Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Dokumente

Hinweise für Anmeldung von Seminaren.doc (21,5 KB)  vom 05.04.2012

Hinweise für Seminararbeiten
Hinweise für Seminararbeiten Halle.pdf (161,5 KB)  vom 18.12.2014

Kontakt

Prof. Dr. Daniel Fulda
Germanistisches Institut

Telefon: 0345 55-23592
Telefon: 0345 55-23594 Sekretariat
Telefax: 0345 55-27067

Raum 1.01.0
Ludwig-Wucherer-Str. 2
06108 Halle (Saale)

Postanschrift:
Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg
Philosophische Fakultät II
Germanistisches Institut
06099 Halle (Saale)

Weiteres

Login für Redakteure

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Sprechzeiten

WiSe:

Die Sprechstunde findet dienstags von 14.30 bis 15.30 statt.
Beginn: 12.10. Ausfall am 23.11.21 und 11.01.22.

Jeweils am Steintorcampus, Ludwig-Wucherer-Str. 2, Raum 1.01, 1. Etage.

Lehrveranstaltungen D. Fulda, WS 21/22

Vorlesung Thomas Mann. Werk – Autor – Epoche (zugleich eine Einführung in die Literaturtheorie)

Mi. 13–14.30 Uhr im Audimax Hörsaal
BA/LA.: Grundlagen der neueren deutschen Literaturwissenschaft
MA/LA Gym.: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik

Thomas Mann – der heute als Klassiker der Moderne schlechthin gilt – schrieb mit Absicht sowohl für das breite Lesepublikum als auch für die wenigen Kenner. Unter der sprachprunkenden Oberfläche eines unverwechselbaren Stils verbergen sich ein höchst kunstvolles Spiel mit Leitmotiven und ein beständiger Zweifel an der vernünftigen Einrichtung der Welt. Vergnügen an diesem stets doppelbödigen Erzählen zu wecken ist das Kernanliegen der Vorlesung, die zugleich als Einführung in literaturtheoretische Grundbegriffe (Autor, Intertexualität und Intermedialität, Erzählen, ‚Realismus‘, Fiktion) dient. Besonderes Interesse gilt den vielfältigen Bezügen zwischen Leben und Literatur – Thomas Mann gestaltete in seinen Werken häufig das, was er im Leben nicht einmal auszusprechen wagte. Die Vorlesung gibt einen Überblick über das Gesamtwerk ebenso wie über Manns politisches Engagement zunächst im Kaiserreich, dann in der Weimarer Republik und schließlich im Exil.

Wem Manns Werke wenig vertraut sind, nehme sich zunächst die Buddenbrooks vor; Fortgeschrittene sollten den Zauberberg oder/und den Doktor Faustus lesen sowie den Tod in Venedig oder eine andere Novelle, möglichst schon vor Semesterbeginn. Als unkonventionelle wissenschaftliche Einführung empfehle ich, auch zur Anschaffung, Hermann Kurzke: Thomas Mann. Das Leben als Kunstwerk. Fischer Tb. 4. Aufl. 2005.

Sem Doktor Faustus

Mo. 13–14.30 Uhr; LuWu2, SR 22A

BA/LA: Literatur- und Gattungstheorie; Literaturgeschichte 17. Jh. bis Gegenwart

MA/LA Gym: Literaturtheorie, Poetologie und Ästhetik + Vertiefung; Literaturgeschichte + Vertiefungsmodul

Thomas Manns Roman Doktor Faustus von 1947 ist der Versuch, gleich zwei Schlüsselfragen der Moderne auf einmal zu beantworten: Wie konnte sich der Nationalsozialismus gerade in einem von so feinsinniger Bildung und avancierter Kunst geprägten Land wie Deutschland durchsetzen? Und welche Möglichkeiten bleiben der modernen Kunst, nachdem sie alle ihre Möglichkeiten durchgespielt zu haben scheint? Beide Fragen sollte die Erzählung vom „Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn“ (so der Untertitel) beantworten. Indem Leverkühns Geschichte signifikante Parallelen zur Faustsage aufweist, wetteifert der Roman überdies mit Goethes bekanntestem Drama. Aber nicht nur weil Doktor Faustus eines der ambitioniertesten literarischen Werke überhaupt ist, verdient er, dass man sich ein ganzes Semester lang (und mehr) mit ihm beschäftigt. Auf ihre Kosten kommen auch Nietzsche-Fans, Lokalpatrioten aus Halle oder Naumburg (jene Stadt ist ein Schauplatz des Romans, diese das Urbild für das fiktive Kaisersaschern), Musiker, Kosmiker, Humanisten… Wer Genaueres erfahren möchte: Lesen Sie den Roman – und zwar unbedingt schon vor Semesterbeginn! In der ersten regulären Sitzung findet ein kleiner Textkenntnistest statt.

