a. von Rousseau, Bodmer, Goethe, Schiller, Herder, Tieck, Eichendorff, Keller, Zola und Shaw) einige Facetten des Pygmalion-Mythos  zu analysieren und damit einen Einblick in ein grundlegendes Motiv der  europäischen Literaturgeschichte zu gewinnen. Das Lektüre-Programm mit herunterzuladenden Texten aus der Primär- und Sekundärliteratur ist über StudIP abrufbar.

(S) Was ist Literatur? Antworten aus dem 18. Jahrhundert Di., 16 - 18 Uhr, IZEA, Thomasius-Zimmer

Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
Modul LA/MA: Literaturgeschichte
Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul MA: Kulturelle Diskurse
Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie

Das 18. Jahrhundert ist das Laboratorium einiger Grundbegriffe  unseres Literaturverständnisses. Zwischen der ‚Querelle der Anciens et  des Modernes‘, die im Frankreich des ausgehenden 17. Jahrhunderts  ausbricht und um 1700 ganz Europa erfasst, und den literarischen  Debatten der Zeit um 1800 ist eine Reihe von Schlüsselbegriffen  erarbeitet worden, die unser Denken über Literatur heute noch bestimmen.  Dazu zählen Begriffe wie Originalität, Genie, Öffentlichkeit oder  Autorschaft, sowie grundlegende Prozesse der Ausdifferenzierung zwischen  dem ‚Literarischen‘ und seinen ‚Randgebieten‘ (Gelehrsamkeit,  Literaturkritik, Publizistik, usw.). Ziel des Seminars ist es, am  Beispiel von deutschen und europäischen Publikationen (u.a. von  Lessing,  Du Bos, Sulzer, Blankenburg, Goethe, August Wilhelm Schlegel,  Friedrich Schlegel und Jean Paul) die Diskussionen zu analysieren, die  zur Konturierung dieser Begriffe und zum Emporkommen dieser Prozesse  beigetragen haben. Das Lektüre-Programm mit herunterzuladenden Texten aus der Primär- und Sekundärliteratur ist über StudIP abrufbar.

Forschungskolloquium
Neuzeitliche Schriftkultur und europäischer Wissenstransfer – Forschungsarbeiten in der Diskussion
Di., 12 - 14 Uhr Uhr (IZEA, Thomasius-Zimmer)

Die Lehrveranstaltung fängt am 3.11. als Präsenzveranstaltung an.
Falls die sanitäre Situation es im Laufe des Semesters erfordern sollte, würde die Präsenz-Veranstaltung durch eine Video-Veranstaltung ersetzt werden.

• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA DSL: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh.
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft

Das Forschungskolloquium verfolgt das Ziel, Studierende an die  Forschung heranzuführen. Dies soll über zwei Wege erreicht werden.  Einerseits werden in Entstehung begriffene Qualifizierungsarbeiten  (BA/MA-Arbeiten, wissenschaftliche Hausarbeiten für das  Staatsexamen, Promotions- und Habilitationsvorhaben) vorgestellt und  diskutiert. Andererseits werden fortgeschrittene Wissenschaftler  eingeladen, ihre Forschungsarbeiten und -projekte zu präsentieren. Das  Forschungskolloquium versteht sich hiermit als ein Forum, an dem jüngere  und erfahrene Forscher teilnehmen. Der thematische Schwerpunkt des  Sommersemesters liegt in der Literaturgeschichte des 18.-20.  Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der europäischen  Wissenstransfers, in den Lese- und Schreibpraktiken von der frühen  Neuzeit bis zur Gegenwart sowie in methodischen Fragen.

WiSe 2021/22

(S) Romantheorie im 18. Jahrhundert di, 15:30:00-17:00, IZEA Thomasus Zimmer

• Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
Modul LA/MA: Literaturgeschichte

Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul

• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Modul MA: Kulturelle Diskurse
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II

Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Ziel des Seminars ist es, die lebhaften Diskussionen zur Gattung des Romans zu verfolgen, die im langen 18. Jahrhundert (1680-1820)  in Deutschland stattgefunden haben. Zunächst vorwiegend auf  ausländische Werke oder auf Übertragungen ausländischer Werke (wie etwa  Rousseaus Nouvelle Héloise) zentriert, fokussiert sich die Debatte um  den Wert und Nutzen des Romans ab der zweiten Hälfte des 18. Jh. immer  mehr auf deutsche ‚Originale‘ (wie etwa Wielands Agathon oder Goethes  Meister).  Gefragt wird dabei nicht nur nach der ästhetischen bzw.  kunsttheoretischen Definition des Romans als Gattung, sondern auch nach   dessen sozialen, ethischen und politischen Implikationen und   Auswirkungen – allerhand Aspekte, die wir im Rahmen des Seminars  untersucht werden sollen. Das genaue Lektüre-Programm wird in der ersten Sitzung bekannt gemacht.

(S) Italienreisen der Goethezeit mo, 13:00 - 14:30 Uhr, LuWu2, SR 18

Die Lehrveranstaltung fängt am 3.11. als Präsenzveranstaltung an.
Falls die sanitäre Situation es im Laufe des Semesters erfordern sollte, würde die Präsenz-Veranstaltung durch eine Video-Veranstaltung ersetzt werden.

Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
Modul LA/MA: Literaturgeschichte
Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul
Modul MA: Kulturelle Diskurse
Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Spätestens seit der Renaissance ist Italien für Reisende ein Magnet.   Ziel des Seminars ist es, die Literatur zu untersuchen, die die   Italienreisen der Goethezeit hervorgebracht haben. Dabei werden sowohl   ‘Literatur’ als auch ‘Goethezeit’ im breiten Sinne des Wortes   verstanden. Es geht um mehr oder weniger literarisch verarbeitete   Berichte von ‘realen’ Reisen (nach dem Modell von Goethes  „Italienischer  Reise“) sowie um fiktionale Reisebeschreibungen (nach  dem Vorbild von  Wilhelm Heinses „Ardinghello“-Roman), die durchaus auch  historische  Materialien und reale Erfahrungen integrieren können. Mit  der Goethezeit  wird eine breit angelegte Epoche ins Auge fasst, die  etwa um 1750 mit  Winckelmann, der für Goethes Italienerlebnis  Vorbildcharakter hatte,  anfängt und um 1830-1840 etwa mit den Auseinandersetzungen Heinrich  Heines mit August von Platen endet. Das genaue Lektüre-Programm wird in  der ersten Sitzung bekannt gemacht.

Forschungskolloquium
Neuzeitliche Schriftkultur und europäischer Wissenstransfer – Forschungsarbeiten in der Diskussion
dienstags, 13:00-14:30 Uhr (IZEA, Thomasius-Zimmer)

Die Lehrveranstaltung fängt am 3.11. als Präsenzveranstaltung an.
Falls die sanitäre Situation es im Laufe des Semesters erfordern sollte, würde die Präsenz-Veranstaltung durch eine Video-Veranstaltung ersetzt werden.

• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA Komparatistik : Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA DSL: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh.
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft

Das Forschungskolloquium verfolgt das Ziel, Studierende an die  Forschung heranzuführen. Dies soll über zwei Wege erreicht werden.  Einerseits werden in Entstehung begriffene Qualifizierungsarbeiten  (BA/MA-Arbeiten, wissenschaftliche Hausarbeiten für das  Staatsexamen, Promotions- und Habilitationsvorhaben) vorgestellt und  diskutiert. Andererseits werden fortgeschrittene Wissenschaftler  eingeladen, ihre Forschungsarbeiten und -projekte zu präsentieren. Das  Forschungskolloquium versteht sich hiermit als ein Forum, an dem jüngere  und erfahrene Forscher teilnehmen. Der thematische Schwerpunkt des  Sommersemesters liegt in der Literaturgeschichte des 18.-20.  Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der europäischen  Wissenstransfers, in den Lese- und  Schreibpraktiken von der frühen  Neuzeit bis zur Gegenwart sowie in methodischen Fragen. Das Programm  wird in der ersten Sitzung bekannt gemacht.

SoSe 2021

1. Seminar: Goethe und die Kunst

Montags, 15:30-17:00 Uhr
Standort: Steintorcampus / Germanistisches Institut

• Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
• Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

2. Seminar: Georg Forster (1754-1794) – Reisen, Beobachten, Schreiben

Dienstags, 15:30-17:00 Uhr
Standort: IZEA, Francke-Platz 1, Haus 54, Thomasius-Zimmer

• Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
• Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)
Beschreibung des Themas kommt noch.

3. Seminar: Neuzeitliche Schriftkultur und europäischer Wissenstransfer – Forschungsarbeiten in der Diskussion (Forschungskolloquium)

Dienstags, 13:00-14:30 Uhr
Standort: IZEA, Francke-Platz 1, Haus 54, Thomasius-Zimmer

• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA Komparatistik : Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA DSL: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh.
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft

Das Forschungskolloquium verfolgt das Ziel, Studierende an die Forschung heranzuführen. Dies soll über zwei Wege erreicht werden. Einerseits werden in Entstehung begriffene Qualifizierungsarbeiten (BA/MA-Arbeiten, wissenschaftliche Hausarbeiten für das Staatsexamen, Promotions- und Habilitationsvorhaben) vorgestellt und diskutiert. Andererseits werden fortgeschrittene Wissenschaftler eingeladen, ihre Forschungsarbeiten und -projekte zu präsentieren. Das Forschungskolloquium versteht sich hiermit als ein Forum, an dem jüngere und erfahrene Forscher, Angehörige bzw. Assoziierte des Lehrstuhls und auswärtige Wissenschaftler teilnehmen. Der thematische Schwerpunkt des Sommersemesters liegt in der Literaturgeschichte des 18.-20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Wissenstransfers, in den Lese- und Schreibpraktiken von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart sowie in methodischen Fragen. Das Lektüre-Programm sowie das Programm der Gastvorträge werden in der ersten Sitzung bekannt gemacht.

WiSe 20/21

Seminar. Der Künstlerroman. Eine Gattung zwischen Fiktion und Geschichte, 18. und 19. Jh. montags, 15:30:00-17:00

• Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
Modul LA/MA: Literaturgeschichte

Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul

• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Modul MA: Kulturelle Diskurse
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II

Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Als Künstlerromane werden traditioneller Weise Romane bezeichnet, die   die Figur des bildenden Künstlers – und insbesondere des Malers – zum   Hauptgegenstand haben. Ansatz des vorliegenden Seminars ist es, die   Gattung des Künstlerromans als Variante des Bildungsromans sowie auch   als Alternative zur historiographischen Gattung der Kunstgeschichte zu   betrachten. Im Rahmen des Seminars werden Romane untersucht, die die   Entwicklung dieser Gattung über etwa ein Jahrhundert veranschaulichen,   ausgehend von  Heinses Ardinghello (1787), der in die Geschichte der   deutschen Literatur als erster Künstlerroman überhaupt eingegangen ist,   und Tiecks Franz Sternbalds Wanderungen (1798) bis zu Zolas L'Œuvre   (1886), über Eduard Mörikes Maler Nolten (1832) und Gottfried Kellers   Grüner Heinrich (1854/55 und 1879/80). Eine ausführliche Bibliographie   erhalten die Teilnehmer am Anfang des Semesters.

Seminar : Aufklärung(en) — Neue und ältere begriffsgeschichtliche Diskussionen dienstags, 13:00 - 14:30; IZEA, Thomasius Zimmer

Die Lehrveranstaltung fängt am 3.11. als Präsenzveranstaltung an.
Falls die sanitäre Situation es im Laufe des Semesters erfordern sollte, würde die Präsenz-Veranstaltung durch eine Video-Veranstaltung ersetzt werden.

Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
Modul LA/MA: Literaturgeschichte
Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul
Modul MA: Kulturelle Diskurse
Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Ziel dieses Seminars ist es, die Begriffe „Lumières“, „Aufklärung“,  „Enlightenment“ und „Illuminismo“ auf ihre Geschichte, ihren Gehalt,  ihre Verwendungsweisen und nicht zuletzt ihre Tauglichkeit hin zu  befragen. Zu diesem Zweck werden im Rahmen des Seminars Werke der  älteren oder jüngeren Forschungsliteratur zur Aufklärung und  insbesondere zum Aufklärungsbegriff kritisch gelesen. Die zahlreichen  für das Thema einschlägigen Publikationen der letzten Jahre (in  Deutschland Steffen Martus, Heinz Thoma; in Italien Vincenzo Ferrone; in  Großbritannien Ritchie Robertson, John Robertson), aber auch die ältere  Forschungsliteratur (Robert Darnton, Daniel Roche, Jonathan Israel,   etc.) liefern dazu ein reiches Anschauungsmaterial. Eine ausführliche  Bibliographie erhalten die Teilnehmer am Anfang des Semesters.

Forschungskolloquium
Neuzeitliche Schriftkultur und europäischer Wissenstransfer – Forschungsarbeiten in der Diskussion
dienstags, 10:30-12:00 Uhr (IZEA, Thomasius-Zimmer)

Die Lehrveranstaltung fängt am 3.11. als Präsenzveranstaltung an.
Falls die sanitäre Situation es im Laufe des Semesters erfordern sollte, würde die Präsenz-Veranstaltung durch eine Video-Veranstaltung ersetzt werden.

• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA Komparatistik : Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA DSL: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh.
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft

Das Forschungskolloquium verfolgt das Ziel, Studierende an die  Forschung heranzuführen. Dies soll über zwei Wege erreicht werden.  Einerseits werden in Entstehung begriffene Qualifizierungsarbeiten  (BA/MA-Arbeiten, wissenschaftliche Hausarbeiten für das  Staatsexamen, Promotions- und Habilitationsvorhaben) vorgestellt und  diskutiert. Andererseits werden fortgeschrittene Wissenschaftler  eingeladen, ihre Forschungsarbeiten und -projekte zu präsentieren. Das  Forschungskolloquium versteht sich hiermit als ein Forum, an dem jüngere  und erfahrene Forscher, Angehörige  bzw. Assoziierte des Lehrstuhls und  auswärtige Wissenschaftler teilnehmen. Der thematische Schwerpunkt des  Sommersemesters liegt in der Literaturgeschichte des 18.-20.  Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der europäischen  Wissenstransfers, in den Lese- und Schreibpraktiken von der frühen  Neuzeit bis zur Gegenwart sowie in methodischen Fragen. Das Lektüre-Programm sowie das Programm der Gastvorträge werden in der ersten Sitzung bekannt gemacht.

SoSe 2020

(V) Die Erfindung der Landschaft. Natur in Text und Bild, 1750-1850 Montags, 14:00-16:00 Uhr

• Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
• Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Als Erfahrungsgegenstand und als ästhetisches Konstrukt avanciert die Landschaft mit dem 18. und 19. Jahrhundert zu einer zentralen Kategorie der Moderne. Die Landschaftsmalerei, die in den akademischen Theorien der frühen Neuzeit als eine minderwertige Gattung betrachtet worden war, wird an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zum Inbegriff des Modernen erklärt. In der Literatur zeichnet sich ein neues Interesse für die Landschaftsbeschreibung ab, das bald in eine theoretische Reflexion über den Landschaftsbegriff mündet: Was genau macht die Landschaftserfahrung aus? Kann Landschaft ohne das Auge eines Betrachters existieren? Was unterscheidet Landschaft von Natur? Im Rahmen der Vorlesung sollen die vielfältigen Antworten analysiert werden, die zwischen 1750 und 1850 sowohl von Schriftstellern (insbesondere Herder, Lessing, Goethe, Tieck, Novalis, August Wilhelm und Friedrich Schlegel) als auch von Philosophen (Schelling) und Malern (Philipp Otto Runge, Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich) diesen Fragen gegeben wurden.

Empfohlene Literatur:
Blumenberg, Hans: Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt/Main 1993 (erste Aufl. 1981). – Fechner, Renate: Natur als Landschaft. Zur Entstehung der ästhetischen Landschaft, Frankfurt/Main 1986. – Ritter, Joachim: Landschaft. Zur Funktion des Ästhetischen in der modernen

(S) Genie. Wandlungen eines Grundbegriffs des 18. Jahrhunderts Montags, 10:00-12:00 Uhr

• Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA: Literaturgeschichte
• Modul MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Der Terminus „Genie“ kann als eine Erfindung der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts betrachtet werden. Zwar hatte eine ganze Riege deutscher Autoren, darunter Leibniz, Wolff, Gottsched, Bodmer, Breitinger und Baumgarten, den Geniegedanken zuvor schon vereinzelt thematisiert und dabei auf verschiedene deutsche, französische und lateinische Termini (darunter „ingenium“, „genius“, „Witz“ und „génie“) zurückgegriffen. Doch erst mit Autoren wie Sulzer, Herder und Goethe entfaltet sich eine Diskussion, die den gesamten Bereich der Künste (darunter insbesondere Literatur, Malerei und Musik) ergreift: Ist Genie eine angeborene oder erlernbare, eine universelle oder nur bestimmten  Menschen vorbehaltene Eigenschaft? Zeichnet sich Genie durch außergewöhnliche rationale Fähigkeiten oder vielmehr durch ein ungewöhnliches Empfindungsvermögen aus? Ziel des Seminars ist es, diese Diskussionen durch das lange 18. Jahrhundert hindurch zu verfolgen und damit die Entstehungsgeschichte eines Grundbegriffs der Moderne zu beleuchten.