Zu Doktor Faustus gibt es seit 2007 einen über tausendseitigen Kommentar in der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe. Den werden sich, aus Preisgründen, vermutlich die wenigsten anschaffen. Die Benützung des Kommentars – der im Semesterapparat verfügbar sein wird – ist bei diesem besonders anspielungsreichen Roman gleichwohl ratsam. Ebenso empfehle ich, Thomas Manns eigenen ‚Begleitroman‘ Die Entstehung des Doktor Faustus. Roman eines Romans zu lesen. Der vom Zweiten Weltkrieg bestimmte zeitgeschichtliche Hintergrund wird hier ebenso plastisch wie Manns kunsttheoretische Intentionen.

Ringvorlesung Kulturen der Aufklärung. Historische Grundlagen aktueller Probleme

zusammen mit Prof. Daniel Weidner u. a.

Di. 10–11.30 Uhr in HS IV, LuWu 2

BA/LA: Literaturgeschichte 17. Jh. bis Gegenwart

MA/LA Gym: Kulturelle Diskurse; Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft; Einführungsmodul (MA KdA); Rezeption, Produktion, Translation u. Transfer (AVL)

Die Aufklärung ist die Epoche des take off der europäischen Moderne. Ihrer Grundlegungs­wirkung, die sie in allen gesellschaftlichen Bereichen hatte, kann nur ein interdisziplinärer Zugang gerecht werden. Daher tragen neun Fächer zu dieser Ringvorlesung bei (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Geschichte, Philosophie, Theologie, Judaistik, Erziehungswissenschaft, Musikwissenschaft). Das 18. Jahrhundert wird dabei besonders unter dem Blickwinkel der Transformation von Religiösem und Rationalem betrachtet, und zwar so, dass die historischen Problemlagen zugleich als Ausgangspunkte aktuell diskutierter Antworten verstehbar werden. Als Einführung aus germanistischer Perspektive empfehle ich Iwan-Michelangelo D'Aprile, Winfried Siebers: Das 18. Jahrhundert. Zeitalter der Aufklärung. Berlin: Akademie 2008. Eine grandiose Lektüre ist die große Epochendarstellung von Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild. Berlin 2015.

Lektüreseminar im Einführungsmodul „Kulturen der Aufklärung“

Di. 13–14.30 Uhr, LuWu 2; SR 18

Module:

BA/ LA: Themen, Stoffe, Motive

MA/LA Gym: Themen Stoffe Motive, Kulturelle Diskurse; Schlüsselthemen der Sprach- und Literaturwissenschaft; Einführungsmodul (MA KdA)

Themen: Ein neues Denken: Geschichtsphilosophie als Begründung und Selbstreflexion von Aufklärung; Neue Impulse zur Lebensführung; Religiös begründeter Fortschrittsoptimismus; Im Interesse der preußischen Obrigkeit: Reformuniversität Halle; Savoir vivre. Das Vorbild Frankreich; Gelehrsamkeit für die Gesellschaft – um 1700/um 2000; Bücher für ein breiteres Publikum; Aufklärung als Lebensreform; Die Entdeckung des Gefühls und der ‚neue Mensch‘ der Empfindsamkeit; Pietismus und Aufklärung als Antriebe, die Grenzen der gesellschaftli­chen Ordnung zu überschreiten; Ein Rückblick von 2015 auf die Anfänge der Aufklärung und den Pietismus: Historizität durch Anachronismen; Was ist Aufklärung?; Aktuelle Diskussionen über Aufklärung in Politik und Öffentlichkeit.

Forschungskolloquium Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Mo. 15.30–17 Uhr, LuWu2, Besprechungsraum 1.10.0, 1. Etage

Module: Forsch.koll. Lit.wiss. 17.-19. Jh. (MA), Forsch.koll. Lit.wiss. 19.-21. Jh. (MA)

Das Kolloquium dient einerseits der Vorstellung von Examensarbeiten (BA, MA, LA) und Dissertationen, an denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerade schreiben, und ist andererseits der Diskussion eines aktuellen Themas oder grundlegenden Textes gewidmet. Im Wintersemester 2021/22 sollen literarische Neuerscheinungen zur derzeit heißumstrittenen ‚Identitätspolitik‘ gelesen und diskutiert werden.

Zum Seitenanfang