Empfohlene Literatur:
Wolf, Herman: Versuch einer Geschichte des Geniebegriffs in der deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts, Heidelberg 1923 (ND: Nendeln/Liechtenstein 1973). – Eberhard Ortland: Genie, in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, hg. von Karlheinz Barck usw., 7 Bde., Stuttgart/Weimar 2001-2005, Bd. 2, S. 661-708. – Joachim Ritter: Genie, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, hg. von Joachim Ritter, Karlfried Gründer und Gottfried Gabriel, 13 Bde., Basel 1971-2007, Bd. 3, S. 279-310. – Jochen Schmidt: Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945, 2 Bde., Darmstadt 1985.

(S) Klassik. Zur Entstehungsgeschichte und Aktualität eines Grundbegriffs der Literaturwissenschaft Dienstags, 10:00-12:00 Uhr

• Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA: Literaturgeschichte
• Modul MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart

Unter dem Prädikat „Klassik“ pflegt man die Epoche zu verstehen, die sich – europaweit betrachtet – vom ausgehenden 17. Jh. bis zum Anfang des 19. Jh., also von dem französischen „classicisme“ bis zur „Weimarer Klassik“ erstreckt und – u.a. im Zuge der Ausgrabungen in Herculaneum (ab 1738) und in Pompei (ab 1763) – von einem regen Interesse für die antike Kultur geprägt ist. Die in dieser Periode entstandenen kunsttheoretischen Ansichten, die unter die Kategorie des „Klassischen“ zusammengefasst wurden, zeichnen sich eigentlich durch eine auffallende Heterogenität aus. Dies gilt sowohl für die Frage der Naturnachahmung als auch für diejenige der Vorbildlichkeit der Antike  in Kunstfragen überhaupt. Gegenstand des Seminars ist es, die vielfältigen Begriffsbestimmungen zu analysieren, die mit dem Terminus „Klassik“ verbunden sind und damit die Entstehungsgeschichte und Aktualität eines Grundbegriffs der Literaturwissenschaft zu hinterfragen.

Empfohlene Literatur:
Borbein, Adolf Heinrich: Klassische Kunst, in: Die griechische Klassik. Idee oder Wirklichkeit (Ausstellungskatalog), Berlin/Mainz 2002, S. 9-25. – Borchmeyer, Dieter: Weimarer Klassik. Portrait einer Epoche, Weinheim 1998 (erste Aufl. 1994). – Busch, Werner: Klassizismus, Klassik. Bildende Kunst, in: Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 4 (1998), S. 1070-1081. – Eliot, Thomas Stearns: What is a Classic?, London 1945 (Dt. Übers.: Was ist ein Klassiker? – Dante – Goethe der Weise, übers. von Wilhelm E. Süskind, Hans Heinrich Schäder, Ursula Clemen, Frankfurt/Main 1963). –  Vosskamp, Wilhelm: Klassisch/Klassik/Klassizismus, in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, hg. von Karlheinz Barck usw., 7 Bde., Stuttgart/Weimar 2001-2005, Bd. 3, S. 289-305. – Wellek, René: The Term and Concept of Classicism in Literary History, in: Ders.: Discriminations: Further Concepts of Criticism, New Haven/London 1970, S. 55-89.

(F) Forschungskolloquium - Neuzeitliche Schriftkultur und europäischer Wissenstransfer – Forschungsarbeiten in der Diskussion Dienstags, 14:00-16:00 Uhr

• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA Komparatistik : Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA DSL: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh.
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft

Das Forschungskolloquium verfolgt das Ziel, Studierende an die Forschung heranzuführen. Dies soll über zwei Wege erreicht werden. Einerseits werden in Entstehung begriffene Qualifizierungsarbeiten (BA/MA-Arbeiten, wissenschaftliche Hausarbeiten für das Staatsexamen, Promotions- und Habilitationsvorhaben) vorgestellt und diskutiert. Andererseits werden fortgeschrittene Wissenschaftler eingeladen, ihre Forschungsarbeiten und -projekte zu präsentieren. Das Forschungskolloquium versteht sich hiermit als ein Forum, an dem  jüngere und erfahrene Forscher, Angehörige bzw. Assoziierte des  Lehrstuhls und auswärtige Wissenschaftler teilnehmen. Der thematische  Schwerpunkt des  Sommersemesters liegt in der Literaturgeschichte des  18.-20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Wissenstransfers, in den Lese- und Schreibpraktiken von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart sowie in methodischen Fragen. Das Lektüre-Programm sowie das Programm der Gastvorträge werden in der ersten Sitzung bekannt gemacht.

WiSe 2019/20

Ringvorlesung Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme
Prof. Fulda u. a. (di 10-12) Di. 10–12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Literaturgeschichte 17. - 19. Jh. (BA/LA),
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft, Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die  historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008. Eine grandiose Lektüre ist die neue große Epochendarstellung von Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche  18. Jahrhundert – ein Epochenbild. Berlin 2015.

WiSe 2018/19

(S+V) Germanistik in Halle: Wissenschafts- und Fachgeschichte zus. mit Mike Rottmann

Seminar
SR 20, LuWu2
Montag, 14-16 Uhr, 14-tägig (ab 15.10.2018)
(15.10.18; 29.10.18; 12.11.18; 26.11.18; 10.12.18; 7.1.19; 21.1.; 4.2.; 11.2.)

Das Seminar steht in Verbindung mit einer öffentlichen Vortragsreihe, an der die Teilnehmer des Seminars verbindlich teilnehmen müssen.

Vortragsreihe
HS IV, LuWu2
Montag, 18-20 Uhr, 14-tägig (ab 22.10.2018)
(22.10.18; 5.11.18; 19.11.; 3.12.18; 17.12.18; 14.1.19; 28.1.19)

Module:

  • Literaturgeschichte 17. Jahrhundert bis Gegenwart (BA/LA)
  • Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)
  • Literatur und Gattungstheorie (BA/LA)
  • Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik + Vertiefungsmodul (MA)
  • Literaturgeschichte + Vertiefungsmodul (MA/LA)
  • Literatur und Ästhetik II (MA)
  • Kulturelle Diskurse (MA/LA)
  • Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung (MA KdA) (Päd)
  • Wissen und Wissenstransfer (MA KdA) (MKS)

Das Seminar und die Vortragsreihe führen ein in die (Fach-)Geschichte und die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Germanistik. Nach einer grundsätzlichen Verständigung darüber, weshalb die Herkunft und Genese des Faches für die eigene wissenschaftliche Ausbildung und Schwerpunksetzung von Bedeutung ist, soll der Versuch unternommen werden, die Anfänge des akademischen Interesses für Sprache und Literatur zu lokalisieren und zu verstehen. Klar ist, dass sich lange vor der Gründung des ‚Seminars für deutsche Philologie‘ an der Universität Halle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Forschungs- und Lehrpraxis etabliert hatte, die wir mit unseren  heutigen germanistischen Interessen in Verbindung bringen können. Die tiefgreifenden Transformationen germanistischer Forschung und Lehre (und des institutionellen Rahmens) zwischen Reichsgründung und dem mittleren 20. Jahrhundert sollen in Seminar und Vortragsreihe außerdem zur Sprache kommen. In Frage steht: Wie verändert sich Literatur- und Sprachforschung im Zeitalter der Extreme, zunächst in der Weimarer Republik, dann im Nationalsozialismus? Welche ‚Gesichter‘ trägt die Germanistik im geteilten Deutschland?

Die Geschichte der Germanistik in Halle ist bislang wenig erforscht. Das Lern- und Erfahrungspotential der Wissenschaftsgeschichte soll in diesem Seminar experimentell und forschend ergründet werden. Arbeitseinheiten im Universitätsarchiv und in den Historischen Sammlungen der UB sollen dazu dienen, unmittelbaren Zugang zu den Quellen zu erhalten und eigenständige Forschungsfragen in Auseinandersetzung mit dem Material zu entwerfen.

Seminar und Vortragsreihe finden im Wechsel statt. Im Rahmen der Vortragsreihe sprechen sieben auswärtige Referenten über zentrale Gesichtspunkte der Fachgeschichte sowie über markante historische Konstellationen der Halleschen Universitätsgermanistik.

Zur Einführung empfehlen wir:

  • Rainer Kolk: [Art.] Wissenschaftsgeschichte (2). In: Klaus Weimar (Hg.), Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York 1997–2003. Bd. 3.
  • Christoph König, Hans-Harald Müller, Werner Röcke (Hg.): Wissenschaftsgeschichte der Germanistik in Porträts. Berlin, New York 2000.
  • Manfred Lemmer: Deutsche Sprache und Literatur an den Universitäten Wittenberg und Halle (1502-1945). In: Hermann-Josef Rupieper (Hg.), Beiträge zur Geschichte der Martin-Luther-Universität 1502–2002. Halle 2002, 147-166.
  • Klaus Weimar: Geschichte der deutschen Literaturwissenschaft bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. München 22003.

Ringvorlesung Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme
Prof. Fulda u. a. (di 10-12) Di. 10–12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Literaturgeschichte 17. - 19. Jh. (BA/LA),
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft, Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die  historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der  Aufklärung. Berlin: Akademie 2008. Eine grandiose Lektüre ist die neue große Epochendarstellung von Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild. Berlin 2015.

SoSe 2018

(S) Hermeneutik im Zeitalter der Kritik - Prof. Dr. Denis Thouard (Paris) Blockseminar von Prof. Dr. Denis Thouard (Paris)
von der Universität Halle und der Humboldt-Professur im SoSe 2018 eingeladener Gastprofessor

29.05. und 07.06. 2018
Germanistisches Institut, Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 1.10.0
jeweils 14 bis 18 Uhr

Workshop:
04.-05.07.2018
zusammen mit Dr. Frank Grunert
IZEA, Francke-Platz 1, Haus 54, Thomasius-Zimmer

Das Seminar wendet sich in erster Linie an Studierende   der Germanistik, der Philosophie und der Theologie. Für die   Verwendbarkeit  der Module wenden Sie sich bitte an die Modulverantwortlichen Ihres Instituts.

Unabhängig von der Modulrelevanz sind interessierte Studenten und (Post-)Doktoranden aller Fachrichtungen willkommen. Um vorherige   Anmeldung über StudIP bzw. bei Aleksandra Ambrozy () wird in jedem Fall gebeten.

Inhalt des Seminars
Die Hermeneutik der Aufklärung wurde lange Zeit vernachlässigt. Seit etwa 20 Jahren aber wächst das Interesse an diesem Gegenstand. Das Seminar ist als allgemeine Einführung konzipiert und will speziell Einblicke in die Hermeneutik der Aufklärung geben. Die Hermeneutik bildet sich als Folge der Reformation aus und ist von daher eng mit Fragen der Bibelauslegung verknüpft. Es haben sich aber auch philologische, logische oder juristische Formen der Hermeneutik entwickelt. Charak­te­ris­tisch für die Aufklärung ist die Formierung einer „allgemeinen“ Hermeneutik.

Vier Entwicklungsschritte der Hermeneutik
1.
Zunächst wollen wir anhand der Clavis Scripturae Sacrae (1567) des Matthias Flacius Illyricus die Konstituierung der Herme­neutik im Kontext der Reformation untersuchen. Wichtig dafür sind: Claritas Scripturae, der Vorrang des Literalsinns, die Ein­heit des Sinns, Textus interpres sui, der Gegensatz von Gesetz und Evangelium. In dieser ‚orthodoxen‘ Form ist die Herme­neutik der theologischen Dogmatik untergeordnet.
2.
Als philologische Textkritik trug die Hermeneutik zur Historisierung der Überlieferung bei, darunter auch der heiligen Schrift. Bei Hobbes oder Spinoza werden die Prinzipien der konfessionell bestimmten Hermeneutik verallgemeinert und ratio­nalisiert. In diesem Zusammenhang werden wir uns vor allem mit Lockes Interpretation der Paulus-Texte beschäftigen, die für die Rol­le der Hermeneutik in den philosophisch-politischen Debatten der Frühaufklärung grundlegend ist.
3.
Locke und Leibniz haben die Denker der Aufklärung maßgeblich geprägt, vor allem in ihrer Auffassung von der Rolle der Zeichen für die Erkenntnis und Mitteilung. Die Hermeneutik entwickelt sich in diesem Kontext zu einer allgemeinen Er­kennt­nis­lehre. Wir wollen dies u.a. an Texten von Crusius und Meier nachvollziehen, um Einsichten in die Struktur der logischen und semiotischen Hermeneutik zu gewinnen.
4.
Im Zentrum von Herders, Heynes oder Eichhorns theologischer Hermeneutik steht die Geschichtlichkeit der biblischen Überlieferung und ihre mythische Deutung. Die moralische Interpretation dagegen, wie sie für Kant bestimmend ist, recht­fertigt die Schrift ausgehend von ihrer Rationalität. Die Debatte zwischen Kant und der Göttinger Schule verdeutlicht exem­pla­risch den Streit zwischen der apriorischen Logik (de jure) und der historischen Logik (de facto), den wir abschließend in einem Ausblick auf die Bearbeitung dieser Probleme bei Schleiermacher und Boeckh beleuchten wollen. Neben theologischer und logischer Hermeneutik spielte die juristische Hermeneutik eine wichtige Rolle, die im Rahmen eines Workshops am 4. und 5. Juli näher behandelt werden wird.

Texte
Flacius Illyricus, Matthias, De ratione cognoscendi sacras literas / Über den Erkenntnisgrund der heiligen Schriften, übersetzt von Lutz Geldsetzer, Düsseldorf, Stern-Verlag Janssen & Co, 1968 [auch in H. G. Gadamer / G. Boehm (Hrsg.), Seminar: Philosophische Hermeneutik, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1976, S. 43-52].
Spinoza, Baruch, Tractatus theologico-politicus, Kap. VII, De interpretatione Scripturae, Hrsg. C. Gebhardt, Leipzig, 1908, S. 135-145 [auch in H. G. Gadamer / G. Boehm (Hrsg.), Seminar: Philosophische Hermeneutik, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1976, „Von der Auslegung der Schrift“, S. 53-68].
Locke, John, „An Essay for the Understanding of St Paul’s Epistles by Consulting St Paul him-self”, in Paraphrases and Notes on the Epistles of St Paul (1707), [auch in John Locke, Writings on Religion, hrsg. Victor Nuevo, Oxford, U. Press, 2002, S. 51-66].
Crusius, Christian August, Weg zur Gewißheit und Zuverläßigkeit der menschlichen Erkenntniß, Leipzig, Gleditsch, 1747, Von der Auslegung oder Interpretation [auf google books abrufbar].
Meier, Georg Friedrich, Versuch einer allgemeinen Auslegungskunst (1757), hrsg. A. Bühler, L. Cataldi Madonna, Hamburg, F. Meiner, 1996.
Kant, Immanuel, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, hrsg. B. Stangneth, Hamburg, F. Meiner, 2017.
Eichhorn, J. G (Hrsg.), Allgemeine Bibliothek der biblischen Literatur, 1787-1800, 10 Bde., Leipzig, Weidmann & Reich, darin: Eichhorn, J. G., "Über die kantische Hermeneutik", VI/1, 1794, S. 51-67.
Schleiermacher, Friedrich, Kritische Gesamtausgabe, II. Abteilung: Vorlesungen Band 4, Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik, hrsg. Wolfgang Virmond unter Mitwirkung von Hermann Patsch, Berlin, Boston 2012 [Allgemeine Hermeneutik S. 73-113].

Weiterführende Literatur
Alexander, Werner: Hermeneutica generalis. Zur Konzeption und Entwicklung der all-gemeinen Verstehenslehre im 17. und 18. Jahrhundert. Stuttgart: M & P Verlag für Wissenschaft und Forschung, 1993.
Beetz, Manfred, Giuseppe Cacciatore (Hrsg.), Hermeneutik im Zeitalter der Aufklärung, Köln u.a., Böhlau, 2000.
Bühler, Axel (Hrsg.): Unzeitgemässe Hermeneutik. Verstehen und Interpretation im Denken der Aufklärung. Frankfurt/Main: Klostermann, 1994.
Frank, Günter, St. Meier-Oeser (Hrsg.), Hermeneutik – Methodenlehre – Exegese. Zur Theorie der Interpretation in der frühen Neuzeit, Stuttgart-Bad Cannstatt, Frommann-Holzboog, 2011.
Meyer, Gottlob Wilhelm, Geschichte der Schrifterklärung, 5 Bde., Göttingen, 1802.
Reventlow, H. Graf, W. Sparn & J. Woodbridge (Hrsg.), Historische Kritik und biblischer Kanon in der deutschen Aufklärung, Wiesbaden, Harrassowitz, 1988.
Schönert, Jörg, F. Vollhardt (Hrsg.), Geschichte der Hermeneutik und die Methodik der textinterpretierenden Disziplinen, Berlin/New York: de Gruyter (= Historia Hermeneutica, Series Studia, 1), Berlin, New York, 2005.
Scholz, Oliver Robert: Verstehen und Rationalität. Untersuchungen zu den Grundlagen von Hermeneutik und Sprachphilosophie. Frankfurt/Main: Klostermann, 1999 (= Philosophische Abhandlungen, 76).
Schröder, Jan (Hrsg.), Theorie der Interpretation vom Humanismus bis zur Romantik - Rechtswissenschaft, Philosophie, Theologie, Stuttgart, 2001.

Hermneutik Blockseminar
(externe Datei)

(S) Ästhetik, Anthropologie, Pädagogik im Zeitalter der Aufklärung. Johann Georg Sulzers Werk und Wirkung Prof. Décultot zusammen mit Dr. Jana Kittelmann und Dr. Martin Dönike

Di 14-16, Ludwig-Wucherer-Str. 2, SR 22

Module:
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik + Vertiefungsmodul (MA)
Kulturelle Diskurse (MA)
Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung und Ästhetik II (MA KdA)
Wissen und Wissenstransfer seit dem 18. Jhd. (MA KdA)
Literaturgeschichte 17. Jahrhundert bis Gegenwart (BA/LA)

max. 30 Teiln.

Johann Georg Sulzers (1720–1779) Werk ist für das Verständnis der Aufklärungsepoche zentral. Mit der „Allgemeinen Theorie der Schönen Künste“ (1771–1774) hat Sulzer nicht nur einen grundlegenden Beitrag  zur Kunsttheorie und Ästhetik des 18. Jahrhunderts geliefert, sondern daneben auch wichtige Schriften zur Psychologie, Pädagogik, Anthropologie, Erkenntnistheorie; Naturforschung und Literaturkritik veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der aktuell am IZEA laufenden Edition der Werke und Briefe Johann Georg Sulzers wollen wir anhand ausgewählter Texte diesem facettenreichen und doch lange Zeit vernachlässigtem Autor und Akteur des 18. Jahrhunderts nachspüren.

Voraussetzungen sind die Übernahme eines Impulsreferates sowie die Bereitschaft zur Lektüre historischer Textkorpora des 18. Jahrhunderts.

Das Seminar wird von einer Exkursion ins Gleimhaus Halberstadt, wo zahlreiche Handschriften Sulzers aufbewahrt werden, begleitet.

Zur Einführung empfehlen wir: Elisabeth Décultot: Johann Georg Sulzer – Leben und Werk. In: Johann Georg Sulzer: Gesammelte Schriften. Kommentierte Ausgabe. Hrsg. von Hans Adler und E. Décultot. Bd. 1: Kurzer Begriff aller Wissenschaften. Erste (1745) und zweite (1759) Auflage. Hg. von Hans Adler. Basel, 2014, XIII-LV;   Frank Grunert u. Gideon Stiening (Hg.): Johann Georg Sulzer (1720–1779). Aufklärung zwischen Christian Wolff und David Hume. Berlin 2011; Wolfgang Riedel: Erkennen und Empfinden. Anthropologische Achsendrehung und Wende zur Ästhetik bei Johann Georg Sulzer. In: Hans-Jürgen Schings (Hg.): Der ganze Mensch. Anthropologie und Literatur im 18. Jahrhundert Stuttgart u. Weimar 1994, S. 410–439.

WiSe 2016/17

Ringvorlesung Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme
Prof. Fulda u. a. (di 10-12) Di. 10–12 Uhr im IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Literaturgeschichte 17. - 19. Jh. (BA/LA),
Literaturgeschichte 17. Jh. - Gegenwart (BA/LA),
Kulturelle Diskurse (MA),
Master Kulturen der Aufklärung: Einführungsmodul

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen   Moderne. Ihrer Grundlegungswirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen zehn Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Allg. u. vergleich. Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Theologie, Religionswissenschaft, Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als  Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten erscheinen. Als Einführung  aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008. Eine grandiose Lektüre ist die neue große Epochendarstellung von Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild. Berlin 2015.

SoSe 2016

(S) Lesen, Zitieren, Plagiieren (di 12-14)
zus. mit Prof. Daniel Fulda
Raum: IZEA (Thomasius-Zimmer)
Module:
Literaturtheorie (BA/LA)
Literaturgeschichte (MA)
Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik (MA)
Schlüsselthemen (MA/LA Gym)
Literatur und Ästhetik II (MA Kulturen der Aufklärung)

Hauptanliegen des Seminars ist es, die Transformationen der Lese- und Schreibpraktiken im Blick auf die Praktiken des Zitierens und Plagiierens im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne in gesamteuropäischer Perspektivierung zu beleuchten. Dabei soll dem Exzerpieren als Bindeglied zwischen Lese- und Schreibpraxis besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zunächst soll der historische Traditionszusammenhang beleuchtet werden, in dem die Praktiken des Zitierens und Plagiierens sowie deren gesellschaftliche Wahrnehmung eingebettet sind. Über diese diachronische Dimension hinaus sollen auch Vergleiche zwischen verschiedenen europäischen Regionen und Sprachräumen vorgenommen werden, die es ermöglichen, eine differenzierte  Kulturgeschichte der Text- und Wissenszirkulation zu erstellen. Schließlich soll danach gefragt werden, wie die Praktiken des Zitierens und Plagiierens sich zu einigen Kernbegriffen unseres modernen Literaturverständnisses (Autor, Original und Originalität, Nachahmung,Kopie, Erfindung) verhalten. Das 18. Jahrhundert als Übergangsepoche zwischen humanistischer Tradition und Moderne wird dabei besonders  berücksichtigt. Zu der im Rahmen des Seminars besprochenen  Primärliteratur gehören u.a. Texte von Jean Paul, Thomas Mann und Bertolt Brecht.

Die Teilnehmer am Seminar sollten bis zum Semesterbeginn folgende Texte gelesen haben:

Hellmut Rosenfeld: [Art.] Plagiat. In: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. 2. Aufl., Begr. von Paul Merker und Wolfgang Stammler. Hrsg. von Werner Kohlschmidt u.a. Bd. 3. Berlin, New York: de Gruyter 1977, S. 114 – 126; Elisabeth Décultot: Einleitung: Die Kunst des Exzerpierens. Geschichte, Probleme, Perspektiven. In: Dies. (Hg.): Lesen, Kopieren, Schreiben, Berlin: Ripperger and Kremers, 2014, S. 7 – 47; Helmut Zedelmaier: Wissen sammeln. Die Geschichte des Exzerpierens. In: Ders.: Werkstätten des Wissens zwischen Renaissance und Aufklärung, Tübingen, Mohr Siebeck, 2015, S. 45 – 61

WiSe 2015/16

(S) Johann Joachim Winckelmann. Leser, Gelehrter, Schriftsteller (mo 12-14)
Prof. Elisabeth Décultot/ Dr. Martin Dönike
Seminarraum 16. E.11, Lu-Wu 2
Modul:

Literaturgeschichte, MA/LA Gym
Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul), MA/LA Gym

Die Karriere des Gelehrten und Kunstschriftstellers J. J. Winckelmann (1717-1768) erschien schon seinen Zeitgenossen als eine Art Wunder: Aus Stendal stammend, wo er als Schustersohn in ärmlichsten Verhältnissen geboren wurde, führte ihn sein Weg über Halle, Jena, Seehausen und Dresden nach Rom, wo er als Begründer der archäologischen und kunsthistorischen Wissenschaften zu einer europäischen Berühmtheit werden sollte. Trotz der Einzigartigkeit dieses von solch einem Erfolg gekrönten Lebenslaufs, können die einzelnen Stationen von Winckelmanns intellektueller Biographie zugleich als typisch für den Werdegang eines Gelehrten und Schriftstellers in der Mitte des 18. Jahrhunderts gelten. Ziel des Seminars ist es, die Entwicklung Winckelmanns vom Schüler und Studenten über die Tätigkeit als (Haus-)Lehrer zum Gelehrten und Schriftsteller nachzuzeichnen und an  diesem Beispiel die Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen intellektueller Biographien zur Zeit der Aufklärung deutlich werden zu lassen.

Literatur
É. Décultot, Untersuchungen zu Winckelmanns Exzerptheften. Ein Beitrag zur Genealogie der Kunstgeschichte im 18. Jahrhundert, übers. von W. von Wangenheim und R. M. Hofter, Ruhpolding, 2004.
M. Disselkamp, Die Stadt der Gelehrten. Studien zu J. J. Winckelmanns Briefen aus Rom, Tübingen, 1993.
K. Harloe, Winckelmann and the Invention of Antiquity: History and Aesthetics in the Age of Altertumwissenschaft, Oxford u.a. 2013.
C. Justi, Winckelmann und seine Zeitgenossen, 3 Bde., Leipzig, 1898 (Erstveröffentlichung unter dem Titel: Winckelmann, sein Leben, seine Werke und seine Zeitgenossen, 3 Bde., Leipzig, 1866-1872).
I. Kreuzer, Studien zu Winckelmanns Ästhetik. Normativität und historisches Bewußtsein, Berlin, 1959.
A. Potts, Flesh and the Ideal: Winckelmann and the Origins of Art History, New Haven, 1994.
J. Schloemann: Johann Joachim Winckelmann – „edle Einfalt, stille Größe“, in: Die griechische Welt. Erinnerungsorte der Antike, hg. von Elke Stein-Hölkeskamp und Karl-Joachim-Hölkeskamp, München 2010, S. 524-537, 659-661.
L. Uhlig, Hrsg., Griechenland als Ideal. Winckelmann und seine Rezeption in Deutschland, Tübingen, 1988.

SoSe 2015

(S) Lessing und die bildende Kunst (di 14-16)
Seminarraum 20, Raum 2.11, Lu-Wu-2
Modul:
Themen, Stoffe, Motive, MA
Kulturelle Diskurse Modul, MA
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik, MA
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik (Vertiefungsmodul), MA
Literatur und Ästhetik II, MA

Im Laokoon (1766) zieht Lessing unter mehrfachem Rückgriff auf markante Schriften der europäischen Kunstliteratur eine scharfe Trennungslinie zwischen Poesie und Malerei. Die Malerei gebrauche »Figuren und Farben in dem Raume«, die Poesie »artikulierte Töne in der Zeit«. Aus dieser Differenz in der medialen Beschaffenheit der Künste leitet Lessing eine weitere ab: Zur Darstellung ihrer Gegenstände verfüge die Poesie über einen breiteren Spielraum als die bildende Kunst, denn dem Bildhauer und Maler sei die Darstellung von paroxystischen Momenten nicht erlaubt, während der Dichter solche Momente – etwa in der Form von extrem widrigen oder hässlichen Gestalten – darstellen dürfe. Für den Diskurs über die bildenden Künste, der sich im Europa des 18. Jahrhunderts im Umbruch befindet, sowie für die Produktion von Werken der bildenden Kunst wirft dieses semiotische System zahlreiche Fragen auf: Welche Kenntnis hatte Lessing der antiken und modernen bildenden Kunst überhaupt? In welchem Verhältnis steht sein Begriff der bildenden Kunst zum Kunstverständnis seiner Vorgänger und Zeitgenossen (Bodmer,  Breitinger, Winckelmann, John Harris, Du Bos, Batteux, Diderot, Hagedorn)? Welches sind bei ihm die Grenzen des Schönen in der Kunst? Wie lässt sich das Hässliche genau definieren? Ziel des Seminars ist es, Lessings Position zur bildenden Kunst von der Veröffentlichung des Laokoon bis in seinen späteren Schriften zu analysieren und sie im Kontext der europäischen Diskussion über die Grenzen von Poesie und Malerei zu verorten.

SoSe 2020 (V) Die Erfindung der Landschaft. Natur in Text und Bild, 1750-1850 Montags, 14:00-16:00 Uhr

• Modul: BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte
• Modul LA/MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul: BA/LA: Themen, Stoffe, Motive
• Modul LA/MA: Themen, Stoffe, Motive Vertiefungsmodul
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Als Erfahrungsgegenstand und als ästhetisches Konstrukt avanciert die Landschaft mit dem 18. und 19. Jahrhundert zu einer zentralen Kategorie der Moderne. Die Landschaftsmalerei, die in den akademischen Theorien der frühen Neuzeit als eine minderwertige Gattung betrachtet worden war, wird an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zum Inbegriff des Modernen erklärt. In der Literatur zeichnet sich ein neues Interesse für die Landschaftsbeschreibung ab, das bald in eine theoretische Reflexion über den Landschaftsbegriff mündet: Was genau macht die Landschaftserfahrung aus? Kann Landschaft ohne das Auge eines Betrachters existieren? Was unterscheidet Landschaft von Natur? Im Rahmen der Vorlesung sollen die vielfältigen Antworten analysiert werden, die zwischen 1750 und 1850 sowohl von Schriftstellern (insbesondere Herder, Lessing, Goethe, Tieck, Novalis, August Wilhelm und Friedrich Schlegel) als auch von Philosophen (Schelling) und Malern (Philipp Otto Runge, Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich) diesen Fragen gegeben wurden.

Empfohlene Literatur

Blumenberg, Hans: Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt/Main 1993 (erste Aufl. 1981). – Fechner, Renate: Natur als Landschaft. Zur Entstehung der ästhetischen Landschaft, Frankfurt/Main 1986. – Ritter, Joachim: Landschaft. Zur Funktion des Ästhetischen in der modernen

(S) Genie. Wandlungen eines Grundbegriffs des 18. Jahrhunderts Montags, 10:00-12:00 Uhr

• Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA: Literaturgeschichte
• Modul MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart
• Modul BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie
• Modul BA/LA: Literaturtheorie (alte Studienordnung)

Der Terminus „Genie“ kann als eine Erfindung der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts betrachtet werden. Zwar hatte eine ganze Riege deutscher Autoren, darunter Leibniz, Wolff, Gottsched, Bodmer, Breitinger und Baumgarten, den Geniegedanken zuvor schon vereinzelt thematisiert und dabei auf verschiedene deutsche, französische und lateinische Termini (darunter „ingenium“, „genius“, „Witz“ und „génie“) zurückgegriffen. Doch erst mit Autoren wie Sulzer, Herder und Goethe entfaltet sich eine Diskussion, die den gesamten Bereich der Künste (darunter insbesondere Literatur, Malerei und Musik) ergreift: Ist Genie eine angeborene oder erlernbare, eine universelle oder nur bestimmten Menschen vorbehaltene Eigenschaft? Zeichnet sich Genie durch außergewöhnliche rationale Fähigkeiten oder vielmehr durch ein ungewöhnliches Empfindungsvermögen aus? Ziel des Seminars ist es, diese Diskussionen durch das lange 18. Jahrhundert hindurch zu verfolgen und damit die Entstehungsgeschichte eines Grundbegriffs der Moderne zu beleuchten.

Empfohlene Literatur

Wolf, Herman: Versuch einer Geschichte des Geniebegriffs in der deutschen Ästhetik des 18. Jahrhunderts, Heidelberg 1923 (ND: Nendeln/Liechtenstein 1973). – Eberhard Ortland: Genie, in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, hg. von Karlheinz Barck usw., 7 Bde., Stuttgart/Weimar 2001-2005, Bd. 2, S. 661-708. – Joachim Ritter: Genie, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, hg. von Joachim Ritter, Karlfried Gründer und Gottfried Gabriel, 13 Bde., Basel 1971-2007, Bd. 3, S. 279-310. – Jochen Schmidt: Die Geschichte des Genie-Gedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945, 2 Bde., Darmstadt 1985.

(S) Klassik. Zur Entstehungsgeschichte und Aktualität eines Grundbegriffs der Literaturwissenschaft Dienstags, 10:00-12:00 Uhr

• Modul MA/LA: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft
• Modul MA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA: Literaturgeschichte
• Modul MA: Literaturgeschichte (Vertiefungsmodul)
• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA: Kulturelle Diskurse
• Modul MA/LA: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik- Vertiefungsmodul
• Modul BA/LA: Lit.gesch. 17. Jh. - Gegenwart

Unter dem Prädikat „Klassik“ pflegt man die Epoche zu verstehen, die sich – europaweit betrachtet – vom ausgehenden 17. Jh. bis zum Anfang  des 19. Jh., also von dem französischen „classicisme“ bis zur „Weimarer Klassik“ erstreckt und – u.a. im Zuge der Ausgrabungen in Herculaneum (ab 1738) und in Pompei (ab 1763) – von einem regen Interesse für die antike Kultur geprägt ist. Die in dieser Periode entstandenen kunsttheoretischen Ansichten, die unter die Kategorie des  „Klassischen“ zusammengefasst wurden, zeichnen sich eigentlich durch eine auffallende Heterogenität aus. Dies gilt sowohl für die Frage der Naturnachahmung als auch für diejenige der Vorbildlichkeit der Antike in Kunstfragen überhaupt. Gegenstand des Seminars ist es, die vielfältigen Begriffsbestimmungen zu analysieren, die mit dem Terminus „Klassik“ verbunden sind und damit die Entstehungsgeschichte und Aktualität eines Grundbegriffs der Literaturwissenschaft zu hinterfragen.

Empfohlene Literatur

Borbein, Adolf Heinrich: Klassische Kunst, in: Die griechische Klassik. Idee oder Wirklichkeit (Ausstellungskatalog), Berlin/Mainz 2002, S. 9-25. – Borchmeyer, Dieter: Weimarer Klassik. Portrait einer Epoche, Weinheim 1998 (erste Aufl. 1994). – Busch, Werner: Klassizismus, Klassik. Bildende Kunst, in: Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 4 (1998), S. 1070-1081. – Eliot, Thomas Stearns: What is a Classic?, London 1945 (Dt. Übers.: Was ist ein Klassiker? – Dante – Goethe der Weise, übers. von Wilhelm E. Süskind, Hans Heinrich Schäder, Ursula Clemen, Frankfurt/Main 1963). – Vosskamp, Wilhelm: Klassisch/Klassik/Klassizismus, in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, hg. von Karlheinz Barck usw., 7 Bde., Stuttgart/Weimar 2001-2005, Bd. 3, S. 289-305. – Wellek, René: The Term and Concept of Classicism in Literary History, in: Ders.: Discriminations: Further Concepts of Criticism, New Haven/London 1970, S. 55-89.

(F) Forschungskolloquium - Neuzeitliche Schriftkultur und europäischer Wissenstransfer – Forschungsarbeiten in der Diskussion Dienstags, 14:00-16:00 Uhr

• Modul MA Kulturen der Aufklärung: Literatur und Ästhetik II
• Modul MA Komparatistik : Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik
• Modul MA DSL: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh.
• Modul MA/LA Gym: Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft

Das Forschungskolloquium verfolgt das Ziel, Studierende an die Forschung heranzuführen. Dies soll über zwei Wege erreicht werden. Einerseits werden in Entstehung begriffene Qualifizierungsarbeiten (BA/MA-Arbeiten, wissenschaftliche Hausarbeiten für das Staatsexamen, Promotions- und Habilitationsvorhaben) vorgestellt und diskutiert. Andererseits werden fortgeschrittene Wissenschaftler eingeladen, ihre Forschungsarbeiten und -projekte zu präsentieren. Das Forschungskolloquium versteht sich hiermit als ein Forum, an dem jüngere und erfahrene Forscher, Angehörige bzw. Assoziierte des Lehrstuhls und auswärtige Wissenschaftler teilnehmen. Der thematische Schwerpunkt des Sommersemesters liegt in der Literaturgeschichte des 18.-20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Wissenstransfers, in den Lese- und Schreibpraktiken von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart sowie in methodischen Fragen. Das Lektüre-Programm sowie das Programm der Gastvorträge werden in der ersten Sitzung bekannt gemacht.

WiSe 2018/19 (S+V) Germanistik in Halle: Wissenschafts- und Fachgeschichte zus. mit Mike Rottmann

Seminar
SR 20, LuWu2
Montag, 14-16 Uhr, 14-tägig (ab 15.10.2018)
(15.10.18; 29.10.18; 12.11.18; 26.11.18; 10.12.18; 7.1.19; 21.1.; 4.2.; 11.2.)

Das Seminar steht in Verbindung mit einer öffentlichen Vortragsreihe, an der die Teilnehmer des Seminars verbindlich teilnehmen müssen.

Vortragsreihe
HS IV, LuWu2
Montag, 18-20 Uhr, 14-tägig (ab 22.10.2018)
(22.10.18; 5.11.18; 19.11.; 3.12.18; 17.12.18; 14.1.19; 28.1.19)

Module:

  • Literaturgeschichte 17. Jahrhundert bis Gegenwart (BA/LA)
  • Themen, Stoffe, Motive (BA/LA)
  • Literatur und Gattungstheorie (BA/LA)
  • Literaturtheorie, Poetologie, Ästhetik + Vertiefungsmodul (MA)
  • Literaturgeschichte + Vertiefungsmodul (MA/LA)
  • Literatur und Ästhetik II (MA)
  • Kulturelle Diskurse (MA/LA)
  • Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung (MA KdA) (Päd)
  • Wissen und Wissenstransfer (MA KdA) (MKS)

Das Seminar und die Vortragsreihe führen ein in die (Fach-)Geschichte und die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Germanistik. Nach einer grundsätzlichen Verständigung darüber, weshalb die Herkunft und Genese des Faches für die eigene wissenschaftliche Ausbildung und Schwerpunksetzung von Bedeutung ist, soll der Versuch unternommen werden, die Anfänge des akademischen Interesses für Sprache und Literatur zu lokalisieren und zu verstehen. Klar ist, dass sich lange vor der Gründung des ‚Seminars für deutsche Philologie‘ an der Universität Halle in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine  Forschungs- und Lehrpraxis etabliert hatte, die wir mit unseren heutigen germanistischen Interessen in Verbindung bringen können. Die tiefgreifenden Transformationen germanistischer Forschung und Lehre (und des institutionellen Rahmens) zwischen Reichsgründung und dem mittleren 20. Jahrhundert sollen in Seminar und Vortragsreihe außerdem zur Sprache kommen. In Frage steht: Wie verändert sich Literatur- und Sprachforschung im Zeitalter der Extreme, zunächst in der Weimarer Republik, dann im Nationalsozialismus? Welche ‚Gesichter‘ trägt die Germanistik im geteilten Deutschland?

Die Geschichte der Germanistik in Halle ist bislang wenig erforscht. Das Lern- und Erfahrungspotential der Wissenschaftsgeschichte soll in diesem Seminar experimentell und forschend ergründet werden. Arbeitseinheiten im Universitätsarchiv und in den Historischen Sammlungen der UB sollen dazu dienen, unmittelbaren Zugang zu den Quellen zu erhalten und eigenständige Forschungsfragen in Auseinandersetzung mit dem Material zu entwerfen.

Seminar und Vortragsreihe finden im Wechsel statt. Im Rahmen der Vortragsreihe sprechen sieben auswärtige Referenten über zentrale Gesichtspunkte der Fachgeschichte sowie über markante historische Konstellationen der Halleschen Universitätsgermanistik.

Zur Einführung empfehlen wir:

  • Rainer Kolk: [Art.] Wissenschaftsgeschichte (2). In: Klaus Weimar (Hg.), Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Berlin, New York 1997–2003. Bd. 3.
  • Christoph König, Hans-Harald Müller, Werner Röcke (Hg.): Wissenschaftsgeschichte der Germanistik in Porträts. Berlin, New York 2000.
  • Manfred Lemmer: Deutsche Sprache und Literatur an den Universitäten Wittenberg und Halle (1502-1945). In: Hermann-Josef Rupieper (Hg.), Beiträge zur Geschichte der Martin-Luther-Universität 1502–2002. Halle 2002, 147-166.
  • Klaus Weimar: Geschichte der deutschen Literaturwissenschaft bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. München 22003.

SoSe 2018 (S) Hermeneutik im Zeitalter der Kritik - Prof. Dr. Denis Thouard (Paris) Blockseminar von Prof. Dr. Denis Thouard (Paris)
von der Universität Halle und der Humboldt-Professur im SoSe 2018 eingeladener Gastprofessor

29.05. und 07.06. 2018
Germanistisches Institut, Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 1.10.0
jeweils 14 bis 18 Uhr

Workshop:
04.-05.07.2018
zusammen mit Dr. Frank Grunert
IZEA, Francke-Platz 1, Haus 54, Thomasius-Zimmer

Das Seminar wendet sich in erster Linie an Studierende der Germanistik, der Philosophie und der Theologie. Für die Verwendbarkeit der Module wenden Sie sich bitte an die  Modulverantwortlichen Ihres Instituts.

Unabhängig von der Modulrelevanz sind interessierte Studenten und (Post-)Doktoranden aller Fachrichtungen willkommen. Um vorherige Anmeldung über StudIP bzw. bei Aleksandra Ambrozy () wird in jedem Fall gebeten.

Inhalt des Seminars
Die Hermeneutik der Aufklärung wurde lange Zeit vernachlässigt. Seit etwa 20 Jahren aber wächst das Interesse an diesem Gegenstand. Das Seminar ist als allgemeine Einführung konzipiert und will speziell Einblicke in die Hermeneutik der Aufklärung geben. Die Hermeneutik bildet sich als Folge der Reformation aus und ist von daher eng mit Fragen der Bibelauslegung verknüpft. Es haben sich aber auch philologische, logische oder juristische Formen der Hermeneutik entwickelt. Charak­te­ris­tisch für die Aufklärung ist die Formierung einer „allgemeinen“ Hermeneutik.

Vier Entwicklungsschritte der Hermeneutik
1.
Zunächst wollen wir anhand der Clavis Scripturae Sacrae (1567) des Matthias Flacius Illyricus die Konstituierung der Herme­neutik im Kontext der Reformation untersuchen. Wichtig dafür sind: Claritas Scripturae, der Vorrang des Literalsinns, die Ein­heit des Sinns, Textus interpres sui, der Gegensatz von Gesetz und Evangelium. In dieser ‚orthodoxen‘ Form ist die Herme­neutik der theologischen Dogmatik untergeordnet.
2.
Als philologische Textkritik trug die Hermeneutik zur Historisierung der Überlieferung bei, darunter auch der heiligen Schrift. Bei Hobbes oder Spinoza werden die Prinzipien der konfessionell bestimmten Hermeneutik verallgemeinert und ratio­nalisiert. In diesem Zusammenhang werden wir uns vor allem mit Lockes Interpretation der Paulus-Texte beschäftigen, die für die Rol­le der Hermeneutik in den philosophisch-politischen Debatten der Frühaufklärung grundlegend ist.
3.
Locke und Leibniz haben die Denker der Aufklärung maßgeblich geprägt, vor allem in ihrer Auffassung von der Rolle der Zeichen für die Erkenntnis und Mitteilung. Die Hermeneutik entwickelt sich in diesem Kontext zu einer allgemeinen Er­kennt­nis­lehre. Wir wollen dies u.a. an Texten von Crusius und Meier nachvollziehen, um Einsichten in die Struktur der logischen und semiotischen Hermeneutik zu gewinnen.
4.
Im Zentrum von Herders, Heynes oder Eichhorns theologischer Hermeneutik steht die Geschichtlichkeit der biblischen Überlieferung und ihre mythische Deutung. Die moralische Interpretation dagegen, wie sie für Kant bestimmend ist, recht­fertigt die Schrift ausgehend von ihrer Rationalität. Die Debatte zwischen Kant und der Göttinger Schule verdeutlicht exem­pla­risch den Streit zwischen der apriorischen Logik (de jure) und der historischen Logik (de facto), den wir abschließend in einem Ausblick auf die Bearbeitung dieser Probleme bei Schleiermacher und Boeckh beleuchten wollen. Neben theologischer und logischer Hermeneutik spielte die juristische Hermeneutik eine wichtige Rolle, die im Rahmen eines Workshops am 4. und 5. Juli näher behandelt werden wird.

Texte
Flacius Illyricus, Matthias, De ratione cognoscendi sacras literas / Über den Erkenntnisgrund der heiligen Schriften, übersetzt von Lutz Geldsetzer, Düsseldorf, Stern-Verlag Janssen & Co, 1968 [auch in H. G. Gadamer / G. Boehm (Hrsg.), Seminar: Philosophische Hermeneutik, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1976, S. 43-52].
Spinoza, Baruch, Tractatus theologico-politicus, Kap. VII, De interpretatione Scripturae, Hrsg. C. Gebhardt, Leipzig, 1908, S. 135-145 [auch in H. G. Gadamer / G. Boehm (Hrsg.), Seminar: Philosophische Hermeneutik, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1976, „Von der Auslegung der Schrift“, S. 53-68].
Locke, John, „An Essay for the Understanding of St Paul’s Epistles by Consulting St Paul him-self”,  in Paraphrases and Notes on the Epistles of St Paul (1707), [auch in John Locke, Writings on Religion, hrsg. Victor Nuevo, Oxford, U. Press, 2002, S. 51-66].
Crusius, Christian August, Weg zur Gewißheit und Zuverläßigkeit der menschlichen Erkenntniß, Leipzig, Gleditsch, 1747, Von der Auslegung oder Interpretation [auf google books abrufbar].
Meier, Georg Friedrich, Versuch einer allgemeinen Auslegungskunst (1757), hrsg. A. Bühler, L. Cataldi Madonna, Hamburg, F. Meiner, 1996.
Kant, Immanuel, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, hrsg. B. Stangneth, Hamburg, F. Meiner, 2017.
Eichhorn, J. G (Hrsg.), Allgemeine Bibliothek der biblischen Literatur, 1787-1800, 10 Bde., Leipzig, Weidmann & Reich, darin: Eichhorn, J. G., "Über die kantische Hermeneutik", VI/1, 1794, S. 51-67.
Schleiermacher, Friedrich, Kritische Gesamtausgabe, II. Abteilung: Vorlesungen Band 4, Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik, hrsg. Wolfgang Virmond unter Mitwirkung von Hermann Patsch, Berlin, Boston 2012 [Allgemeine Hermeneutik S. 73-113].

Weiterführende Literatur
Alexander, Werner: Hermeneutica generalis. Zur Konzeption und Entwicklung der all-gemeinen Verstehenslehre im 17. und 18. Jahrhundert. Stuttgart: M & P Verlag für Wissenschaft und Forschung, 1993.
Beetz, Manfred, Giuseppe Cacciatore (Hrsg.), Hermeneutik im Zeitalter der Aufklärung, Köln u.a., Böhlau, 2000.
Bühler, Axel (Hrsg.): Unzeitgemässe Hermeneutik. Verstehen und Interpretation im Denken der Aufklärung. Frankfurt/Main: Klostermann, 1994.
Frank, Günter, St. Meier-Oeser (Hrsg.), Hermeneutik – Methodenlehre – Exegese. Zur Theorie der Interpretation in der frühen Neuzeit, Stuttgart-Bad Cannstatt, Frommann-Holzboog, 2011.
Meyer, Gottlob Wilhelm, Geschichte der Schrifterklärung, 5 Bde., Göttingen, 1802.
Reventlow, H. Graf, W. Sparn & J. Woodbridge (Hrsg.), Historische Kritik und biblischer Kanon in der deutschen Aufklärung, Wiesbaden, Harrassowitz, 1988.
Schönert, Jörg, F. Vollhardt (Hrsg.), Geschichte der Hermeneutik und  die Methodik der textinterpretierenden Disziplinen, Berlin/New York: de Gruyter (= Historia Hermeneutica, Series Studia, 1), Berlin, New York, 2005.
Scholz, Oliver Robert: Verstehen und Rationalität. Untersuchungen zu  den Grundlagen von Hermeneutik und Sprachphilosophie. Frankfurt/Main: Klostermann, 1999 (= Philosophische Abhandlungen, 76).
Schröder, Jan (Hrsg.), Theorie der Interpretation vom Humanismus bis  zur Romantik - Rechtswissenschaft, Philosophie, Theologie, Stuttgart, 2001.

Hermneutik Blockseminar
(externe Datei)

(S) Ästhetik, Anthropologie, Pädagogik im Zeitalter der Aufklärung. Johann Georg Sulzers Werk und Wirkung Prof. Décultot zusammen mit Dr. Jana Kittelmann und Dr. Martin Dönike

Di 14-16, Ludwig-Wucherer-Str. 2, SR 22

Module:
Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik + Vertiefungsmodul (MA)
Kulturelle Diskurse (MA)
Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung und Ästhetik II (MA KdA)
Wissen und Wissenstransfer seit dem 18. Jhd. (MA KdA)
Literaturgeschichte 17. Jahrhundert bis Gegenwart (BA/LA)

max. 30 Teiln.

Johann Georg Sulzers (1720–1779) Werk ist für das Verständnis der Aufklärungsepoche zentral. Mit der „Allgemeinen Theorie der Schönen Künste“ (1771–1774) hat Sulzer nicht nur einen grundlegenden Beitrag zur Kunsttheorie und Ästhetik des 18. Jahrhunderts geliefert, sondern daneben auch wichtige Schriften zur Psychologie, Pädagogik, Anthropologie, Erkenntnistheorie; Naturforschung und Literaturkritik veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der aktuell am IZEA laufenden Edition der Werke und Briefe Johann Georg Sulzers wollen wir anhand ausgewählter Texte diesem facettenreichen und doch lange Zeit vernachlässigtem Autor und Akteur des 18. Jahrhunderts nachspüren.

Voraussetzungen sind die Übernahme eines Impulsreferates sowie die Bereitschaft zur Lektüre historischer Textkorpora des 18. Jahrhunderts.

Das Seminar wird von einer Exkursion ins Gleimhaus Halberstadt, wo zahlreiche Handschriften Sulzers aufbewahrt werden, begleitet.

Zur Einführung empfehlen wir: Elisabeth Décultot: Johann Georg Sulzer – Leben und Werk. In: Johann Georg Sulzer: Gesammelte Schriften. Kommentierte Ausgabe. Hrsg. von Hans Adler und E. Décultot. Bd. 1: Kurzer Begriff aller Wissenschaften. Erste (1745) und zweite (1759) Auflage. Hg. von Hans Adler. Basel, 2014, XIII-LV;  Frank Grunert u. Gideon Stiening (Hg.): Johann Georg Sulzer  (1720–1779). Aufklärung zwischen Christian Wolff und David Hume. Berlin 2011; Wolfgang Riedel: Erkennen und Empfinden. Anthropologische Achsendrehung und Wende zur Ästhetik bei Johann Georg Sulzer. In: Hans-Jürgen Schings (Hg.): Der ganze Mensch. Anthropologie und Literatur im 18. Jahrhundert Stuttgart u. Weimar 1994, S. 410–439.

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